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3 G im Job: Keiner will die Kosten tragen
Strengere Regeln am Arbeitsplatz absehbar

In den heimischen Betrieben könnte schon bald die 3-G-Regel gelten. Das soll bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag beschlossen werden – doch schon jetzt streiten darüber Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände.
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ap Siegen/Kreuztal. Noch bevor am Donnerstag die Ministerpräsidenten über eine 3-G-Regelung am Arbeitsplatz entscheiden, streiten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Kosten und die Umsetzung in den Betrieben.
Das sagen die Gewerkschafter ...„Der Arbeitgeber hat die Kosten für den Arbeitsschutz und damit auch für die Testungen zu tragen“, positioniert sich Verdi-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Weiskirch und verweist zudem auf die Möglichkeit der kostenlosen Bürgertests. IG-Metall-Siegen-Chef Andree Jorgella sieht das ähnlich. Er schlägt interne Tests vor, für deren Durchführung einzelne Mitarbeiter befähigt werden sollten. „Aus meiner Sicht wäre das eine sehr unbürokratische Variante.

ap Siegen/Kreuztal. Noch bevor am Donnerstag die Ministerpräsidenten über eine 3-G-Regelung am Arbeitsplatz entscheiden, streiten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Kosten und die Umsetzung in den Betrieben.

Das sagen die Gewerkschafter ...

„Der Arbeitgeber hat die Kosten für den Arbeitsschutz und damit auch für die Testungen zu tragen“, positioniert sich Verdi-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Weiskirch und verweist zudem auf die Möglichkeit der kostenlosen Bürgertests. IG-Metall-Siegen-Chef Andree Jorgella sieht das ähnlich. Er schlägt interne Tests vor, für deren Durchführung einzelne Mitarbeiter befähigt werden sollten. „Aus meiner Sicht wäre das eine sehr unbürokratische Variante.“ Der Gewerkschafter spricht sich außerdem für eine Testung aller Beschäftigen aus – ganz unabhängig vom jeweiligen Impfstatus. Dadurch würden sich gleichzeitig die datenschutzrechtlichen Bedenken erübrigen. Eine Verpflichtung zum Offenbaren des Status’ geht für den heimischen Arbeitnehmervertreter ohnehin „einen Schritt zu weit“.

Der Arbeitgeber hat
die Kosten
für den Arbeitsschutz
und damit auch
für die Testungen
zu tragen.
Jürgen Weiskirch
Verdi-Bezirksgeschäftsführer

Beim Impfen setzt Weiskirch derweil auf Überzeugungsarbeit und das Prinzip der Freiwilligkeit. Eine Grenze der Selbstbestimmung ist für beide Gewerkschafter aber dann erreicht, wenn ein Mitarbeiter sich weder impfen, noch testen lassen will. Kurzum: Ein Schutz der anderen Kollegen ist dann nicht mehr gewährleistet. „Wer sich nicht an die rechtlich fundierten Bestimmungen hält, hat bei Missachtung mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen“, folgert Weiskirch. Im ersten Entwurf aus dem Bundesarbeitsministerium ist von Bußgeldern die Rede. Möglicherweise drohen aber sogar noch härtere arbeitsrechtliche Schritte wie Abmahnungen oder Kündigungen.

... und das entgegnen die Arbeitgeber

Die Arbeitgeber wollen hingegen weder den Lohn für ausgefallene Arbeitszeit der Verweigerer fortzahlen noch für die täglichen Testungen ihrer ungeimpften Mitarbeiter aufkommen. „Das ist immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit“, betont Helmut Hofmann von den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein (AGV). Insbesondere kleinere Betriebe könnten den (finanziellen) Aufwand der täglichen Testungen nicht stemmen, zudem habe der Arbeitgeber die Situation schließlich nicht zu verschulden. Wirtschaft und Industrie hätten in den vergangenen Pandemiemonaten erheblich gelitten, seien gerade erst wieder dabei, sich einigermaßen zu berappeln. „Es dürfen keine zusätzlichen Belastungen für Unternehmen durch solche Regelungen entstehen“, fasst der heimische Arbeitgebervertreter zusammen – und zwar weder finanziell, noch organisatorisch.

So läuft es bislang

Aktuell warten einige Firmen in der Region die neue Beschlusslage erst einmal ab, während andere schon jetzt auf tägliche Testungen und erhöhte Schutzmaßnahmen setzen. „Die Umsetzung dürfte von Betrieb zu Betrieb höchst unterschiedlich ausfallen“, vermutet denn auch Jürgen Weiskirch.
In der Krombacher Brauerei können sich beispielsweise schon jetzt alle Angestellten werktags kostenlos im betriebseigenen Testzentrum testen lassen. Und auch das Impfzentrum in der Krombacher Erlebniswelt wird gut angenommen: Rund 90 Prozent der Belegschaft seien geimpft, erklärt Peter Lemm, Leiter Unternehmenskommunikation, gegenüber der SZ. „Insgesamt sind unsere Schutzmaßnahmen auf sehr große Zustimmung gestoßen“, fasst der Sprecher zusammen – sogar die Umstellung auf die 2-G-Regel in den beiden Betriebsrestaurants.

Autor:

Alexandra Pfeifer

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