Streit in Notunterkunft eskalierte

 Die Situation in Bad Laasphe gestaltete sich zwischenzeitlich unübersichtlich. Foto: Martin Völkel

vö - Ein Konflikt mit zahlreichen Bewohnern der Bad Laaspher Notunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Schlossberg-Klinik machte am Mittwochabend den Einsatz von zahlreichen Polizei- und Rettungskräften in der Lahnstadt erforderlich. Zwei Personen wurden bei einer körperlichen Auseinandersetzung am frühen Abend verletzt und mit Rettungswagen in Kliniken gebracht, sagte Polizei-Pressesprecher Georg Baum am späteren Abend auf Anfrage der Siegener Zeitung. Flüchtlinge mit zum Teil blutverschmierten Gesichtern wurden noch vor Ort erstversorgt, zwischenzeitlich stellte sich die Situation für Beobachter sehr unübersichtlich dar. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren in dem Haus zwei Großfamilien in den Streit verwickelt.

Vor dem Hintergrund der Geschehnisse seien starke Kräfte der Polizei Siegen-Wittgenstein zusammengezogen worden, unterstützt von Kollegen benachbarter Dienststellen, so der Sprecher. Rettungskräfte aus Bad Laasphe wurden von den Kollegen aus Erndtebrück und dem hessischen Hinterland unterstützt. Am späteren Abend sei die Lage ruhig gewesen, ergänzte Georg Baum. Strafrechtliche Ermittlungen, unter anderem wegen Körperverletzung, seien bereits eingeleitet worden, wobei es natürlich auch darum gehe, die Hintergründe für die Auseinandersetzung zu erforschen.

Ein Bewohner der Einrichtung, der perfekt Englisch sprach, berichtete der Siegener Zeitung, dass es zunächst offenbar Unstimmigkeiten über religiöse Themen zwischen zwei Frauen gegeben habe. Dieser Konflikt habe sich dann – so der mutmaßliche Augenzeuge – auf die Familie der beiden Frauen ausgeweitet, eine davon aus Syrien, die andere aus dem Irak. Es habe nicht sehr lange gedauert, bis weitere Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in das Geschehen eingegriffen hätten. Nach Auskunft des Asylbewerbers sollen mehrere Dutzend Flüchtlinge an einer Schlägerei beteiligt gewesen sein. Dafür gab es allerdings keine offizielle Bestätigung.

Eine Anwohnerin ließ auch auf wiederholte Nachfrage im SZ-Gespräch durchblicken, dass es bereits in den vergangenen Tagen in der Einrichtung „gebrodelt hat“. Sie habe, so die Laaspherin, mehrfach den Eindruck gewonnen, dass es zu kniffligen Situationen in der früheren Klinik gekommen sei. Fakt ist, und darüber hatte die Siegener Zeitung zweimal berichtet, dass Flüchtlinge unzufrieden mit ihrer langen Verweildauer in der Unterkunft und dem ihrer Auffassung nach schleppenden Verlauf des Asylverfahrens waren. „Wir wollen lernen und arbeiten“, lautete eine der Hauptforderungen bei zwei Demonstrationen am Freitag vor der Einrichtung und am Dienstag am Rathaus. Entsprechende Beschwerden wurden an die Adresse der Bezirksregierung Arnsberg formuliert.

Ob die Hauptbeteiligten an der Schlägerei noch am Abend getrennt und möglicherweise in andere Einrichtungen verlegt wurden, war nicht mehr in Erfahrung zu bringen. Die SZ erreichte Daniel Joseph Waterreus, den neuen Einrichtungsleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) telefonisch, der sich allerdings zu den Vorfällen zunächst nicht äußern wollte. Der Betreuungsleiter verwies auf die Bezirksregierung Arnsberg, die für die Einrichtung zuständig ist. Allerdings war die Pressestelle der Behörde am Abend nicht mehr besetzt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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