»Stolz, es geschafft zu haben«

Geschwister-Scholl-Schüler nahmen an Überlebenstraining teil

kano Geisweid. Schlafsäcke, Isomatten, Wasserflaschen, Einsatzverpflegung und Verbandszeug erwarteten 16 Schüler der neunten Klasse am vergangenen Donnerstagabend in der Burbacher Kaserne der Bundeswehr. Gemeinsam mit der Geschwister-Scholl-Schule hatten das Siegener Kommissariat Vorbeugung und die Bundeswehr eine außergewöhnliche Veranstaltung geplant: Im Rahmen einer Nachtübung sollten die Jugendlichen an ihre Grenzen stoßen.

»In einer Zeit der Angst vor der Zukunft, der Perspektivlosigkeit, niedriger Frustrationsgrenzen und dem Hang zur schnellen Aufgabe sollte über das gemeinsame Erleben eine positive Wirkung erzielt werden«, erläuterte Kriminalhauptkommissar Peter Ginsberg im gestrigen Pressegespräch die Hintergründe der nächtlichen Veranstaltung. Gerade im Hinblick auf die kommenden Berufs-Praktika sei es wichtig für die Schüler zu lernen, mit Frustrationen umzugehen, die Faust in der Tasche zu ballen und trotzdem weiter zu kämpfen. Auch im Berufsleben tauchten schließlich immer wieder Hindernisse auf. Ziel der Aktion sei, die Jugendlichen innerlich stark zu machen, ihr Selbstbewusstsein zu festigen, Belastungsgrenzen auszuloten und den Teamgeist zu fördern. »Junge Menschen können viel mehr, als sie sich zutrauen«, so Ginsberg.

Auf dem Nachtprogramm stand zunächst ein etwa 16 km langer Orientierungsmarsch rund um das Buchhellertal mit dem Ziel »Lager Stegskopf«. Nach einigen Kilometern, erzählt Oberfeldwebel Boris Frisch, waren Hilfeschreie aus dem Unterholz zu hören. Ein Soldat, perfekt geschminkt, simulierte einen offenen Beinbruch. Bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit seien die Jugendlichen gegangen, als sie den 80 kg schweren Mann abwechselnd den steilen Anstieg in Richtung Stegskopf getragen hätten.

Am vermeintlichen Ziel angekommen, sei die Frustrationsgrenze bei vielen Schülern erreicht gewesen, als sie erfuhren, das für sie kein Platz mehr in der Kaserne sei. »Murrend«, lacht Peter Ginsberg, »ging es weiter bis zu einem ungastlichen Übungsdorf auf dem Gelände. Geschlafen wurde in ungeheizten Räumen, vom nackten Beton nur durch eine Isomatte getrennt. Gegen drei Uhr war es mit der Nachtruhe allerdings vorbei und der weitere Marsch durch die Nacht stand an, bevor gegen sechs Uhr endlich die Kaserne erreicht wurde.«

Im gestrigen Gespräch beschrieben die Schüler die Wanderung als ein »Erlebnis« und seien »trotz Blasen an den Füßen stolz, es geschafft zu haben«. Klassenlehrerin Christa Reuter beschrieb die wachsende Hilfsbereitschaft und den Teamgeist der Truppe: »Die Schwächsten gaben die Geschwindigkeit der Gruppe an.« Der Umgang mit Frustrationen und die Erfahrung, dass es Situationen gibt, bei denen Anweisungen zu befolgen sind und die Gruppe nur gemeinsam stark ist, werde ein prägendes Erlebnis für die Jugendlichen bleiben, waren sich die Vertreter von Schule, Bundeswehr und Polizei einige. Die Aktion werde sicherlich eine Wiederholung finden, hieß es.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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