„Tante Emma” heißt heute „CRM”

Kundenpflege ein Hauptthema in der Betriebswirtschaft – Referat eines SAP-Mitarbeiters

Siegen. Customer Relationship – zu deutsch Kundenpflege – ist ein brandaktuelles Schlagwort in der Betriebswirtschaft. Die Erkenntnis, dass sich Unternehmen immer mehr und immer gezielter um die Belange ihrer Kunden kümmern sollten und müssen, verbreitet sich rasch. Die Anbieterorientierung weicht langsam aber stetig der Kundenorientierung. Eine Tendenz, mit der sich auch der Nachwuchs für die Wirtschaft zunehmend auseinandersetzen muss, will er den Ansprüchen der künftigen Arbeitgeber gerecht werden können.

Junge Menschen gezielt aufs Berufsleben und auf aktuelle Tendenzen in der Wirtschafts- und Arbeitswelt vorzubereiten, ist eine Aufgabe der Universitäten. Dies geschieht neben dem Semesterprogramm auch mittels Gastvorträgen. Einer davon stand nun zum Thema „Customer Relationship Management mit mySAP CRM” an.

Eigentlich hätte das Interesse der Studierenden gleich mehrfach geweckt werden müssen. Zum einen wurde als Referent ein vormaliger Absolvent der Universität Siegen gewonnen, der schon etliche Stufen der Karriereleiter erklommen hat. Dipl.-Wirt.-Ing. Jörg Barten hat sein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens im Jahr 1993 auf dem Haardter Berg abgeschlossen. In seiner Diplomarbeit setzte er sich mit der Optimierung der Heizkörperfertigung für die Neunkirchener Firma Schäfer auseinander.

Zum anderen zählt sein Arbeitgeber zu den weltweit größten Software-Produzenten, hat einen wohlklingenden und vor allem erfolgsverbundenen Namen: SAP – Systeme, Anwendungen, Produkte (in der Datenverarbeitung). Die SAP CRM Consulting mit Sitz in Mannheim, bei der Barten als Consulting Director tätig ist, ist eine SAP-Tochterfirma, deren Metier die Beratung ist. Es geht darum, Firmen für die auf das Customer Relationship Management (CRM) zugeschnittene SAP-Software zu gewinnen und zu beraten.

Jörg Barten fand nicht allein auf Einladung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften und besonders von Prof. Dr. Manfred Grauer den Weg nach Siegen. Mitgebracht hatte er die Personalchefin der SAP-Beratungsfirma, Caroline Sandbichler. Soviel Aktualität und Attraktivität – so mag es zumindest scheinen. Die Studierenden lockte jedoch weder das Top-Thema noch die Top-Firma noch Consulting-Direktor oder Personalchefin in den Seminarraum. Die Veranstaltung fand nahezu unter ungewolltem Ausschluss der eigentlich interessiert sein sollenden Studierenden statt. Prof. Grauer: „Beim nächsten Mal lege ich einen solchen Vortrag einfach in meine Vorlesung.” Mancher muss offenbar zu seinem Wissen gezwungen werden.

Kundenpflege – Tante Emma wusste noch, wie das geht. Sie kannte ihre Kunden, ihre Vorlieben und Abneigungen. Sie war bemüht, auch kleine (manchmal vom Kunden noch nicht einmal selbst erkannte) Wünsche zu erkennen, zu erfüllen und ab und an eben auch zu wecken. Im überschaubaren Ein-Mann-Betrieb war und ist das möglich.

Die Koordination in mittleren und großen Unternehmen fällt indes vielfach komplexer aus. Zumal, wenn der Handel übers Internet läuft. Unterschiedliche Abteilungen kommunizieren mit einem Kunden. Überlappungen sind möglich und oftmals sogar wahrscheinlich. Die nötige Software kann (ab)helfen. Eine davon ist eben „mySAP CRM”. Die Vision des Beratungsunternehmens, so Barten, sei es, „Unternehmen, deren Mitarbeitern, Kunden und Partnern zu helfen, in der Internetwirtschaft Erfolg zu haben”. Das Arbeits- und Aufgabenfeld sei weit und eben zukunftsträchtig: „Wir bewegen uns in die Internetwirtschaft, sind dort aber noch lange nicht angekommen.”

Die Resonanz der Studierenden war enttäuschend. Bei diesem Vortrag, wie auch bei der wenige Woche zuvor stattgefundenen Verbundtagung Wirtschaftsinformatik. Die zeigte – ebenso wie der Vortrag der SAP CRM Consulting-Vertreter – positive Nachfolgewirkungen. So kam es im Anschluss an die Tagung und die damit einher gegangene Präsenz verschiedenster Unternehmen an der Hochschule noch zu mehreren Arbeits- und Praktikaverträgen. Zwar befinden sich die angehenden Wirtschaftsinformatiker der Uni Siegen noch mitten in ihrem Studium, Absolventen, die – wenn auch nicht im Hauptstudium – mit der Wirtschaftsinformatik befasst waren, trafen auf reges Interesse bei den Firmen. Mit dem Weltunternehmen SAP wird ein Marktplatz „Unipraxis” aufgebaut. Das Unternehmen erhält die Gelegenheit sich vorzustellen; Studierende können sich über SAP kundig machen.

kk

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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