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Exotische und verhaltensauffällige Tiere schwer vermittelbar
Tierheim stößt an seine Grenzen

Der siebenjährige Max gilt als schwer vermittelbar, da er im neuen Zuhause gerne schnappt und knurrt. Er wurde schon dreimal vermittelt.
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  • Der siebenjährige Max gilt als schwer vermittelbar, da er im neuen Zuhause gerne schnappt und knurrt. Er wurde schon dreimal vermittelt.
  • Foto: Tierheim
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gro Siegen. Am Anfang sind die neuen tierischen Familienmitglieder immer noch ganz niedlich, doch spätestens beim ersten Urlaub fangen sie manche Menschen an zu stören. Was mit der Sehnsucht nach einem treuen Begleiter beginnt, endet leider immer öfter mit einem Drama, die Tiere landen im Tierheim. Einige von ihnen gelten danach als schwer vermittelbar und finden aus diesem Grund nur selten neue Besitzer.

Die SZ hat jetzt einige von ihnen im Siegener Tierheim besucht. Bedeutet schwer vermittelbar, dass sie für immer im Tierheim bleiben müssen?

Die Gründe, warum die Tiere kein neues Zuhause finden, sind laut Tierheimleiter Tobias Neumann immer ähnlich.

"Neben kranken Tieren finden jedoch vor allem diejenigen kein neues Zuhause, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

gro Siegen. Am Anfang sind die neuen tierischen Familienmitglieder immer noch ganz niedlich, doch spätestens beim ersten Urlaub fangen sie manche Menschen an zu stören. Was mit der Sehnsucht nach einem treuen Begleiter beginnt, endet leider immer öfter mit einem Drama, die Tiere landen im Tierheim. Einige von ihnen gelten danach als schwer vermittelbar und finden aus diesem Grund nur selten neue Besitzer.

Die SZ hat jetzt einige von ihnen im Siegener Tierheim besucht. Bedeutet schwer vermittelbar, dass sie für immer im Tierheim bleiben müssen?

Die Gründe, warum die Tiere kein neues Zuhause finden, sind laut Tierheimleiter Tobias Neumann immer ähnlich.

"Neben kranken Tieren finden jedoch vor allem diejenigen kein neues Zuhause, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen."
Tobias Neumann
Tierheimleiter Siegen

„Viele von ihnen haben ein gesundheitliches Problem“, so Neumann. Das schrecke viele Leute ab, denn die Besitzer eines kranken Tieres müssten in der Regel mit hohen Arztkosten rechnen. Ein Beispiel ist hier die Kaninchendame Lea in der Obhut des Tierheims. Denn der Nager muss aufgrund von chronischem Schnupfen regelmäßig zum Tierarzt.

Verhaltensauffällige Tiere finden kein Zuhause

„Neben kranken Bewohnern finden jedoch vor allem diejenigen kein neues Zuhause, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen“, weiß der Leiter. Die meisten seien bereits aufgrund eines Vorfalls abgegeben worden. In der Regel ändere sich dieses Verhalten auch im Tierheim nicht. „Einige dieser Tiere haben angesichts ihrer Vergangenheit schlechte Angewohnheiten. Manche beißen, bellen oder sind nicht stubenrein“, erklärt Neumann. Hier sei es deutlich schwieriger, ein neues Zuhause zu finden.

Pablo ist seit 2017 in der Einrichtung. Er wurde als Ferkel verschenkt und kurze Zeit später im Tierheim abgegeben.
  • Pablo ist seit 2017 in der Einrichtung. Er wurde als Ferkel verschenkt und kurze Zeit später im Tierheim abgegeben.
  • Foto: Tierheim
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Hin und wieder komme es auch vor, dass bestimmte Tiere gar nicht zur Vermittlung freigegeben werden. So auch Mischling Falco, der bereits mehrere Mitarbeiter angegriffen habe: „Falco sieht zwar lieb aus, kann aber hin und wieder sehr gefährlich werden, sodass wir nicht davon ausgehen, dass der Rüde das Tierheim noch verlassen wird“, sagt Neumann.

Auch exotische Tiere schwer vermittelbar

Auch exotische Tiere, wie Schlangen, seien in der Regel schwer vermittelbar, da hier die Nachfrage nicht besonders groß sei. Zudem hätten Tierpaare ebenfalls schlechtere Chancen auf ein neues Zuhause. „Wir haben auch Tiere, die wir am liebsten nur zu zweit abgeben würden, da sie sich mittlerweile schon zu sehr aneinander gewöhnt haben. Hier ist die Vermittlung auch schwieriger“, erklärt der Leiter. Das Alter sei jedoch in der Regel eher selten ein Problem.

Falcos Zuhause ist mittlerweile das Tierheim, da er wie einige andere Fellnasen als schwer vermittelbar gilt. Auch wenn seine braunen Augen nicht den Eindruck machen, kann der Vierbeiner ganz schön austeilen.
  • Falcos Zuhause ist mittlerweile das Tierheim, da er wie einige andere Fellnasen als schwer vermittelbar gilt. Auch wenn seine braunen Augen nicht den Eindruck machen, kann der Vierbeiner ganz schön austeilen.
  • Foto: Tierheim
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Welches Tier an wen vermittelt werden kann, könne der Tierheimleiter nicht pauschal sagen: „Es gibt für jedes Tier verschiedene Kriterien, die individuell beachtet und besprochen werden müssen.“ Grundsätzlich würden verhaltensauffällige Tiere jedoch nur in erfahrene Hände abgegeben.

Zuwachs im Tierheim enorm groß

Fakt ist – so voll wie momentan war das Tierheim laut Tobias Neumann lange nicht mehr. „Seit Ferienbeginn ist der Zuwachs enorm groß. Sowas habe ich seit Jahren nicht gesehen“, betont Neumann. Viele von ihnen seien erst vor kurzem angeschafft worden. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies etwas mit der Pandemie zu tun hat. Denn viele haben sich zum Zeitvertreib ein Tier angeschafft. Jetzt zur Urlaubszeit wissen viele nicht, wohin mit den Vierbeinern und geben sie bei uns ab“, so der Tierheimleiter. Er glaubt, dass dies in den nächsten Ferien noch größere Ausmaße annehmen wird.

Kaninchen Lea ist bereits seit 2016 im Siegener Tierheim. Sie hat einen chronischen Schnupfen und muss von den anderen Nagern separiert werden.
  • Kaninchen Lea ist bereits seit 2016 im Siegener Tierheim. Sie hat einen chronischen Schnupfen und muss von den anderen Nagern separiert werden.
  • Foto: Tierheim
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Problematisch sei jedoch vor allem der fehlende Platz, da aufgrund der momentanen Bauarbeiten weniger Gehege als sonst zur Verfügung stehen. „Wir bauen im Moment an. Leider geht dies nicht so schnell voran, wie ursprünglich geplant, sodass wir so langsam echt Platzmangel haben“, sagt der Tierheimleiter und betont weiter: „Die Hunde sitzen schon im Katzenhäuschen und die Katzen im Flur.“

Autor:

Sarah Groos

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