SZ

Klausuren im Corona-Lockdown
Studenten hängen in der Luft

Nicht nur das Audimax ist derzeit leer – im Coronalockdown ist auch an der Uni Siegen Distanz angesagt. Wie die ab Mitte Februar anstehende Klausurphase vonstatten gehen kann, bereitet vielen Betroffenen Sorge.
  • Nicht nur das Audimax ist derzeit leer – im Coronalockdown ist auch an der Uni Siegen Distanz angesagt. Wie die ab Mitte Februar anstehende Klausurphase vonstatten gehen kann, bereitet vielen Betroffenen Sorge.
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js Weidenau. Die Corona-Krise verschont so gut wie niemanden, die tägliche Zeitungslektüre macht es deutlich. „Eine Gruppe, die immens von der Pandemie betroffen ist, fällt allerdings aus dem Raster: die Studenten.“ Das schreibt eine Reihe „verzweifelter Studenten der Universität Siegen“ in einem Brief an die Redaktion. „Wir haben unsere Jobs verloren, die von vielen die einzige Einnahmequelle waren. Pläne für Auslandsaufenthalte, Praktika und dergleichen wurden zerstört. Wir haben seit knapp einem Jahr keine Präsenzlehre mehr erfahren dürfen, was kein Problem wäre, wenn von Seiten der Dozenten ein adäquater Ersatz geschaffen werden würde.“ Das sei aber nicht selbstverständlich.

js Weidenau. Die Corona-Krise verschont so gut wie niemanden, die tägliche Zeitungslektüre macht es deutlich. „Eine Gruppe, die immens von der Pandemie betroffen ist, fällt allerdings aus dem Raster: die Studenten.“ Das schreibt eine Reihe „verzweifelter Studenten der Universität Siegen“ in einem Brief an die Redaktion. „Wir haben unsere Jobs verloren, die von vielen die einzige Einnahmequelle waren. Pläne für Auslandsaufenthalte, Praktika und dergleichen wurden zerstört. Wir haben seit knapp einem Jahr keine Präsenzlehre mehr erfahren dürfen, was kein Problem wäre, wenn von Seiten der Dozenten ein adäquater Ersatz geschaffen werden würde.“ Das sei aber nicht selbstverständlich. Auch beim Thema „Freiversuche“ geht die Uni Siegen einen strengeren Weg als andere Hochschulen (die SZ berichtete) – die Absender des Briefs befürchten dadurch eine Wettbewerbsverzerrung. Von Chancengleichheit mit Absolventen anderer Unis sei dann nicht zu sprechen.

Die eigentliche Sorge sei zurzeit aber eine andere, erklärt Jana (Name geändert), 23 Jahre alt und BWL-Studentin: „Wofür soll es Freiversuche geben, wenn es nicht einmal Klausuren gibt?“ Seit Wochen kläre die Uni nicht darüber auf, wie die kommende Prüfungsphase ab Mitte Februar aussehen werde. „Während anderswo schon seit Beginn der Pandemie Lösungen erarbeitet worden sind, wie die Prüfungen trotz der Situation gewährleistet werden können, werden wir im Dunkeln gelassen.“

Klausuren kurzfristig abgesagt

Sie selbst, so erzählt sie der SZ, lerne schon seit Wochen für Prüfungen, die möglicherweise einen Tag vorher abgesagt würden. „Auch wenn es sich nur um ein Verschieben handelt, sollte wohl jedem klar sein, dass man nicht alle Prüfungen, die geplant waren für dieses und nächstes Semester, im gleichen Umfang und mit derselben guten Note bestehen wird, wenn man auf einmal eine doppelte Klausurphase zu bewältigen hat.“ Studenten, die sowieso nicht viel Wert darauf legten, möglichst schnell und gut einen Abschluss zu erlangen, interessiere dies wohl kaum. „Den Ambitionierten unter uns fällt man mit dieser Handlungsweise aber in den Rücken.“ Es müssten nicht einmal Online-Klausuren sein, aber es stünden doch genügend große Räumlichkeiten leer.

„Wieso kann man es nicht ermöglichen, die große Anzahl an Prüflingen Corona-konform mit Mindestabstand, Maske und Desinfektion eine Prüfung schreiben zu lassen, die über ihr weiteres Leben mitbestimmt?“

Jana fragt sich, wofür sie seit nun zwei Online-Semestern weiterhin den Semesterbeitrag im vollen Umfang zahle. „Ich habe volles Verständnis für alle, die einen Verlust durch Covid-19 erlitten haben, aber es gibt Dinge, die trotz allem durchgeführt werden können und auch müssen. Darunter fällt die Bildung der Jugend meiner Meinung nach an erster Stelle.“

Alternative Prüfungsformate

 Inzwischen hat die Uni alle Studenten und Beschäftigten per Rundschreiben informiert, wie es im Februar weitergehen soll. „Wir sind verpflichtet, unseren Studierenden pandemiekonforme Prüfungen zu ermöglichen“, erklärt Hochschulsprecher André Zeppenfeld. „Deshalb haben wir uns entsprechend vorbereitet – soweit das angesichts der Neuerungen durch die sich verändernde Infektionslage möglich ist.“ Die wichtigsten Punkte für die Prüfungsphase ab dem 15. Februar seien folgende: „Die Hochschulleitung hat allen Prüfern dringend empfohlen, alternative Prüfungsformate ohne Präsenz zu wählen.“ Verschiebungen würden nur in begründeten Ausnahmefällen möglich sein, um Folgeprobleme zu verhindern. „Alternative Formate können beispielsweise Hausarbeiten oder schriftlich formulierte Aufgabenstellungen sein, die zu Hause bearbeitet werden.“

Die Uni wolle so die Anzahl von Prüfungen, die in Präsenz durchgeführt werden, so weit wie möglich reduzieren. Zudem habe sie eine vollständige Raumplanung für Prüfungen in Präsenz erarbeitet, „natürlich inklusive eines entsprechenden Konzepts zum Infektionsschutz“ – dieses umfasse u. a. Sitzplätze mit Abstand, Hygiene-Regeln und digitale Kontakterfassung. „Durch die aufwändige Raumplanung, die Prüfungen auf mehrere Räume verteilt, wird sichergestellt, dass die Prüfungen in Präsenz stattfinden können, sofern dies rechtlich weiter möglich bleibt. Wir müssen jedoch abwarten, welche rechtlichen Regelungen ab dem 15. Februar gelten.“ 

Die endgültige Organisation der Prüfungsphase werde – in Absprache mit den Fakultäten und unter Berücksichtigung des Pandemieverlaufs – vom Rektorat entschieden, wenn die rechtlichen Regelungen klar sind.

Für Jana und ihre Kommilitonen bedeutet dies: weiterbüffeln und abwarten.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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