„Stellenwert des Gerichts erhalten“

pebe Siegen. Gestern trat Dagmar Lange in Anwesenheit des Vizepräsidenten des Oberlandgerichts Hamm, Thomas Vogt, ihr Amt als Präsidentin des Landgerichts Siegen an. Ein vertrautes Gesicht, und doch eine Premiere, denn die Richterin ist die erste Frau an der Spitze der Siegener Behörde (die SZ berichtet bereits). Nach ihrer Begrüßung durch Kollegen und Mitarbeiter nahm sie sich kurz Zeit für eine erste Stellungnahme.

„Ich übernehme von meinem Vorgänger Gerd Ulrich Hammer ein sehr gut bestelltes Haus“, befand die frühere Dortmunder LG-Vizepräsdentin, es gebe „keine großen Baustellen“. Sicherlich werde sie „einige Sachen anders machen, aber jeder hat ja seinen eigenen Führungsstil“. Sie sei ebenfalls darum bemüht, dem Landgericht Siegen, „das klein ist, aber im OLG-Bezirk einen Namen hat, seinen Stellenwert zu erhalten“. Da sowohl sie selbst als auch der Vizepräsident, Heribert Eggert, am OLG tätig waren, hätten sie „guten Kontakt nach Hamm“, der so manchen Dienstweg erleichtern könne.

Sie könne sich vorstellen, in Siegen in Zukunft die sog. „richterliche Mediation“ einzuführen, überlegte die gebürtige Hagenerin. Das sei eine Möglichkeit – vordringlich im Zivilrecht und in Familiensachen – , die Parteien außerhalb des Verfahrens zu befrieden und den Rechtsstreit nicht weiterzuführen. Die Ausbildung interessierter Richterinnen und Richter erfolge an der Justizakademie Recklinghausen.

Als Behördenleiterin hat die 53-Jährige einen ausgefüllten Job, angefangen von der Verantwortung für den Etat des Landgerichts über die Personalverwaltung, die Verantwortung für die Bewährungshilfe und die Dienstaufsicht für die Notare des Landgerichtsbezirks bis hin zur Zusammenarbeit mit dem Präsidium, dem Personalrat und dem Richterrat. „nebenher“ führt sie auch den Vorsitz einer Berufungszivilkammer. Neu in Siegen ist für sie die zunehmende Spezialisierung: Bestehende Kammern sind zu „Spezialkammern“ geworden, um „bessere Resultate zu liefern“, wie Eggert erklärte. Spezialkammern befassen sich derzeit schon mit Arzthaftungssachen, Bausachen, Erbrecht, Staatshaftung und Banksachen.

Dass eine Frau an der Spitze der Behörde stehe, sei immer noch keine Selbstverständlichkeit, erläuterte Lange auf Nachfrage. „Von zwölf Landgerichtspräsidenten im OLG-Bezirk bin ich die zweite Frau nach meiner Essener Kollegin“, rechnete Lange vor. Und Vizepräsidentinnen gebe es nach ihrem Ausscheiden in Dortmund derzeit keine mehr. „Aber das wird sich ändern“, war sich die Juristin aufgrund vieler junger Juristinnen sicher.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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