Technik-Didaktik: Krise kam dazwischen

juli Siegen. Ein Baustein im Konzept gegen den Lehrermangel an den technischen Berufsschulen ist der geplante Lehrstuhl für Technik-Didaktik. Er soll die Qualität und die Möglichkeiten der Lehrerausbildung verbessern. Die Idee ist eine von der Industrie finanzierte Stiftungsprofessur. Dass das Vorhaben noch nicht umgesetzt ist, ist laut Kreisverwaltung der Wirtschaftskrise geschuldet. So wurde es zumindest im Ausschuss für Schule, Weiterbildung und Sport des Kreistags Siegen-Wittgenstein auf eine Anfrage der CDU-Fraktion hin dargestellt. Nächste Woche werde ein Gespräch zwischen Landrat, Kammern Arbeitgeberverband und potenziellen Geldgebern stattfinden.

Offenbar wird darüber diskutiert, warum der seit zwei Jahren geplante Lehrstuhl noch nicht eingerichtet ist. CDU-Sprecher Klaus Gräbener erklärte jedenfalls, auch wenn ein anderer Eindruck in der Öffentlichkeit entstanden sei, liege die Einrichtung doch in erster Linie in der Verantwortung der Universität Siegen. Er erwarte, dass sich unter dem neuen Uni-Rektor, Prof. Dr. Holger Burckhart, mehr bewege.

Landrat Paul Breuer sagte im Gespräch mit der Siegener Zeitung, er sei guter Dinge, das Geld für die Stiftungsprofessur 2010 zusammenzubekommen. Schriftliche Absichtserklärungen potenzieller Geldgeber lägen vor. Breuer sagte, er rechne damit, dass die Professur bis zum Sommersemester 2011 eingerichtet sei,

„Den Diskussionsstil empfinde ich als ätzend“, sagte der Landrat – bezogen auf die Kritik daran, dass es die Stiftungsprofessur noch nicht gebe. Er selbst sei es, der Klinken putze, weil das sonst niemand machen wolle. „Ich lasse mich nicht von Leuten treiben, die selber noch keinen Finger krumm gemacht haben.“ Die Krise sei nicht vorhersehbar gewesen. Es sei doch klar, dass Betriebe, die nicht wüssten, ob sie ihre Belegschaft halten könnten, im Moment die Stiftungsprofessur hinten anstellen müssten. Immerhin verpflichteten Geldgeber sich, fünf Jahre lang jährlich einen Fixbetrag zu geben. Über fünf Jahre hinweg müssten jährlich insgesamt 110 000 Euro aufgebracht werden. Im Gegenzug entstehe dann der dauerhafte Rechtsanspruch auf die Professur.

Reinhard Kämpfer, der Wirtschaftsförderer der Kreisverwaltung, sagte im Ausschuss vergangene Woche, es gebe bereits einen Vertragsentwurf über Inhalte, die finanzielle Ausstattung und die Organisation. Der neue Uni-Rektor vermittele den Eindruck, besonders an der Lehrerversorgung der Berufskollegs interessiert zu sein. Er stehe aber, zumindest noch, auf dem Haardter Berg recht allein mit dem Thema da.Aus der Pressestelle der Universität Siegen hieß es, Prof. Burckhart stehe voll hinter der geplanten Stiftungsprofessur – es sei ihm ein Anliegen, den Nachwuchs in den mathematisch-technischen Fächern zu fördern.

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