STS-Team hilft A-Klasse auf die Beine

Offener Werk-Tag im Technik-Service der AWo

Zig Besucher kamen zum Effertsufer – Gehandikapte Menschen stehen voll im Arbeitsleben

Siegen. Mit Recht sind sie stolz: Sie arbeiten für den Fahrzeughersteller mit dem Stern am Bug. Und sie gehen mit Elan zur Sache: Belegschaftsmitglieder vom Siegener Technik Service (STS) der AWo. „Alles was hier liegt, ist für die A-Klasse. Beispielsweise dieses Teil. Das ist ein hinteres Seitenfenster. Dieses kleine A-Klassen-Dreieck. Hätten Sie das gewusst?” Natürlich nicht, aber jetzt dämmert’s. Das, was der AWo-STS in seiner modernen Werkstätte am Effertsufer alles im Angebot hat, präsentierten Chefs und Belegschaft jetzt am Tag der offenen Tür. Staunen war erlaubt.

Die Hundertschaften von Besuchern taten es beim Rundgang durch die Abteilungen oder beim Gedankenaustausch in der „Werkskantine”. Viele waren „einfach platt”, andere sagten: „Super!” Menschen mit Handikap am Arbeitsplatz. Einem besonderen Arbeitsplatz. Menschen mit Behinderungen stehen ihre(n) Mann (Frau) – mitten in der Gesellschaft, mitten im Leben. Immer bemüht, mit sogenannten Normalitäten Schritt zu halten. Es geht. STS ist der Beweis. Aufgabe: berufliche Rehabilitation chronisch psychisch Kranker. Arbeit ist wichtig für den Einzelnen: Knotenpunkt im Netzwerk des Selbstvertrauens. STS-Leiterin Dagmar Graf (Dipl.-Sozialarbeiterin) ist eine Frau mit jahrelanger Erfahrung: „Arbeit bedeutet Anerkennung und ist somit ein wichtiger Bestandteil erfolgreicher Integration Kranker oder Behinderter in die Gesellschaft.”

Arbeit, wesentlicher Baustein in der Biografie des Menschen – ein Aspekt, den Angelika Fischer-Mattusch, leitende Psychiaterin des Kreis-Gesundheitsamtes, in einem Referat dick unterstrich: „Eine erfolgreiche Betreuung und Versorgung chronisch psychisch Kranker verlangt im Arbeits- und Privatleben nach differenzierten und und verlässlichen Angeboten.” An der Seite des STS deckt der Sozialpsychiatrische Dienst mit Beratungsgesprächen, Hausbesuchen, Vermittlung von praktischen Hilfen, Unterstützung im Umgang mit Behörden, Hilfestellung für Angehörige oder direkte Hilfsangebote in Krisensituationen den außerberuflichen Lebensbereich ab. Um dieser gehandikapten Klientel die Wiedereingliegerung ins Berufsleben zu ermöglichen, wurde der STS unter der Trägerschaft des AWo-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein/Olpe 1993 am Effertsufer eröffnet. Der Förderbedarf ist groß. Dagmar Graf: „Er spiegelt sich in der Zahl der Beschäftigten. Seit 1993 stieg die Zahl der Arbeitsplätze von 34 auf heute 75 an.”

Das Angebot in den einzelnen Abteilungen ist groß. Graf: „Quasi ein Spiegel der Region”. Industrielle Fertigung, Metallverarbeitung, mechanische Verarbeitung, Bürotechnik usw. Im Lot ist alles. Dennoch bewegt sich STS in einem Spannungsfeld. Und Dagmnar Graf sagt warum: „Um sowohl dem Bedarf der einzelnen Beschäftigten als auch den Anforderungen der Auftraggeber gerecht zu werden, muss die Konzeption des STS mit Förderplänen ständig weiterentwickelt werden. Denn: Gute Förderung führt zu guten Resultaten.” Die Zahnwerke laufen hervorragend ineinander: Die AWo-Werkstatt ist nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Nicht nur die Mannschaft, die stolz für die A-Klasse baut, liefert prima Arbeit ab. Die anderen auch. Da steht alles unter einem gutem Stern.

dige

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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