Studierende besetzten den roten Hörsaal erneut

kk Siegen. Freitagabend weg – Montagmorgen wieder da: Diese Kurzbeschreibung könnte auf die bildungsstreikenden Studierenden der Uni Siegen zutreffen. Gemäß Vereinbarung mit dem Rektor (die SZ berichtete) räumten sie am Freitagabend erneut freiwillig den besetzten roten Hörsaal. „Das bringt übers Wochenende eh nichts“, war gestern Nachmittag zu vernehmen. „Wir haben aber gesagt, wir besetzen den Saal, bis sich etwas tut“, so Pressebeauftragter Nikolaj Jenter. Also waren die jungen Leute am Montagmorgen im Hörsaal wieder präsent mit Sofa, Plakaten und Veranstaltungen.

Wie genau es nun weitergeht, wissen die Studierenden jedoch noch nicht. Denn: Rektor und Kanzler waren gestern vor Ort um klarzumachen, dass der rote Hörsaal benötigt wird. Nun, so Jenter, werde über eine alternative „feste“ Räumlichkeit verhandelt. Eine für heute Abend im roten Hörsaal vorgesehene Theateraufführung sei noch genehmigt. „So oder so“ gehe der Bildungsstreik heute weiter, brachte ein anderer Student seine Einstellung auf den Punkt.

Fertiggestellt haben die Studierenden – wie vom Rektor eingefordert – ein Papier zu Eckpunkten einer Studienstrukturreform. Jenter: „Die Studierenden müssen mehr Einfluss auf Entscheidungsprozesse haben.“ In den Gremien seien sie eindeutig unterrepräsentiert. Die Studierenden setzen sich weiter ein für

die Abschaffung der Studiengebühren

die Reformierung der BA- und MA-Studiengänge.Zudem wurden die Schwachstellen des jetzigen Systems aufgezeigt und Verbesserungsvorschläge gemacht. Kritikpunkte sind die inhaltliche Überfrachtung der Studiengänge, die starke Reglementierung des Aufbaus, die immense Prüfungsbelastung, bürokratische Hürden bei der Anerkennung an anderen Unis erworbener Scheine sowie das frühe Online-Anmeldeverfahren für Veranstaltungen mit Leistungsnachweis. Die Studiengänge sollten vielmehr entzerrt, die Inhalte an den Zeitrahmen angepasst werden oder umgekehrt. Es sollte noch Vorstellung der Studierenden weniger Prüfungen geben, möglicherweise nach ganzen Themenbereichen. Die Wahlfreiheit im Studium müsse ausgeweitet werden, um selbstständiges Lernen und individuelle Schwerpunkte zu ermöglichen. Die Sinnhaftigkeit der Module sollte überprüft, das Kreditpunktesystem überarbeitet werden (die Bewertungen seien unrealistisch niedrig angesetzt). Man sollte auch bestandene Prüfungen freiwillig wiederholen dürfen, um sich zu verbessern. Weitere Vorstellungen: die Anwesenheitspflicht abschaffen, leichtere Anerkennbarkeit von Scheinen, freier Master-Zugang für alle BA-Absolventen, Anmeldeverfahren verringern und Fristen verlängern, leichtere Anerkennung von Praxis-Erfahrung sowie ein alternatives Prüfungskonzept beispielsweise mit Take-away-Klausuren, die daheim bearbeitet werden könnten.Die Vorstellungen der Studierenden sollten gestern noch der Hochschulverwaltung zugestellt werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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