100 Jahre Arbeiterwohlfahrt
Stets auf der Höhe der Zeit

Die Siegener Künstlerin Dr. Marlies Obier erläuterte die Ausstellung im Foyer des Siegener Apollo-Theaters.  Foto: Thomas Grab
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tom  Es war ein großes Ereignis, als der AWo-Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe am Samstagabend Mitglieder, Mitarbeiter, Unterstützer und geladene Ehrengäste ins Siegener Apollo-Theater lud. Unter dem Motto „100 Jahre AWo – 100 Jahre Menschlichkeit“ zelebrierten sie gemeinsam den Jubiläumsauftakt. Als Schirmherr fungierte der ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering.

Bevor das Theater jedoch seine Pforten für die Öffentlichkeit öffnete, boten AWo-Kreisverbandsvorsitzender Karl Ludwig Völkel und Geschäftsführer Dr. Andreas Neumann ihren Ehrengästen die Möglichkeit, die im Foyer aufgebaute Ausstellung zu besuchen. Die Siegener Künstlerin Dr. Marlies Obier, die die Präsentation über die wechselvolle Geschichte der Arbeiterwohlfahrt und ihrer Gründerin Marie Juchacz gestaltet hat, lieferte dazu die Erläuterungen.

Franz Müntefering nutzte die Gelegenheit, um darauf zu verweisen, dass die Idee der Gleichberechtigung, vor allem der Geschlechter, bereits seit den Anfängen der Weimarer Republik existiere, wie die Geschichte der AWo aufzeige. Auch wenn eine solche Gleichberechtigung noch immer nicht vollends erreicht sei, ist die Arbeiterwohlfahrt stets auf der Höhe der Zeit. Federführend sei sie auch in anderen Bereichen der Gleichberechtigung, wie etwa bei den Tarifverhandlungen für faire Gehälter bei den Pflegekräften, so Müntefering. Landrat Andreas Müller verstand die AWo ebenfalls als einen „gesellschaftlichen Motor“, der mithilfe sozialer Einrichtungen festgefahrene Rollenbilder nach und nach auflöse.

 Karl Ludwig Völkel  würdigte das Wirken der AWo-Gründerin und verwies zugleich darauf, dass eine vollkommene Gleichstellung der Geschlechter bis heute noch nicht existiere. Die Fragen von damals seien heute noch aktuell. Lediglich die „Anforderungen haben sich geändert, aber der Aufwand ist geblieben“. Die AWo stehe für die Arbeit in allen sozialen Bereichen, denn ohne Wohlfahrtsverbände wie sie sei eine Lösung der heutigen gesellschaftlichen Probleme nicht möglich.

Auch Franz Müntefering verwies darauf, dass „jede Welt Hilfe brauche“: „Solidarität kann der Staat nicht erzwingen, das ist die Aufgabe der Gesellschaft.“ Stellv. Siegens stellv. Bürgermeisterin Verena Böcking lobte die Arbeit der Arbeiterwohlfahrt beim Vorantreiben der Inklusion.

Neben den Festrednern traten Paula Stöckmann und Hendrik Becker von der Theatergruppe „Löwenherz“ auf. In ihrem bewegenden Stück behandelten sie die tiefen Einschnitte in das Leben der AWo-Gründerin Marie Juchacz.

Autor:

Thomas Grab (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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