Tierheim rückt Tiere nicht heraus

 Für das Kreisveterinäramt blieben die Tore des Tierheims geschlossen. Der Kreis wollte Tiere abholen, die vor einer Woche mit Polizeihilfe aus einer Eiserfelder Wohnung geholt worden waren. Die Tierhaltung dort sorgt seit Jahren für heftige Kritik. Foto: dima
  • Für das Kreisveterinäramt blieben die Tore des Tierheims geschlossen. Der Kreis wollte Tiere abholen, die vor einer Woche mit Polizeihilfe aus einer Eiserfelder Wohnung geholt worden waren. Die Tierhaltung dort sorgt seit Jahren für heftige Kritik. Foto: dima
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dima - 100 Katzen, 50 Hunde und rund 300 Kleintiere: Bei der Vielzahl und der Artenvielfalt der aktuellen Bewohner des Siegener Tierheims kann es schon einmal turbulent zugehen. Ein regelrechter Ausnahmezustand herrschte allerdings Mittwochnachmittag. „Betriebsbedingt geschlossen“ stand auf provisorischen Schildern an den Eingangstoren.

Vor dem Haupttor warteten zwei Mitarbeiter der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein in einem VW-Transporter auf Einlass – vor dem Wagen zwei Transportkisten für Tiere. Und hinter den Toren: aufgeregte hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter des Tierheims, emotional mehr als aufgebracht. Hereinlassen wollten sie den Transporter aber auf keinen Fall, denn das Veterinäramt des Kreises wollte das, was den Tierschützern am wertvollsten ist: Tiere.

Eine kuriose Situation mit kurioser Vorgeschichte: Vor einer Woche  fand die Polizei in einem Eiserfelder Wohnhaus  sieben Hunde, zwei Katzen, zwei Meerschweinchen, zwei Kaninchen und sechs Vögel in „schrecklichem Umfeld“ vor. Tierheim und Tierschutzverein Siegen  in einem gemeinsamen Schreiben an den Landrat: „Der gesamte Wohnraum war mit Kot und Urin verschmutzt, die Wohnung verwahrlost. Vögel und Kleintiere in engen, völlig verdreckten Käfigen untergebracht. Wasser und Futter war nirgendwo zu finden, auch nicht in den Käfigen.“ Besonders schlimm sei der Zustand einer Pudelhündin mit zwei frisch geborenen Welpen gewesen. Das Tierheim holte die Tiere auf den Heidenberg.

Eine Mitarbeiterin des Kreises habe die Tiere dann am Donnerstag im Tierheim untersucht und einen einwandfreien Zustand attestiert. Kein Wunder, so die Tierschützer, schließlich hätten sie sich bis zu diesem Zeitpunkt rund um die Uhr mit einem Tierarzt um das Wohl der Tiere gekümmert.

Auch die Wohnung der Eiserfelderin wurde später vom Kreis aufgesucht. Der Kreisveterinär habe den Zustand der Wohnräume mit den Worten „wie geleckt“ beschrieben, so das Tierheim. Natürlich habe Frau M. fast 48 Stunden Zeit gehabt, um die Wohnung zu säubern.

Was die Tierschützer schließlich komplett auf die Palme brachte: Der Kreis ordnete Ende vergangener Woche an, dass die Besitzerin ihre Tiere wieder abholen darf. Außerdem habe der Kreis erklärt, dass das Veterinäramt die Kosten der tierärztlichen Versorgung und der Unterbringung im Tierheim übernehme. Rund 1800 Euro stehen auf der Rechnung.

Am Mittwoch musste der Kreis erst einmal unverrichteter Dinge abziehen. Nach SZ-Informationen erwartet das Tierheim jetzt eine Strafanzeige wegen Diebstahls. Die Kreisverwaltung wollte am Donnerstag wiederkommen. Mit mehr Mitarbeitern und mehr Körben.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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