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Mitten in der Pandemie
Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie

Anpfiff zur ersten Runde der Tarifverhandlungen.

ch/sz/dpa Siegen/Neuss. Die Gespräche fallen in eine schwierige Zeit: Für die immerhin rund 700 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen – davon etwa 10 000 allein im Kreis Siegen-Wittgenstein – starteten gestern die Tarifverhandlungen. Ein Anpfiff zur ersten Runde, die Verhandlungsdelegationen von IG Metall und Arbeitgebern trafen sich Corona-bedingt nur in kleiner Runde in Neuss.
4 Prozent mehr GeldDie Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Kernindustrien wie Auto und Maschinenbau immerhin 4 Prozent mehr Geld – entweder klassisch in Form von Lohnerhöhungen oder als zumindest teilweisen Ausgleich für Arbeitszeitreduzierungen in Betrieben, denen die Krise schwer zu schaffen macht.

ch/sz/dpa Siegen/Neuss. Die Gespräche fallen in eine schwierige Zeit: Für die immerhin rund 700 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen – davon etwa 10 000 allein im Kreis Siegen-Wittgenstein – starteten gestern die Tarifverhandlungen. Ein Anpfiff zur ersten Runde, die Verhandlungsdelegationen von IG Metall und Arbeitgebern trafen sich Corona-bedingt nur in kleiner Runde in Neuss.

4 Prozent mehr Geld

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Kernindustrien wie Auto und Maschinenbau immerhin 4 Prozent mehr Geld – entweder klassisch in Form von Lohnerhöhungen oder als zumindest teilweisen Ausgleich für Arbeitszeitreduzierungen in Betrieben, denen die Krise schwer zu schaffen macht. Die Arbeitgeber zwischen Sieg, Ruhr und Rhein lehnen diese Forderung entschieden ab.

Vier-Tage-Woche

Aus Sicht des ersten Bevollmächtigten der IG Metall Siegen, Andree Jorgella, sei die Vier-Tage-Woche mit 32 Stunden ein Instrument der Arbeitszeitverkürzung, „das für die Zukunft geeignet ist, weil es auf freiwilliger Basis die Betriebsfähigkeit der Unternehmen erhöht und ihnen maximale Flexibilität ermöglicht. Ich denke da an unsere schwächelnden Röhrenhersteller!“ Der Hintergrund: Wenn Betriebe nicht genug Arbeit haben und Kurzarbeit nicht mehr möglich ist, können Betriebsrat und Arbeitgeber die Arbeitszeit vorübergehend absenken.In der Metallindustrie auf bis zu 29 Stunden in der Woche, um Entlassungen zu vermeiden. So lange die Arbeitnehmer kürzer arbeiten, sind sie so vor Kündigungen geschützt.

Zeiten mit weniger Arbeit überbrücken

Nun ist die Idee, Zeiten mit weniger Arbeit überbrücken zu können, ohne Beschäftigte zu entlassen. „Da müssen wir ran“, so der Gewerkschaftler, der zudem auf eine Zukunftsvereinbarung in Sachen Digitalisierung drängt, „damit Chefs wie Mitarbeiter den Transformationsprozess in den Betrieben gemeinsam hinbekommen!“

Mehr Lohn in Krisenzeiten unangemessen

„Da müssen wir überhaupt nicht ran“, entgegnete die Arbeitgeberseite in Person von Dr. Thorsten Doublet, Geschäftsführer des Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen. Die geforderte Arbeitszeitverkürzung lehnt er ab. „Wenn die Arbeitszeit gesenkt wird, kann man auch nur für die geleistete Arbeit zahlen. Mehr Lohn für weniger Arbeit ist in diesen wirtschaftlichen Krisenzeiten absolut unangemessen.“ Und: Als „nicht verkraftbar für die Betriebe und unrealistisch in Zeiten der größten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ kritisiert Doublet zum Auftakt der Verhandlungen die Forderung der IG Metall. „Eine Lohnsteigerung mit diesem Volumen geht über die Belastungsgrenze hinaus“.

Kampf um jeden Arbeitsplatz

Die Unternehmen in Siegen-Wittgenstein täten derzeit alles, um ihre Beschäftigten trotz der massiven Einbrüche bei Aufträgen, Produktion und Umsatz in den vergangenen Monaten an Bord zu halten. „Sie kämpfen gerade um jeden Arbeitsplatz. Daher muss es nun darum gehen, als Tarifparteien Lösungen zu finden, damit die Arbeitskosten nicht steigen und die Betriebe nicht weiter belastet werden. Da müssen auch die Gewerkschaften einen Beitrag leisten“, fordert wiederum Dr. Doublet.

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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