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Wegen Corona: Gastro-Minijobber helfen in Unternehmen aus
Tastatur statt Tablett

Die Idee: Minijobber, die normalerweise in der Gastronomie arbeiten, helfen in Unternehmen aus und geben beispielsweise Daten ein.
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ihm Siegen. „Net schwätzen, machen!“ Das ist der kürzeste Nenner für ein Projekt, mit dem zwei Unternehmer an die Öffentlichkeit gehen. Sebastian und Matthias Klietsch (Ingenieurgemeinschaft Klietsch GmbH) und Hüseyin Fidan (Casa’s Pizza) haben nicht nur die Freude an leckerem Essen gemeinsam, sondern man hilft sich neuerdings auch mit Personal aus. Eine Idee, die in der Corona-Krise entstand und sich zu einer Win-win-Situation entwickelt.
Normales Jahr für Firma KlietschDie Geschäfte der Firma Klietsch, die weltweit Konstruktionslösungen für den Stahl-, Anlagen- und Maschinenbau entwickelt, sind durch Corona nicht eingebrochen, berichtete Sebastian Klietsch in einer Videokonferenz.

ihm Siegen. „Net schwätzen, machen!“ Das ist der kürzeste Nenner für ein Projekt, mit dem zwei Unternehmer an die Öffentlichkeit gehen. Sebastian und Matthias Klietsch (Ingenieurgemeinschaft Klietsch GmbH) und Hüseyin Fidan (Casa’s Pizza) haben nicht nur die Freude an leckerem Essen gemeinsam, sondern man hilft sich neuerdings auch mit Personal aus. Eine Idee, die in der Corona-Krise entstand und sich zu einer Win-win-Situation entwickelt.

Normales Jahr für Firma Klietsch

Die Geschäfte der Firma Klietsch, die weltweit Konstruktionslösungen für den Stahl-, Anlagen- und Maschinenbau entwickelt, sind durch Corona nicht eingebrochen, berichtete Sebastian Klietsch in einer Videokonferenz. Die Delle beim ersten Lockdown habe sich rasch wieder ausgeglichen: „Wir werden vermutlich ein normales Jahr haben.“Dennoch ist 2020 ein besonderes Jahr. Durch den Corona-Schock hat Klietsch – wie viele andere Unternehmen – manches auf den Prüfstand gestellt und interne Prozesse überdacht. „Wir sind nun dabei, einen Adressenpool für potenzielle Kundschaft auf die Beine zu stellen.“ Normalerweise, so Matthias Klietsch, kaufe man so etwas ein.

Gastronomen erleben heftige Einbrüche

Aber die Firma ging einen anderen Weg. Dieser Weg kreuzte sich mit dem Gastronomen Hüseyin Fidan, dessen Geschäfte durch die Pandemie schlagartig zum Erliegen gekommen waren. Die festen Mitarbeiter in Kurzarbeit, aber die Minijobber? Sie stehen einfach vor der Tür, Studenten können ihre Miete nicht mehr bezahlen, Alternativjobs gibt es nicht.

Daten eingeben statt Kellnern

Oder doch. Fidan und Klietsch schlossen sich kurz. Ergebnis: Drei junge Männer, die zuvor bei Casa’s Pizza jobbten, sind nun damit beschäftigt, bei Klietsch Daten einzugeben. Das klappt im Homeoffice. Und bringt Geld in die Haushaltskasse der Minijobber.
Die beiden Unternehmer sind so begeistert von ihrer Idee, dass sie andere damit anstecken wollen. Wo Gastwirte, Hoteliers und Eventbranche ihre Minijobber auf die Straße schicken mussten, könnten Firmen, denen es unter Corona nicht schlecht – und vielleicht sogar besser als zuvor – geht, diese Kräfte anheuern. Nicht auf Dauer, sagt Hüseyin Fidan. „Das ist was für den Übergang, für zwei, drei Monate.“

"Gentleman's Agreement"

Viele seiner Kollegen hätten die Befürchtung, dass die Servicekräfte dann auf Dauer verschwunden seien: „Das sehe ich gar nicht. Wer in der Gastronomie arbeitet, will nicht auf Dauer am Computer Daten eintippen. Ganz abgesehen vom Trinkgeld!“ Aber für den Übergang sei ein Aushilfsjob anderswo Gold wert, weil die Minijobber bei staatlichen Überbrückungshilfen durchs Raster fielen. Fidan: „Das sehe ich als Gentleman’s Agreement.“
„Eine tolle Sache“, fand auch Siegens Bürgermeister Steffen Mues bei der Vorstellung des Projekts. Sabine Bechheim von der IHK sagte ebenfalls Unterstützung zu. Interessenten können bei der Kammer Kontakte erfragen.

Kontakt zum Wirt suchen

Aber letztlich lebt die Idee von direktem Kontakt und wenig Bürokratie. Wer in seiner Firma kurzfristigen Bedarf an Arbeitskräften hat, kann den Wirt einfach anrufen, in dessen Restaurant er sonst selbst gern schlemmt. Und dann sprechen zwei Menschen darüber, was eine Servicekraft vielleicht sonst noch alles kann.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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