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Keine Corona-Toten mehr in Altenheimen
Tempoverschärfung bei Impfoffensive

Die Impfoffensive im Kreis Siegen-Wittgenstein nimmt Fahrt auf.
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  • Die Impfoffensive im Kreis Siegen-Wittgenstein nimmt Fahrt auf.
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ihm Siegen/Bad Berleburg. Licht und Schatten gab es am Mittwochabend im Kreisgesundheitsausschuss, als Gesundheitsdezernent Thiemo Rosenthal über die aktuelle Lage in der Corona-Krise berichtete. Das Wichtigste: Die Schlagzahl bei den Impfungen wird voraussichtlich spürbar steigen. Aber: Bei den Anmeldungen gibt es offenbar Riesen-Verwirrung.

Noch in dieser Woche will der Kreis bekanntgeben, wo die Impfstelle in Wittgenstein angesiedelt ist und welche fünf Impfpraxen darüber hinaus impfen sollen. Die Impfstelle, die nach den Worten Rosenthals nicht Impfzentrum heißen darf, weil sie keinen Impfstoff über Nacht lagern wird, bekommt möglicherweise personelle Hilfe vom Eiserfelder Impfzentrum. „Es kann sein, dass wir in Eiserfeld dann eine der sechs Impfstraßen stilllegen.

ihm Siegen/Bad Berleburg. Licht und Schatten gab es am Mittwochabend im Kreisgesundheitsausschuss, als Gesundheitsdezernent Thiemo Rosenthal über die aktuelle Lage in der Corona-Krise berichtete. Das Wichtigste: Die Schlagzahl bei den Impfungen wird voraussichtlich spürbar steigen. Aber: Bei den Anmeldungen gibt es offenbar Riesen-Verwirrung.

Noch in dieser Woche will der Kreis bekanntgeben, wo die Impfstelle in Wittgenstein angesiedelt ist und welche fünf Impfpraxen darüber hinaus impfen sollen. Die Impfstelle, die nach den Worten Rosenthals nicht Impfzentrum heißen darf, weil sie keinen Impfstoff über Nacht lagern wird, bekommt möglicherweise personelle Hilfe vom Eiserfelder Impfzentrum. „Es kann sein, dass wir in Eiserfeld dann eine der sechs Impfstraßen stilllegen.“

Die fünf Impfpraxen werden ausschließlich den Biontech/Pfizer-Impfstoff verabreichen, kündigte der Dezernent an. Denn hier sollen nur über 80-Jährige geimpft werden. Die jüngeren Impfberechtigten werden weiter ins Impfzentrum bzw. in die künftige Impfstelle kommen müssen.

NRW-Gesundheitsministerium sorgt für große Verunsicherung

Für große Verunsicherung in der Bevölkerung hat die Kommunikation des NRW-Gesundheitsministeriums im Hinblick auf vorerkrankte Menschen gesorgt, die früher geimpft werden sollen. Die Liste der Vorerkrankungen führt Leiden wie HIV, Asthma, chronische Darmentzündung oder Rheuma für erhöhte Priorität an, geistige Behinderung, schwere Depressionen oder Nierenkrankheiten für hohe Priorität. Thiemo Rosenthal: „Leute, die eine Impfberechtigung nach dem Erlass haben, stellen jetzt Anträge. Das ist nicht nötig, sie sind ohnehin berechtigt.“ Einen Antrag müsse man nur stellen, wenn man eine Krankheit habe, die nicht im Erlass genannt werde. „90 Prozent der Anträge, die jetzt bei uns eingehen, erfüllen die Voraussetzungen nicht. Da werden wir viel Arbeit haben“, seufzte Rosenthal.

Bis zum 2. März sind 21 500 Impfungen im Kreis gegeben worden.
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Weitere Neuerung: Demnächst sollen auch Menschen mit Pflegegrad 5 geimpft werden. Sie werden von mobilen Teams aufgesucht und sollen den Impfstoff von Johnson und Johnson bekommen, weil er nur einmalig verabreicht werden muss.

Kleiner Bruchteil verweigert Impfangebot

Ein ganz kleiner Bruchteil von Impfanwärtern unter 65 Jahren verweigere das Angebot, mit AstraZeneca geimpft zu werden, berichtete Thiemo Rosenthal. Diese Skeptiker gingen dann eben wieder nach Hause.
32 000 Impfungen pro Monat sollen im März in Siegen-Wittgenstein verabreicht werden. Die Maximalkapazität des Impfzentrums in Eiserfeld liegt bei 42 000.

Bis zum 2. März sind 21 500 Impfungen im Kreis gegeben worden – teilweise Erst-, teilweise auch schon Zweitimpfungen. „Es werden etwa 14 000 bis 15 000 Personen sein, die wir geimpft haben.“ Der Löwenanteil dabei entfiel auf den Biontech/Pfizer-Impfstoff: 18 800 Dosen. 2600 Mal war AstraZeneca in der Spritze, 100 Mal Moderna. 13 900 Impfungen haben die mobilen Teams in den Alten- und Pflegeeinrichtungen gegeben, 7600 Menschen haben ihren Piks im Impfzentrum bekommen.

"Rechne damit, dass bald auch Hausärzte impfen"

Ab kommender Woche wird es ein Impfangebot für das Personal in der Kinderbetreuung, in Grund- und Förderschulen, in Einrichtungen der Jugendhilfe und in den Werkstätten für Behinderte geben, kündigte Rosenthal an. „Diese Gruppe ist aber so groß, dass das Wochen dauern wird. Direkt am Montag wird man da nicht dran sein.“

Einen Blick in die nicht mehr allzu ferne Zukunft warf Rosenthal auch: „Ich rechne damit, dass bald auch die Hausärzte bei uns impfen werden.“

Kein Corona-Toter mehr im Heim Seit Anfang Februar gibt es im Kreis Siegen-Wittgenstein keinen Corona-Todesfall mehr in einem Altenheim. Diese Nachricht hatte Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Christoph Grabe am Mittwoch im Gepäck, als er im Gesundheitsausschuss seinen Lagebericht abgab. Die Impfungen hätten hier eindeutig ihre Wirkung entfaltet. Denn zuvor waren die Altenheime Hochrisikogebiete, an Corona zu streben. Rund 70 der knapp 120 Verstorbenen lebten im Heim. Auch wenn nicht alle Verstorbenen hochbetagt waren – Grabe unterstrich, wie ungleich die Alterstruktur war. Nur vier Tote waren unter 60 Jahre alt, 87 dagegen älter als 80. „Der Hauptrisikofaktor, an Corona zu sterben, ist das Alter.“ Eine eindeutige Antwort gab der Gesundheitsamtschef auf die Frage, ob die Toten „an“ oder womöglich nur „mit“ Corona gestorben sein. „Die große Mehrzahl ist an Corona gestorben. Das heißt: Hätte es Corona nicht gegeben, würden sie noch leben.“
Die Impfoffensive im Kreis Siegen-Wittgenstein nimmt Fahrt auf.
Bis zum 2. März sind 21 500 Impfungen im Kreis gegeben worden.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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