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Bürger beteiligten sich rege an Umfrage
Tausende Vorschläge für besseren ÖPNV

Eine bessere Verknüpfung zwischen Bus und Bahn – hier der Blick auf den ZOB in Bad Berleburg, der direkt am Bahnhof liegt – wünschen sich viele Bürger. Die Fahrzeiten sollten aufeinander abgestimmt sein.
  • Eine bessere Verknüpfung zwischen Bus und Bahn – hier der Blick auf den ZOB in Bad Berleburg, der direkt am Bahnhof liegt – wünschen sich viele Bürger. Die Fahrzeiten sollten aufeinander abgestimmt sein.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

ihm Siegen. Mehr als 1000 Einsendungen mit 3000 bis 5000 Einzelhinweisen (die Schätzungen von Landrat Andreas Müller und seinem Sprecher Torsten Manges differierten in diesem Punkt leicht) sind bei der Umfrage zum öffentlichen Personennahverkehr in Siegen-Wittgenstein im Kreishaus eingegangen.

Die Befragung sollte Aufschluss darüber geben, wie der Nahverkehrsplan, der Mitte 2018 in Kraft getreten ist und umfangreiche Veränderungen gebracht hat, in der Bevölkerung beurteilt wird. Dass die Umfrage just zu dem Zeitpunkt startete, als die Probleme im Busverkehr eskalierten, sei eigentlich Zufall gewesen, stellte Andreas Müller klar.

ihm Siegen. Mehr als 1000 Einsendungen mit 3000 bis 5000 Einzelhinweisen (die Schätzungen von Landrat Andreas Müller und seinem Sprecher Torsten Manges differierten in diesem Punkt leicht) sind bei der Umfrage zum öffentlichen Personennahverkehr in Siegen-Wittgenstein im Kreishaus eingegangen.

Die Befragung sollte Aufschluss darüber geben, wie der Nahverkehrsplan, der Mitte 2018 in Kraft getreten ist und umfangreiche Veränderungen gebracht hat, in der Bevölkerung beurteilt wird. Dass die Umfrage just zu dem Zeitpunkt startete, als die Probleme im Busverkehr eskalierten, sei eigentlich Zufall gewesen, stellte Andreas Müller klar.
 
Nach Auswertung und Rückkopplung mit dem Zweckverband Pesonennahverkehr und den Verkehrsbetrieben Westfalen-Süd stellte der Landrat nun die Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Maßnahmen vor.

Es gab auch Lob

Zunächst das Positive: Es seien überraschend viele zustimmende Äußerungen gekommen – Lob für die Verbindungen R 17 und R 40 zum Beispiel, aber auch Dank an die Busfahrer und die beruhigende Äußerung: „So schlimm, wie immer wieder dargestellt, ist es nun auch nicht.“

Naturgemäß überwogen aber die kritischen Hinweise und Anregungen, etwas zu verändern. Neun Themenblöcke hat das Auswertungsteam im Kreishaus identifiziert:

• Busse, die auf der gleichen Strecke kurz hintereinander fahren, während dann wieder große Lücken im Takt bestehen,

• schnellere und dichtere Verbindungen,

• zusätzliche Verbindungen,

• bessere Verknüpfung von Bussen und Zügen,

• bessere Verknüpfung der Buslinien untereinander,

• mehr Busse in Randzeiten,

• mehr Busse am Wochenende, vor allem samstags,

• Taktverdichtungen in Siegen,

• Taxibusse.

Nicht alle Wünsche könne man berücksichtigen, nahm der Landrat allzu hohen Erwartungen des Wind aus den Segeln. Drehe man im ÖPNV an einer Stellschraube, habe das sogleich Auswirkungen auf etliche andere Linien und Verbindungen. Der Nahverkehr sei wie ein Puzzle, in dem ein Teil ins andere passen müsse.

Im Januar ändert sich schon etwas

Dennoch werden zwei Anregungen bereits zum 7. Januar 2020 umgesetzt, kündigte Müller an. Das betrifft die Linie R 27, die eigentlich als Schnellbus konzipiert ist und über die HTS fährt. In Dreis-Tiefenbach aber macht sie einen Schlenker über die Alte Burg. Das sei von vielen Einsendern kritisiert worden. „Künftig wird sie wieder auf ihrer alten Route fahren“, versprach der Landrat.

Zweite Sofortmaßnahme: Die R 10 soll ab 7. Januar wieder die direkte Verbindung zwischen Siegen und Kreuztal sichern, ohne dass in Geisweid der Linienverlauf gekappt wird, wie es im sogenannten Baustellenfahrplan festgelegt war. Der Landrat versprach einen 15-Minuten-Takt. Grund für den besseren Service: Man habe einige zusätzliche Fahrer gewinnen können, sodass sich die Personalmisere wenigstens zum Teil entschärfen werde.

Zu den Fahrplanwechseln nach den Osterferien und nach den Sommerferien stellte der Landrat weitere Verbesserungen in Aussicht. Dazu gehören folgende Maßnahmen:

• R 10/C 111/C 130: Zwischen Siegen und Weidenau soll es zu einer Entzerrung und gleichmäßigeren Taktung kommen, sodass im Schnitt alle fünf bis sieben Minuten ein Bus fährt.

• C 100: Sechs Busse pro Stunde fahren Richtung Eiserfeld, auch diese sollen gleichmäßiger verteilt werden.

• R 12/R 13: Der Schlenker der R 12 von Niederdielfen nach Flammersbach soll entfallen, die R 12 kann den direkten Weg nach Wilnsdorf nehmen. Stattdessen wird die R 13 Flammersbach bedienen.

• SB 4: Der Schnellbus bekommt durch eine Taktverschiebung von 20 Minuten in Wilnsdorf den Anschluss an die Regionalbusse.

• SB  5: Eine Zeitverschiebung ermöglicht dem Schnellbus zwischen Siegen und Bad Laasphe in Deuz den Anschluss an die R 16 und damit die Verbindung ins Johannland.

• R 14: Der Bus wird vormittags um eine Stunde im Fahrplan verschoben, damit sich eine bessere Anbindung von Rinsdorf ergibt.

• R 37/R 38: Die Abfahrtszeiten werden verschoben, damit die Strecke Siegen – Alchen/Lindenberg gleichmäßiger bedient wird.

Schnellbus-Konzept geplant

Neben diesen Einzelmaßnahmen soll das Thema Schnellbus nach oben auf die Agenda rücken, denn immer wieder wurde bemängelt, dass die Busse nicht schnell genug unterwegs seien. Andreas Müller: „Ich werde den ZWS beauftragen, ein Schnellbussystem auszuarbeiten und dafür Mittel des Landes zu beantragen.“

Am wichtigsten seien vier Schnellverbindungen. Dazu gehört die Wiedereinführung des SB 1 zwischen Olpe und Siegen über die Autobahn. Die Linie sei z. B. sehr wichtig für Studenten, die in Olpe wohnen. Der SB 4 zwischen Burbach und Siegen soll wieder im Stundentakt fahren, er ist derzeit nur zweistündlich unterwegs. Ebenfalls einen Stundentakt wünscht sich der Landrat für den Bus SB 5 zwischen Bad Laasphe und Siegen – außerdem soll er am Samstag in der gleichen Frequenz fahren wie unter der Woche.

Und schließlich ist eine neue Schnellbuslinie im Gespräch. Sie könne von Hilchenbach über Herzhausen, Dreis-Tiefenbach und den Giersberg am St.-Marien-Krankenhaus vorbei zum ZOB in Siegen fahren.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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