Politik befürwortet Verzicht auf forstliche Nutzung des städtischen Waldes
Tiergarten NRW-weit einmalig

Der Siegener Tiergarten wird in den kommenden 100 Jahren nicht mehr wirtschaftlich durchforstet. Mit einstimmigem Beschluss stellte sich jetzt der städtische Umweltausschuss hinter das Vorhaben der Siegener Stadtverwaltung.
  • Der Siegener Tiergarten wird in den kommenden 100 Jahren nicht mehr wirtschaftlich durchforstet. Mit einstimmigem Beschluss stellte sich jetzt der städtische Umweltausschuss hinter das Vorhaben der Siegener Stadtverwaltung.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

js Siegen/Weidenau. Die Würfel sind gefallen: Der Siegener Tiergarten wird in den kommenden 100 Jahren nicht mehr wirtschaftlich durchforstet. Mit einstimmigem Beschluss stellte sich jetzt der städtische Umweltausschuss hinter das Vorhaben der Siegener Stadtverwaltung, auf einer Gesamtfläche von 85 Hektar mehrere Generationen lang kein Holz mehr einzuschlagen. Die Motorsäge soll nur noch dann zum Einsatz kommen, wenn es darum geht, Wege des beliebten Erlebniswaldes wieder verkehrssicher zu machen.

Die Stadt verzichtet damit auf eine Holzernte von etwa 2200 Festmeter pro Jahrzehnt und damit auf etwa 11 500 Euro Einnahmen pro Jahr. Auf der anderen Seite gewinnt sie einen Gegenwert von mehreren Millionen Euro. Denn: Durch den Verzicht auf forstliche Nutzung schafft die Verwaltung ein wertvolles Biotop, für das sie sich 2,95 Millionen Ökopunkte auf dem beim Kreis Siegen-Wittgenstein geführten Konto gutschreiben lassen kann.

Massive Ausgleichsmaßnahmen

Solche Punkte werden mit bis zu 2 Euro gehandelt – und werden dringend benötigt. Allein für das geplante Gewerbegebiet Martinshardt II und die mit ihm verbundenen Eingriffe in die Natur müssen massive Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden. Einige, so erklärt Dr. Bernhard Kraft als Abteilungsleiter Umwelt, würden im Gewerbegebiet selbst oder in angrenzenen Wäldern umgesetzt.

Das reiche aber noch lange nicht aus. Die Stadt habe dann noch immer ein Defizit von 1 Millionen Punkten auf ihrem Konto – und die könnten wiederum bis zu 2 Millionen Euro kosten, wenn Siegen sie hinzu kaufen würde. Unterm Strich bleiben jetzt aber selbst nach Bau und großflächiger Versiegelung des Gewerbegebietes über dem Leimbachtal noch 1,95 Millionen Ökopunkte für weitere Bauten und Planungen der Krönchenstadt übrig, so etwas nennt man „Win-Win-Situation“.

In der Region einmalig

Der finanzielle Nutzen ist aus Sicht von Bernhard Kraft zwar beachtlich, viel bedeutender aber wertet er das Herausstellungsmerkmal, dass sich die Stadt Siegen nun auf die Fahnen schreiben kann: „Über 80 Hektar Stadtwald aus der forstlichen Nutzung herauszunehmen für ein Jahrhundert – das ist in der Region einmalig.“ Ihm sei sogar landesweit nichts Vergleichbares bekannt.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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