Teilhabe ohne Barrieren

Prof. Dr. Albrecht Rohrmann (Uni Siegen) hielt den Einführungsvortrag.  Foto: pebe

pebe Weidenau. „Barrierefreies und inklusives Siegerland“ lautete der Titel einer Veranstaltung, zu der gestern mehr als 120 Mitglieder von Trägern, Verbänden und Vereinen der regionalen Behindertenarbeit und Menschen mit Behinderung in die Bismarckhalle kamen. Eingeladen hatten Rainer Damerius, Behindertenbeauftragter der Stadt Siegen, und Prof. Dr. Albrecht Rohrmann vom Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE).

Den thematischen Motor des Treffens stellte die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ aus dem Jahr 2006 dar. Sie wurde 2009 auch in Deutschland ratifiziert und wird als „Meilenstein in der Behindertenpolitik“ bezeichnet, weil sie deutlich mache, was es heiße, Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen „in die Praxis vor Ort zu bringen“, wie Siegens Bürgermeister Steffen Mues formulierte. „Passgenaue, wertschätzende Hilfsangebote entwickeln“, nannte es Kreis-Sozialdezernent Helmut Kneppe. Und es geht, noch weiter gefasst, um eine grundsätzliche Veränderung der Gesellschaft hin zu einem Gemeinwesen, in dem jeder Mensch gemäß seinen Möglichkeiten ohne Hindernisse an allen Möglichkeiten teilhaben kann. Dies machte Prof. Rohrmann in seinem Einleitungsvortrag deutlich. Die von den UN formulierten Menschenrechte seien ein „Orientierungsmaßstab“ für die sie akzeptierenden Staaten, würden in den Verfassungen ausformuliert und fänden ihren Niederschlag in der Gesetzgebung. Die Behindertenrechtskonvention sei nötig, um den weltweit rund 650 Mill. Behinderten eine Stimme für ihre volle Teilhabe an der Gesellschaft zu geben, denn oft würden sie in Bildung und Auskommen diskriminiert. Auch in Deutschland machten Behinderte diskriminierende Erfahrungen.

Die in der Konvention geforderte „Inklusion“ wolle erreichen, dass in allen Bereichen, von Diensten und Einrichtungen über Stadtplanung und Wohnungsbau auf alle unterschiedlichen Gruppen mit ihren Bedürfnissen eingegangen werde – „das ist schwierig“, konstatierte der Wissenschaftler, und die Entwicklung eines solchen Gemeinwesens sei ein dauernder Lernprozess auf allen Ebenen.

In Arbeitsgruppen zu den Themen „Schutz vor Diskriminierung“, „Erziehung und Bildung“, „Wohnen und Hilfen im Alltag“, „Arbeit“ und „Teilhabe am öffentlichen Leben“ beschäftigten sich die Teilnehmer der Tagung mit möglichen Umsetzungsideen. Welche Konsequenzen aus der Konvention für die Region zu ziehen seien, was sie für die Arbeit vor Ort bedeute und welche Beiträge konkret möglich seien, waren leitende Fragen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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