IHK-Blitzumfrage
Testbereitschaft in heimischen Firmen steigt

Die Zahl der Unternehmen in der heimischen Wirtschaft, die ihren Belegschaften Corona-Tests anbieten, steigt weiter.
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  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sz Siegen/Olpe. „Immer mehr Unternehmen der heimischen Wirtschaft bieten ihren Belegschaften Corona-Tests an. 37 Prozent der Firmen setzen Tests bereits um, weitere 24 Prozent planen dies in Kürze. Innerhalb der vergangenen drei Wochen hat damit das Thema in den Unternehmen erheblich an Fahrt aufgenommen. Man sieht, wozu freiwilliges Handeln in der Lage ist.“

Mit diesen Worten bilanziert IHK-Präsident Felix G. Hensel eine neuerliche IHK-Blitzumfrage, an der sich 501 Unternehmen beteiligten. Wenn man bedenke, dass die Nutzung von Selbst- und Schnelltests den Unternehmen erst seit wenigen Wochen erlaubt sei, werde deutlich, wie schnell und konsequent die Wirtschaft mittlerweile in diesem Feld handele. – Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Skepsis gegenüber Testpflicht

Halten Sie eine Corona-Testpflicht in Unternehmen für sinnvoll, auch im Hinblick auf die Kosten?
Es bestehe in der heimischen Wirtschaft verbreitete Skepsis, was die derzeit von der Kanzlerin und Teilen der Regierungskoalition offen angedrohte Testverpflichtung für Betriebe betreffe. Diese lehnen 49 Prozent der befragten Betriebe ab. 39 Prozent der Unternehmen können sich eine solche Verpflichtung nur vorstellen, wenn der Staat die Kosten übernimmt. Lediglich 12 Prozent der befragten Firmen halten diese Testpflicht für sinnvoll und wären auch bereit, sie auf eigene Kosten durchzuführen.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer Angebots- und Testpflicht sehen insgesamt 58 Prozent der befragten Unternehmen. In erster Linie sind es juristische Fragen, die bei der Durchführung völlig unklar erscheinen. Dies gaben 52 Prozent dieser Firmen an. Daneben befürchten die Unternehmen einmal mehr bürokratischen Aufwand (43 Prozent). Auch die Kostenbelastung (32) und nach wie vor gegebene Lieferengpässe (29) werden als problematisch angesehen.

Etliche Unternehmen haben offenbar den Eindruck, dass entsprechende Testpflichten durch die Politik im Wesentlichen deswegen thematisiert werden, um vom eigenen Fehlverhalten abzulenken. Klaus Gräbener: „Den meisten leuchtet nicht ein, warum man etwas regeln soll, was man im Ergebnis überhaupt nicht steuern, geschweige denn überprüfen kann. Recht zu setzen, ohne es durchsetzen zu können, ist weder redlich noch sinnvoll.“ Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass immerhin 42 Prozent der Firmen keine Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer Angebots- und Testpflicht sehen. Dies verdeutliche, dass die betrieblichen Einschätzungen in dieser Frage durchaus geteilt seien.

48 Prozent fordern regulatorische Maßnahmen

Welche politische Vorgehensweise halten Sie in der derzeitigen epidemischen Lage für zielführender im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung?
Gespalten ist die heimische Wirtschaft auch in der Einschätzung zur besten politischen Vorgehensweise in der derzeitigen epidemischen Lage. Nach wie vor setzt die Mehrzahl der Firmen (52 Prozent) auf freiwillige Lösungen, die die Eigenverantwortung der Unternehmen in den Mittelpunkt stellen. Allerdings sind auch 48 Prozent der Auffassung, dass jetzt seitens der Politik konsequente regulatorische Maßnahmen angezeigt seien, die für alle einheitliche Bestimmungen festsetzten.

Die heimischen Unternehmen wünschen offenbar mehr bundeseinheitliche, vor allem aber verbindlicher umgesetzte Lösungen. So gaben 58 Prozent der Firmen an, dass sie eine Test- und Angebotspflicht mehrheitlich nicht alleine auf Hotspots begrenzt sehen möchten, sofern sie politisch beschlossen werde.

Politiker schneiden schlecht ab

Was halten Sie vom Krisenmanagement der Bundesregierung?
Wie stark die Politik in Bund und Land in der Wirtschaft an Rückhalt verloren hat, machten die Unternehmen in der Blitzumfrage ebenfalls deutlich. Nach Schulnoten zwischen „Sehr gut“ und „Ungenügend“ für das Krisenmanagement der Bundesregierung befragt, vergaben die heimischen Firmen für die große Koalition die Durchschnittnote 4,5. Noch etwas schlechter schnitt die Landesregierung ab, sie erhielt die Durchschnittsnote 4,6. Das Krisenmanagement der beiden Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe wurde dem gegenüber besser beurteilt, wenn auch nicht euphorisch.
Hier lag die Durchschnittsnote bei 3,7, wobei auffiel, dass die Olper Unternehmen mit dem Kreis- Corona-Management (3,5) etwas zufriedener waren als diejenigen in Siegen-Wittgenstein (3,8).

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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