Telegrafenamt: Stadt will sich nicht mit dem Land anlegen

Düsseldorf soll freiwillig Teil der Mehrkosten übernehmen

Siegen. Nicht auf Konfrontations-, sondern auf Schmusekurs will die Stadt Siegen gehen, um das Land dazu zu bewegen, zumindest für einen Teil der Mehrkosten aufzukommen, mit denen das Alte Telegrafenamt schon vor der Eröffnung des geplanten Museums für Gegenwartskunst in die Schlagzeilen gerutscht ist. Wie berichtet, hatten bei dem Umbau viele „Köche” mitgewirkt: das Staatliche Hochbauamt als Bauträger, die Stadt Siegen als Bauherrin, Architekten und eine Projektgruppe. Herausgekommen sind – nicht nur, aber auch – pikante Mehrkosten, die der CDU-Bauexperte Werner Schulte gestern im Hauptausschuss als „Skandal” geißelte. Schulte: „Die Kostensteigerung liegt mittlerweile bei 62 Prozent”.

Offen ist freilich immer noch, wer für die Millionen-Mehrkosten den Kopf, sprich sein Portemonnaie wird hinhalten müssen. Helmut Siebel (UWG) stellte sich ebenso wie Bürgermeister Ulf Stötzel schützend vor Stadtbaurat Joachim Brune, der in diesen Tagen für so ziemlich alles verantwortlich scheint, was in Mitteleuropa schiefläuft. Siebel: „Ich kann kein Verschulden der Bauverwaltung feststellen.” Und der Bürgermeister: „Mir liegen keine Anhaltspunkte vor, dass die Siegener Bauverwaltung hier gröbere Versäumnisse zu verantworten hat.”

Unter dem Strich kam der Hauptausschuss überein, zunächst einmal das Ergebnis der Untersuchungen abzuwarten, mit denen städtischerseits das Rechnungsprüfungsamt betraut ist. Klar war in dem Gremium auch, dass die Handwerker nicht die Leidtragenden sein, sondern zügig bezahlt werden sollten. Und das heißt, dass es wohl beim Finanzierungsmodell bleiben wird, das der Stadtbaurat vorgeschlagen hat: Mittel, die zur Zeit für die Renovierung des Weidenauer Siegerlandzentrums und für die Realschule am Hengsberg nicht benötigt werden, sollen vorübergehend abgezweigt werden.

Die Stadt war in einer Pressemitteilung gestern auch darum bemüht herauszustellen, dass diese beiden Baumaßnahmen wie geplant im kommenden Jahr in Angriff genommen werden könnten. – Hoffentlich. sob

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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