5G-Entscheidung: Brandbrief gen Berlin
Südwestfalen ausgeklammert

Südwestfalen wird beim Thema 5G vorerst nicht berücksichtigt.

sz Siegen/Olpe/Berlin. Die heimischen Spitzen aus Politik und Wirtschaft in Südwestfalen kritisieren die Entscheidung des Bundes, Südwestfalen beim Thema 5G vorerst nicht zu berücksichtigen. In einem Schreiben an Andreas Scheuer, den Bundesminister für digitale Infrastruktur, machen sie deutlich, wie wichtig die 5G-Mobilfunk-Technologie für die Wirtschaft und die Region insgesamt ist.  Im Januar hatte das Bundesministerium die Region  beim 5G-Innovations-Wettbewerb nicht berücksichtigt. Inzwischen liegt die offizielle Begründung vor. Darin heißt es u. a., das Projektgebiet sei zu groß für eine realistische Umsetzung  und die Anwendungsbereiche zu breit gefächert.

Die Kreise aus Südwestfalen, die Spitzen der Arbeitgeberverbände, Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern der Region sehen das völlig anders. Immerhin arbeite Südwestfalen seit Jahren in der Zukunftsgestaltung kreisübergreifend erfolgreich zusammen. Bei der sogenannten Iserlohner Runde, zu der die Südwestfalen Agentur regelmäßig einlädt, entschieden sie sich für eine gemeinsame Reaktion.

5G als "Motor" für Innovation 

"Wir haben ein deutliches Signal nach Berlin gesendet. Südwestfalen ist ein Rückgrat der deutschen Industrie. Gerade für die Wirtschaft ist im weltweiten Wettbewerb eine moderne Daten- und Technologie-Umgebung unabdingbar, wenn sie ihre Potenziale weiter nutzen und aufrechterhalten will", sagte Dr. Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises und aktuell Aufsichtsratsvorsitzender der Südwestfalen Agentur. Dem Schreiben an Minister Scheuer fügten die Unterzeichner die "Iserlohner Erklärung" bei. In diesem Schrieben zeigt die Region die  Zusammenarbeit in Südwestfalen auf und bietet Fördergebern ihre Unterstützung an.  

Projekte für neuen Wettbewerb gesucht

Südwestfalen plant bereits die Teilnahme an der nächsten Runde des Förderwettbewerbs des NRW-Wirtschaftsministeriums. Mit bis zu 90 Mill. Euro fördert das Land in den kommenden Jahren 5G-Projekte aus unterschiedlichen Themenfeldern. Im Auftrag des Hochsauerlandkreises sucht die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen (TKG)  nach Ideen für  neue Anwendungen und geeignete Pilotprojekte für eine Bewerbung. Die TKG bietet an, die Förderanträge auf den Weg zu bringen. Ziel ist, schnell konkrete Projekte umzusetzen und so gute Beispiele aufzuzeigen. Stefan Glusa, Geschäftsführer der TKG: "Dies kann beispielsweise ein Campus-Netz für Industrie 4.0 in einem mittelständischen Unternehmen, oder die Einrichtung eines Reallabors für den Einsatz von 5G in der Land- und Forstwirtschaft sein."

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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