SZ-Plus

Mental gesund durch die Krise
Tagesstruktur das A und O

Prof. Dr. Tim Klucken ist psychologischer Psychotherapeut und leitet an der Universität Siegen den Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Fakultät II.
  • Prof. Dr. Tim Klucken ist psychologischer Psychotherapeut und leitet an der Universität Siegen den Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Fakultät II.
  • Foto: Foto: privat
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

sabe Siegen. Prof. Dr. Tim Klucken ist psychologischer Psychotherapeut und leitet an der Universität Siegen den Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Fakultät II. Die SZ hat mit ihm darüber gesprochen, wie man mental gesund durch die Krise kommt. 

Herr Klucken, der Corona-Winter kann hart werden. Zu sozialer Isolation und Existenzangst kommen Dunkelheit und Kälte dazu. Wie kommt man mental gesund durch die Krise?Erst einmal braucht es die Anerkennung, dass gerade eine schwierige Zeit ist. Das ist ganz wichtig. Auch bei solchen Tipps zur Krisenbewältigung. Das Ganze einfach abtun, beschönigen, dies wird dem nicht gerecht. Das vielleicht einmal vorneweg. Dann sind aus meiner Sicht zwei Sachen besonders wichtig.

sabe Siegen. Prof. Dr. Tim Klucken ist psychologischer Psychotherapeut und leitet an der Universität Siegen den Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Fakultät II. Die SZ hat mit ihm darüber gesprochen, wie man mental gesund durch die Krise kommt. 

  • Herr Klucken, der Corona-Winter kann hart werden. Zu sozialer Isolation und Existenzangst kommen Dunkelheit und Kälte dazu. Wie kommt man mental gesund durch die Krise?

Erst einmal braucht es die Anerkennung, dass gerade eine schwierige Zeit ist. Das ist ganz wichtig. Auch bei solchen Tipps zur Krisenbewältigung. Das Ganze einfach abtun, beschönigen, dies wird dem nicht gerecht. Das vielleicht einmal vorneweg. Dann sind aus meiner Sicht zwei Sachen besonders wichtig. Zum einen, dass man sich, trotz Quarantäne, Kurzarbeit oder Homeoffice, eine geregelte Tagesstruktur aufrechterhält. Das weiß man aus Studien. Je mehr ein bestimmter Ablauf beibehalten wird, umso eher schafft man es, nicht in ein Tief zu rutschen.

  • Das heißt konkret?

Dass man sich einen Tagesplan macht. Für sich, für seine Kinder. Beispielsweise: Morgens 9 bis 11 Uhr den Kindern bei den Hausaufgaben helfen, danach einkaufen – und so weiter. Dabei auch freie Zeit für sich selbst einplanen. Viele denken ja beim Stichwort ,Für-Sich-Selbst-Zeit-Nehmen’, das müssten jetzt zwei Stunden sein. Doch das ist vielleicht heutzutage oftmals nicht möglich. Manchmal reichen wirklich bewusst genommene zwanzig Minuten. 

  • Und die zweite Sache?

Positive Aktivitäten durchführen. Das muss jetzt kein Bungee-Jumping sein. Oder etwas völlig Verrücktes, was in der jetzigen Zeit sowieso nicht geht. Das können auch kleine Sachen sein. Darum geht es. Wofür ist man vielleicht dankbar, was hat den Tag ein bisschen besser gemacht? Und das anschließend aufschreiben. Jeden Tag drei positive Dinge, die man dadurch dann noch einmal vor dem geistigen Auge hat.

  • Was mache ich, wenn mir „die Chance in der Krise suchen“, „raus in die Natur“ und „den Blick auf die Zukunft richten“ nicht hilft, Emotionen wie Ängste und Stress in den Griff zu bekommen?

Wenn man sich extrem überfordert fühlt, längerfristig depressive Gedanken oder starke Ängste hat, wochenlang schlaflos im Bett liegt, weil man eben nicht mehr weiter weiß, wie das alles noch zu regeln ist, dann sollte man versuchen, sich maximale Unterstützung zu holen. Da muss ich sagen, sind wir in Deutschland im weltweiten Vergleich wirklich gut aufgestellt mit unseren psychischen Versorgungsstrukturen.

  • Lange Wartezeiten sind immer wieder ein Thema.

Ja. Die haben wir zum Teil. Es gibt aber ja dazu auch viele exzellente Beratungsstellen, die einem helfen können. Auch teilweise extra auf den Corona-Blues ausgerichtet. Es muss nicht immer der Gang zum Therapeuten sein, der einem hilft, er kann es aber natürlich.

Im folgenden Artikel beschreibt eine Betroffene, wie sie sich im Corona-Winter fühlt - und was ihr hilft, um das Licht am Ende des Tunnels nicht aus den Augen zu verlieren.

Eine Betroffene im Gespräch mit der SZ
Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen