Studieren auf Vulkanen

Prof. Dr. Páll Valdimarsson von der University of Iceland.  Foto: kk

kk Siegen. Island ist die größte Vulkaninsel der Welt. Die Wärme aus der Natur führt dazu, dass Heizkosten auf der Insel trotz nicht immer wirtlicher Temperaturen extrem niedrig sind. Ein Experte in Sachen Geothermie ist Prof. Dr. Páll Valdimarsson von der University of Iceland in Reykjavik, genauer gesagt von der Schule für Ingenieurwesen und Naturwissenschaften. Gut einen Tag lang war er zu Gast an der Universität Siegen. Er schaute sich die Strukturen vor allem in den Fachbereichen Maschinenbau und Bauingenieurwesen sowie regionale Vorzeigeprojekte in Sachen Geothermie an.

Der Besuch aus Island besitzt eine Vorgeschichte und soll auch ein Nachgeschichte haben. Jochen Eickbusch (Leiter des Akademischen Auslandsamts) und Karola Schmeil (Dezernentin für akademische und studentische Angelegenheiten und Justitiarin) reisten im Auftrag der heimischen Hochschule im September nach Island. Dabei profitierten die Siegener davon, dass Karola Schmeil etliche Jahre auf der Insel gelebt hatte und sich gut auskannte. An der größten Universität des Landes – eben der University of Iceland – waren sie zu Gast und brachten einen Erasmus-Vertrag für den Austausch von Studierenden mit. Zwei Studentinnen oder Studenten aus Island sollen – unabhängig vom Studienfach – nach Siegen kommen können, zwei Siegener Hochschüler im Gegenzug für ein Jahr nach Reykjavik gehen. Dieser recht kleine Anfang soll weiter wachsen. Eickbusch: „Das soll jetzt eine Partnerschaft zwischen den Universitäten werden.“

Den Anfang dieser Kooperation wird wohl der Fachbereich Maschinenbau machen. Aus diesem Grund tut sich Páll Valdimarsson um. Ein Austausch mit Karlsruhe läuft bereits. Der könnte als Vorbild für den mit der Siegener Hochschule dienen. Die Krönchenstadt, so der Isländer, könnte für Studierende seiner Universität interessant sein. Die Größen der Hochschulen seien mit rund 13 000 Studierenden ähnlich, Reykjavik zählt rund 115 000 Einwohner, und auch die praxisorientierte Ausbildung an der Uni Siegen sowie die Struktur der Region mit vielen mittelständischen Unternehmen seien reizvoll: „Ich habe viele Studenten, die sich hier wohlfühlen würden.“

Damit die Studierenden aus der isländischen Hauptstadt auf dem Haardter Berg zu ihrem Master-Studium passende Kurse finden könnten, will Valdimarsson sich ein Bild davon machen, „wie Eure Schule gegliedert ist“. Sein Vorschlag ist, ein Rahmenabkommen zwischen den Universitäten zu schließen und diesen dann durch Anhänge zu konkretisieren.

Angst vor einem Studium im Inselstaat im Nordatlantik müsse niemand haben, versichert der Gast. Die Dozenten seien verpflichtet, Lehrveranstaltungen, an denen Ausländer teilhaben, in Englisch oder aber – wie er selbst das schon mal tue – in Deutsch abzuhalten. Denn: „Isländisch ist zu schwer zu lernen. Das lohnt sich nicht bei einer Sprache, die von so wenigen Menschen gesprochen wird.“Jochen Eickbusch denkt daran, mittelfristig andere Fächer am Austausch teilhaben zu lassen. Zumal auch eine Agraruniversität an einer Zusammenarbeit mit der Uni Siegen interessiert sei.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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