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Corona bremst Kriminelle aus
Straftaten gehen zurück

Im Jahr 2020 gab es deutlich weniger Einbrüche als noch ein Jahr zuvor.
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ihm Siegen/Bad Berleburg. 13 581 Kriminalfälle hat die Polizei 2020 im Kreis Siegen-Wittgenstein registriert – 6,84 Prozent weniger als 2019. Es gab deutlich weniger Diebstähle, weniger Beleidigungen und Sachbeschädigungen und auch weniger Betrug an Senioren, dafür mehr schwere Körperverletzungen und mehr sexuell motivierte Straftaten.
Durch Corona-Beschränkungen wohl auch Rückgang der KriminalitätDie Corona-Beschränkungen des öffentlichen Lebens haben vermutlich zum Rückgang der Kriminalität beigetragen, auch wenn die Polizei darüber offiziell nichts verlauten lässt. Der Zusammenhang ist dennoch evident: Wenn die Straßen leer sind, findet naturgemäß weniger Straßenkriminalität statt.

ihm Siegen/Bad Berleburg. 13 581 Kriminalfälle hat die Polizei 2020 im Kreis Siegen-Wittgenstein registriert – 6,84 Prozent weniger als 2019. Es gab deutlich weniger Diebstähle, weniger Beleidigungen und Sachbeschädigungen und auch weniger Betrug an Senioren, dafür mehr schwere Körperverletzungen und mehr sexuell motivierte Straftaten.

Durch Corona-Beschränkungen wohl auch Rückgang der Kriminalität

Die Corona-Beschränkungen des öffentlichen Lebens haben vermutlich zum Rückgang der Kriminalität beigetragen, auch wenn die Polizei darüber offiziell nichts verlauten lässt. Der Zusammenhang ist dennoch evident: Wenn die Straßen leer sind, findet naturgemäß weniger Straßenkriminalität statt. Und die Zahl der Wohnungseinbrüche ist vermutlich gesunken, weil die Menschen einfach häufiger zu Hause waren.

64 Prozent der Straftaten aufgeklärt

Weniger Fälle, aber mehr Aufklärung – das ist die Bilanz der heimischen Polizei. 64 Prozent der Straftaten konnten aufgeklärt werden, heißt es in der Statistik. Das ist etwas mehr als 2019. Die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein belegt damit nach Olpe den zweiten Platz in der landesweiten Aufklärungsstatistik.

542 Fälle von Cyber-Kriminalität gab es 2020. Das sind 96 weniger als 2019. Die Aufklärungsquote lag 2020 bei 77 Prozent.
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Die Sicherheitslage hat sich in fast allen Städten und Gemeinden des Kreises verbessert. Nur in Burbach und in Wilnsdorf gab es mehr Straftaten. Burbach meldet 449 Delikte, 80 mehr als im Vorjahr. In Wilnsdorf fiel der Anstieg noch massiver aus: von 556 auf 930 Fälle, das bedeutet ein Plus von 67 Prozent. Dieser Ausreißer ist auf einen einzigen Tatverdächtigen zurückzuführen, wie die Polizei auf SZ-Anfrage berichtete. Dieser mutmaßliche Täter hat 434-mal Telefongespräche aufgezeichnet, die er mit verschiedenen Personen im Zusammenhang mit Ermittlungen in einem anderen Fall geführt hat. Die Straftat: „Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in diesem Fall laufen noch.

Die kreisweiten Kriminalitätszahlen im Einzelnen:

  • Diebstahl: 3709 Fälle (705 weniger als 2019), davon 1511 aufgeklärt,
  • Einbrüche: 471 Fälle (73 weniger als 2019), Aufklärungsquote 14 Prozent gegenüber 21 Prozent 2019, 
  • davon Wohnungseinbrüche: 163 (26 weniger), 27 aufgeklärt,
  • Vermögens- und Fälschungsdelikte: 2340 Fälle (86 weniger), 1534 aufgeklärt,
  • Gewaltkriminalität: 445 Fälle (vier weniger), 371 aufgeklärt,
  • Schwere Körperverletzung: 340 Fälle (neun mehr als 2019), 85,59 Prozent aufgeklärt,
  • Vergewaltigung/sexuelle Nötigung/sexueller Übergriff: 32 Fälle (zwölf mehr als 2019). 28 Fälle aufgeklärt, wobei ein Großteil, so die Polizei, Beziehungstaten waren,
  • Raub: 70 Fälle (23 weniger als 2019), 70 Prozent aufgeklärt.
  • Straßenkriminalität: 2501 Fälle (minus 383), nur 594 davon aufgeklärt,
  • Tötungsdelikte: drei (2019: sechs). Aufgeklärt wurden alle,
  • Cybercrime: 542 Fälle (96 weniger). Aufklärungsquote 77 Prozent,
  • Betrug an Senioren: 190 Fälle (76 weniger als 2019). In 161 von diesen 190 Fällen blieb es beim Versuch, die Täter erbeuteten also nichts,
  • nichtdeutsche Tatverdächtige: 1799 von insgesamt 5889. Das sind 31 Prozent,
  • jugendliche Tatverdächtige: 21 Prozent der Tatverdächtigen ist unter 21 Jahre alt, bei der Straßenkriminalität sind es 34 Prozent.
Um Haaresbreite Seit vielen Jahren wechseln sich die Kreispolizeibehörden Olpe und Siegen-Wittgenstein ab im Rennen um die Nummer eins im Land, was die Aufklärungsquote angeht. Diesmal ist Olpe um eine Haaresbreite vorn: Im Kreis Olpe wurden 64,06 Prozent aller Delikte geklärt, in Siegen-Wittgenstein 64,05. Der Landesdurchschnitt liegt bei 52,8 Prozent. Im Vergleich zu 2019 sank auch im Kreis Olpe die Zahl der registrierten Delikte (um 133 auf 5259), was einem Rückgang um 2,5 Prozent entspricht. Das ist deutlicher als im Land – auch dort ein Rückgang, aber geringer, um 2 Prozent. Deutlicher als reine Fallzahlen sind Daten wie die sogenannte Häufigkeitszahl, die die Straftaten pro Einwohner darstellt. Auf 100 000 Einwohner umgerechnet, sind es im Kreis Olpe 3926 Taten – damit ist der Kreis Olpe statistisch der zweitsicherste im Land. In einigen Großstädten von Nordrhein-Westfalen ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verbrechens oder Vergehens zu werden, mehr als doppelt so hoch wie im Kreis Olpe. Der Landesdurchschnitt liegt hier bei 6774.
Im Jahr 2020 gab es deutlich weniger Einbrüche als noch ein Jahr zuvor.
542 Fälle von Cyber-Kriminalität gab es 2020. Das sind 96 weniger als 2019. Die Aufklärungsquote lag 2020 bei 77 Prozent.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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