SZ

8000 Motorradfahrer zeigen Flagge (Update mit Video 18 Uhr)
Sternfahrt gegen Diskriminierung

Zwischenhalt in Krombach auf dem  Weg nach Düsseldorf.
10Bilder

nja Siegen/Krombach/Düsseldorf. Sie  sind zornig, enttäuscht -  und gehen daher auf die Straße, besser gesagt: Sie rollen darüber. Gemeinsam, in vielen Regionen Deutschlands, in Österreich und in der Schweiz. Anlass für diese Großdemonstrationen von Motorradfahrern, von denen es allein in Deutschland über 4 Millionen gibt,  ist  der Vorstoß des Bundesrates, für besondere Konfliktfälle Geschwindigkeitsbeschränkungen und zeitlich beschränkte  Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen.  Die Bundesregierung ist nun gefragt. Im Blick: der Lärmschutz. Zudem sollen   die zulässigen Geräuschemmissionen aller Neufahrzeuge auf 80 Dezibel begrenzt werden.

nja Siegen/Krombach/Düsseldorf. Sie  sind zornig, enttäuscht -  und gehen daher auf die Straße, besser gesagt: Sie rollen darüber. Gemeinsam, in vielen Regionen Deutschlands, in Österreich und in der Schweiz. Anlass für diese Großdemonstrationen von Motorradfahrern, von denen es allein in Deutschland über 4 Millionen gibt,  ist  der Vorstoß des Bundesrates, für besondere Konfliktfälle Geschwindigkeitsbeschränkungen und zeitlich beschränkte  Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen.  Die Bundesregierung ist nun gefragt. Im Blick: der Lärmschutz. Zudem sollen   die zulässigen Geräuschemmissionen aller Neufahrzeuge auf 80 Dezibel begrenzt werden. Auch  in Siegen startete am Samstagmorgen ein Konvoi mit rund 130 Motorrädern, um via Krombach zu einer Großkundgebung in Düsseldorf zu fahren. Unterwegs wuchs die Gruppe  weiter an. Biker aus Siegerland, Wittgenstein, Altenkirchen, dem Lahn-Dill-Kreis  und Olpe zeigen Flagge. In der Rhein-Metropole gaben sich  rund   8000 Biker ein Stelldichein.

"Diskriminierende Ungleichbehandlung"

"Wir sind zornig - auch, weil niemand mit uns spricht",  sagt einer der  Organisatoren der hiesigen Sternfahrt, Peter Lehmann. Gemeinsam mit David  Jost,  Franse D.  Yachour und Sven Rehm hat er  die vielen Gleichgesinnten mobil gemacht. Dass  mit dem Argument des Lärmschutzes allein die Motorradfahrer  sanktioniert werden sollen, halten er  und seine Mitstreiter für diskriminierend  und eine nicht  hinnehmbare Ungleichbehandlung: "Oldtimer dürfen weiterhin  durch die Lande knattern, Sportwagen dürfen aufdrehen -  und wir Motorradfahrer müssen  um unser Hobby bangen? Das  können wir nicht hinnehmen!"

"Gesetze reichen aus"

Motorradfahren, das sei  seine Freizeitbeschäftigung und  zugleich eine Lebenseinstellung, so Lehmann. "Ich gehe tagsüber arbeiten und möchte in der Freizeit mein Hobby ausleben dürfen: Wann, wenn nicht am Wochenende? Abends oder nachts?" Eine Stunde auf seiner Maschine, das sei für ihn wie eine Woche Urlaub, so Brummi-Fahrer Lehmann: "Das macht den Kopf frei!" Der Vorstoß des Bundesrats komme "ohne Sinn und Verstand" daher, basiere auf keiner  vernünftigen Grundlage. Mit den Demonstrationen wolle man auf das Dilemma aufmerksam machen -  und erhoffe sich, dass die Politik endlich  den Dialog suche.  Das Orga-Quartett ist überzeugt: "Es gibt in Deutschland genügend  Gesetze, um die Übeltäter  und schwarzen Schafe aus dem Verkehr ziehen zu können. Warum müssen alle Motorradfahrer leiden? Die Mehrheit von uns hält sich doch an die Regeln!"

Bundesweite Vereinsgründung

 Die Demo mit Sternfahrtcharakter  entstand auf Privatinitiative. Auch die  Siegerländer Truppe fand sich erst aus diesem  Anlass zusammen. David Jost erklärt, eine bundesweite Vereinsgründung sei im Gange. Im Eilverfahren sei der "Moto e.V. IG" gebildet worden. Über Landstraßen nähert sich die heimische Gruppe des Landeshauptstadt, wo Peter Lehmann auch   das Wort  ergriff. Zunehmender Lärm sei ein allgemein bekanntes Problem, „das auch uns Motorradfahrern bewusst ist. Darüber wird zu sprechen sein, und es müssen gemeinsam mit den betroffenen sozialverträgliche Lösungen erarbeitet werden“, lautete dort sein Credo. Doch einseitige Verbote und „Sippenhaft“ seien nicht hinnehmbar: „Um es mit den Worten unserer Kollegen aus Karlsruhe zu sprechen, die gerade ihre Thesen an den Türen des Bundesverfassungsgerichts abgeben: Die Straße der Grundrechte führt in beide Richtungen!“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen