Telekom-Berater teils unseriös

Neue Technik, schnelleres Internet. Dieser Plan ging nicht bei allen Kunden auf, die VDSL-Verträge an der Haustür abgeschlossen haben. Foto: Michael Wetter
  • Neue Technik, schnelleres Internet. Dieser Plan ging nicht bei allen Kunden auf, die VDSL-Verträge an der Haustür abgeschlossen haben. Foto: Michael Wetter
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jak - Die Werber der Deutschen Telekom, die an der Haustür VDSL verkaufen wollen, sind in den vergangenen Wochen offenbar des öfteren über das Ziel hinausgeschossen. In Setzen beispielsweise, wo sich die Keimzelle des Vereins Mehr Breitband für Siegen-Wittgenstein (MB-SI) befindet, hat man gezielt mit einer Personalie gespielt. Denn immer wenn der Verein informierte, war auch Andreas Vetter als 2. Vorsitzender mit von der Partie. Vetter informierte stets umfassend, da er auf Grund seiner hauptberuflichen Tätigkeit perfekt im Thema ist. Der Berater in einem Telekom-Shop gab sich stets größte Mühe und sorgte auch dafür, dass die Setzener schnell und unbürokratisch an das Netz angeschlossen werden, indem die Setzener Aufträge bereits auf Infoveranstaltungen erteilen konnten.

Das MB-SI-Vorstandsmitglied genießt also gerade in Setzen einen hohen Vertrauensvorschuss – den die von dem Telekom-Vertriebspartner entsendeten Haustür-Werber nun für ihre Zwecke nutzen wollten. „Mehrfach ist Leuten an der Haustür erzählt worden, sie seien von Andreas geschickt worden, weil die Wartezeit im Shop bis zu vier Stunden betragen könnte“, ärgert sich der MB-SI-Vorsitzende Oliver Backhaus. Mindestens genauso schlimm: Die Werber agierten mit Falschaussagen, die teilweise in der Facebook-Gruppe des Vereins MB-SI zitiert werden. Da war beispielsweise die Rede davon, dass man nun VDSL buchen müsse, wenn man als normaler DSL-Kunde keine Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen wolle. „Das ist völliger Unsinn“, klärt Backhaus auf, der die Vertriebsmethoden kritisiert.

Aus Niederschelden meldete sich Burkhard Kölbis in der SZ-Redaktion. Der Werber bekam von dem rüstigen Ruheständler seine bisherige Konfiguration gezeigt: Router im Keller, daneben ein ISDN-Telefon und weiter oben zwei Fernseher, die das Entertain-Paket zeigen sollten. „Alles kein Problem“, beschied ihm der Berater. Das Paket koste nur fünf Euro mehr und ansonsten bekomme Burkhard Kölbis alles zugesendet. Die Telekom bestätigte den Auftrag und lieferte auch Hardware. Die bestand allerdings nur aus einem Receiver für das Entertain-Paket (Fernsehen über die DSL-Leitung). Was fehlte, war ein Router. Ein Anruf bei der Hotline brachte zutage, dass die neue Technik so nicht in Kölbis’ Haus kommen könne. Aussage: „Wir können das jetzt alles rückgängig machen. Dann haben Sie aber garantiert zehn Tage lang kein Telefon und Internet.“ Also verzichtete der geprellte Kunde auf einen Rücktritt und ging stattdessen in den Telekom-Shop in der City-Galerie und bekam das Zubehör, das er noch benötigte. 360 Euro wurden aufgerufen, damit alles wie vorher funktionierte.

Auf die Vorwürfe aus dem Siegener Stadtgebiet angesprochen, unterstrich Telekom-Sprecher André Hofmann, dass man zwar Subunternehmer entsende, diese sich aber an die Qualitätskriterien des Konzerns zu halten hätten. Eine Falschberatung im Namen der Telekom ziehe für die Mitarbeiter der Subunternehmer disziplinarische Konsequenzen nach sich. Offenbar hatten sich die Probleme bereits bei der Telekom herumgesprochen, so dass am vergangenen Freitag ein Gespräch mit den Mitarbeitern stattfand. Wer sich dennoch an der Haustür von den Telekom-Beratern falsch beraten fühlt oder nach einer Beratung ebenfalls Probleme hatte, kann sich an eine speziell für solche Fälle eingerichtete kostenlose Hotline wenden: Tel. (08 00) 8 26 63 47.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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