Neues Corona-Diagnose-Zentrum
Teststrecke setzt auf sauberen Ablauf

Uni-Rektor Holger Burckhart und Landrat Andreas Müller sahen sich das Diagnosen-Zentrum vor dem ersten Patiententermin an.
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  • Uni-Rektor Holger Burckhart und Landrat Andreas Müller sahen sich das Diagnosen-Zentrum vor dem ersten Patiententermin an.
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js Weidenau. Kurz und schmerzlos, professionell und stets mit dem nötigen Sicherheitsabstand: Die Siegerländer, bei denen sich der Verdacht auf eine Corona-Infektion verhärtet, werden ab sofort in einer zentralen Anlaufstelle getestet. Gemeinsam haben der Kreis Siegen-Wittgenstein, die Siegener Krankenhäuser, das Arbeitsmedizinische Zentrum und die Universität Siegen die Umkleideräume der Dreifachsporthalle am Haardter Berg zu einem Corona-Diagnose-Zentrum umgerüstet – das zweite neben der Vamed-Klinik in Bad Berleburg. Am Montagnachmittag wurden die ersten 18 Tests durchgeführt.

Von einer „besonderen Situation, die es so noch nicht gab“ sprach Landrat Andreas Müller, als der mit den Kooperationspartnern vor dem eigentlichen Startschuss der Presse – in Kleingruppen – Einblicke in die provisorische Untersuchungsabteilung gewährte. Von Tag zu Tag arbeite das Kreisgesundheitsamt nach aktueller Landes-Erlasslage und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) darauf hin, eine Verlangsamung der Covid-19-Ausbreitung zu erreichen. Als „gutes Signal“ interpretierte Müller die institutionsübergreifende Zusammenarbeit, die innerhalb weniger Tage zur Einrichtung des Diagnose-Zentrums geführt habe.

„Wir stehen in einer besonderen Verantwortung“, erklärte Uni-Rektor Holger Burckhart als Hausherr. Er machte keinen Hehl daraus, dass unter den Mitarbeitern und Studenten durchaus Sorgen laut geworden seien, dass solch eine Einrichtung ausgerechnet auf den hoch frequentieren Haardter Berg komme. Das Rektorat und auch er persönlich stünden jedoch „uneingeschränkt“ zu dieser Entscheidung. Das Uni-Semester beginne nun ohnehin schon später (20. April), die Hochschule sei zudem darauf eingestellt, den „physischen“ Start in die Sommer-Vorlesungszeit noch weiter nach hinten, auf den 4. Mai, zu schieben. Damit werde die Kollisionsgefahr zwischen Uni-Publikum und möglichen Corona-Patienten minimiert. Der Landrat relativierte die Ängste, die auch an ihn herangetragen worden seien, indem er das vorgesehene Prozedere erläuterte: Das Diagnose-Zentrum sei keinesfalls eine offene Anlaufstelle, zu der jeder kommen könne, der sich testen lassen wolle. „Das wird es nicht geben!“, betonte Müller.

Der minutiös vorbereitete Ablauf werde vielmehr so und nicht anders aussehen:

• Wer Symptome hat, muss sich bei seinem Hausarzt melden. Zu testen, wenn eine bestimmte Virenlast im Körper (noch) nicht vorliege, sei nach momentanem Erkenntnisstand nicht aussagekräftig genug.

• Der Arzt überweist den Fall an das Gesundheitsamt, das sich beim Patienten meldet und noch einmal abklärt, ob er in einem Risikogebiet war oder Kontakt zu Corona-Infizierten hatte. Sollte sich ein den RKI-Kriterien entsprechendes Bild ergeben, das eine Probe sinnvoll erscheinen lässt, wird ein fester Termin für das Diagnose-Zentrum ausgemacht.

• Dorthin kann sich der Patient eigenständig begeben, wenn er fit genug ist und mit dem Auto auf den dafür reservierten (von einem Sicherheitsdienst überwachten) Parkplatz fahren kann. Sollte das nicht möglich sein, darf er nicht mit dem Bus auf den Haardter Berg kommen und die Ansteckung anderer Fahrgäste riskieren. In einem solchen Fall kommt das mobile Untersuchungsteam zum Patienten.

• Wer positiv getestet werde, müsse sich zwei Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben. Wer negativ getestet werde, solle dennoch zu Hause bleiben, sich beobachten und eventuell noch einmal mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen, wenn es angebracht erscheine.

Das Diagnose-Zentrum lässt einen rasche Testablauf zu, bei dem die Patienten im Viertelstundentakt einbestellt werden, zunächst vier Stunden am Nachmittag. In einem Einbahnsystem werden sie zunächst zur Anmeldung geführt, wo bereits eine Atemschutzmaske bereitliegt. Der Sicherheitsabstand zum Personal ist durchweg gewährleistet, die Wege der Patienten und die der Mitarbeiter sind strikt getrennt. Im Rachen- und Nasenraum werden vom Arzt Abstriche gemacht, wenn nötig, wird der Patient weitergehend untersucht. Anschließend verlässt er das Gebäude durch einen gesonderten Ausgang. Die Teststäbe werden gesammelt und zu einem Labor in Gelsenkirchen gebracht. Innerhalb von 48 Stunden liegen in der Regel die Ergebnisse vor.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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