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Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein
Synoden beraten über Machbarkeitsstudie zur Fusion

Die Synode fand diesmal aus Corona-Gründen in der Siegerlandhalle statt.
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ihm Siegen/Bad Berleburg. Das war kein Selbstläufer. Die 32-seitige Machbarkeitsstudie zur Fusion der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein stieß in den beiden Synoden, die parallel über das Papier berieten, nicht nur auf Begeisterung. Am Ende gab es zwar in beiden Kirchenparlamenten eine deutliche Mehrheit dafür, die Studie nun in den Gemeinden und Gremien zu diskutieren, aber die kritischen Stimmen waren durchaus vernehmlich.In geheimer Abstimmung votierten 76 Synodale in Siegen für das Einleiten des Stellungnahmeverfahrens zur Fusion, zwölf waren dagegen, sieben enthielten sich. Im Bad Berleburger Bürgerhaus erhielt der gleichlautende Beschlussvorschlag für den Start ins Stellungnahmeverfahren 35 Ja- und fünf Nein-Stimmen bei sechs Enthaltungen.

ihm Siegen/Bad Berleburg. Das war kein Selbstläufer. Die 32-seitige Machbarkeitsstudie zur Fusion der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein stieß in den beiden Synoden, die parallel über das Papier berieten, nicht nur auf Begeisterung. Am Ende gab es zwar in beiden Kirchenparlamenten eine deutliche Mehrheit dafür, die Studie nun in den Gemeinden und Gremien zu diskutieren, aber die kritischen Stimmen waren durchaus vernehmlich.In geheimer Abstimmung votierten 76 Synodale in Siegen für das Einleiten des Stellungnahmeverfahrens zur Fusion, zwölf waren dagegen, sieben enthielten sich. Im Bad Berleburger Bürgerhaus erhielt der gleichlautende Beschlussvorschlag für den Start ins Stellungnahmeverfahren 35 Ja- und fünf Nein-Stimmen bei sechs Enthaltungen.

Entscheidung muss nicht einstimmig sein

Der endgültige Entscheid pro Fusion, geplant für Juni 2021, muss in den Synoden nicht einstimmig fallen. Gegenstimmen bringen das Verfahren nicht zu Fall.Nun haben die Presbyterien in den Gemeinden das Wort. Hier spielt die Einstimmigkeit allerdings tatsächlich eine Rolle. Falls auch nur eine Kirchengemeinde die Fusion ablehnt, wird die Landessynode die Entscheidung treffen. Der Kirchenkreis Wittgenstein ist mit seinen 31 000 Gemeindegliedern der kleinste Kirchenkreis in Westfalen, Siegen kommt auf 112 000. Beide zusammen würden ein Schwergewicht in Westfalen bilden: Nach Dortmund wäre der fusionierte Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein der zweitgrößte der westfälischen Landeskirche.

Wiederwahl und Neuwahl

Mit einem erfahrenen Chef und einer frisch ins Amt gewählten Chefin machen sich die beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein auf den Weg in eine mögliche Fusion. Nun wählten beide Synoden ihre Spitzen neu. In Siegen wurde Superintendent Peter-Thomas Stuberg im Amt bestätigt, in Bad Berleburg löst Simone Conrad den bisherigen Superintendenten Stefan Berk ab, der sich nicht mehr zur Wahl stellte.

Stuberg ohne Gegenkandidat

Für den 61-jährigen Peter-Thomas Stuberg votierten 87 Prozent der Synodalen (87 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen, sechs Enthaltungen). Der aus Schalksmühle stammende Amtsinhaber, der vor acht Jahren als Superintendent ins Siegerland kam, hatte keinen Gegenkandidaten. Dennoch hielt er eine kurze Bewerbungsrede, in der er auch emotional wurde: „Dieser Kirchenkreis ist in den vergangenen acht Jahren zu meinem Kirchenkreis geworden.“ Er sei „vielgestaltig, wirkungsvoll und attraktiv“.Stuberg erinnerte an die großen Erlebnisse der vergangenen Jahre: den Kreiskirchentag 2017 und den deutschen Kirchentag in Dortmund 2019, bei dem sich die Siegerländer mit einem großen und bunten Stand bundesweit ins Gespräch gebracht hatten.
Nun veränderten sich die Rahmenbedingungen. Man werde kleiner, auch wenn der Kirchenkreis mit 112 000 Gemeindegliedern noch zu den großen in Westfalen gehöre. Stets aber müsse man über Zahlen hinaus nach dem Herrn fragen. „Leiten heißt, wahrnehmen, was ist, und suchen, wie Gott darin wirkt.“ In den Regionen wolle man enger und nachbarschaftlich untergehakt zusammenarbeiten. Die Devise des alten und neuen Chefs: „Fröhlich und überzeugt einladen zum Glauben, auch mit weniger Geld und weniger Hauptamtlichen.“ Stuberg wird keine volle Amtszeit von acht Jahren mehr absolvieren, sondern in vier Jahren in den Ruhestand treten, wie er ankündigte.

Frau an der Spitze

In Bad Berleburg wählte die Kreissynode die Birkelbacher Pfarrerin Simone Conrad zur neuen Superintendentin. Sie hatte keinen Mitbewerber, von 46 abgegebenen Stimmen erhielt sie 40 mal ein Ja bei sechs Enthaltungen. „Wir hätten sicherlich gerne zwei Bewerber gehabt“, gab Monika Benfer vom Nominierungsausschuss des Wittgensteiner Kirchenkreises offen zu.Simone Conrad hatte sich acht Tage zuvor auf dem Synodalabend in Erndtebrück ausgiebig vorgestellt, beim straffen Zeitplan der Synode unter Corona-Einschränkungen verzichtete sie auch auf eine längere Rede zum Antritt ihres neuen Amtes. Natürlich sei dies eine große Aufgabe, den Kirchenkreis zu leiten – besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Überlegungen über ein Zusammengehen mit dem Siegener Nachbarkirchenkreis. Sie wolle das Vertrauen, das ihr die Synodalen geschenkt haben, auf jeden Fall mit ihrer Arbeit rechtfertigen.
Neu besetzt wurden aber auch die Stellvertreterposten der Superintendentin. Als neuer Assessor und Nachfolger von Dieter Kuhli wurde Pfarrer Peter Liedtke (Kirchengemeinde Dorlar-Eslohe) gewählt mit 35 Ja-Stimmen und elf Enthaltungen. Zu dessen Stellvertreterin wählten die Synodalen anschließend Pfarrerin Kerstin Grünert (Kirchengemeinde Erndtebrück) mit 42 Ja-Stimmen und vier Enthaltungen.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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