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Konjunkturumfrage der Handwerkskammer
Tischler rechnen mit Verlusten

Rund ein Drittel der nordrhein-westfälischen Tischlerbetriebe rechnet nach langen Jahren stabiler Beschäftigung aufgrund der Corona-Krise mit dem Verlust von Arbeitsplätzen.
  • Rund ein Drittel der nordrhein-westfälischen Tischlerbetriebe rechnet nach langen Jahren stabiler Beschäftigung aufgrund der Corona-Krise mit dem Verlust von Arbeitsplätzen.
  • Foto: Tischler NRW
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

sz Siegen/Olpe. Die Geschäftslage im nordrhein-westfälischen Tischlerhandwerk hat durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einen herben Dämpfer erlitten. Das macht die Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd mit Sitz in Siegen in einer Pressemitteilung deutlich: „Nach mehreren Jahren der Hochkonjunktur zeichnen sich nun eine Verschlechterung der Lage und eine deutliche Verunsicherung ab. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Fachverbandes Tischler NRW“, sagt Klaus Reuter, Obermeister der Tischler-Innung Westfalen-Süd. Aber: Noch immer beurteilen 32,1 Prozent der Tischlerbetriebe die derzeitige Geschäftslage als gut, 43,4 Prozent als befriedigend.
„Deutlich düsterer sieht es beim Blick auf die Erwartungen für das nächste halbe Jahr aus“, sagt Reuter. Nur jeder 20.

sz Siegen/Olpe. Die Geschäftslage im nordrhein-westfälischen Tischlerhandwerk hat durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einen herben Dämpfer erlitten. Das macht die Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd mit Sitz in Siegen in einer Pressemitteilung deutlich: „Nach mehreren Jahren der Hochkonjunktur zeichnen sich nun eine Verschlechterung der Lage und eine deutliche Verunsicherung ab. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Fachverbandes Tischler NRW“, sagt Klaus Reuter, Obermeister der Tischler-Innung Westfalen-Süd. Aber: Noch immer beurteilen 32,1 Prozent der Tischlerbetriebe die derzeitige Geschäftslage als gut, 43,4 Prozent als befriedigend.
„Deutlich düsterer sieht es beim Blick auf die Erwartungen für das nächste halbe Jahr aus“, sagt Reuter. Nur jeder 20. der befragten Betriebe glaube an einen baldigen Aufschwung. Drei Viertel der Unternehmer sähen einer sich verschlechternden Geschäftslage entgegen, wobei die Skepsis mit der Betriebsgröße wachse.

Nur 5 Prozent glauben an baldigen Aufschwung

Klaus Reuter: „Schon ohne die Pandemie war der Auftragsbestand gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Die Corona-Maßnahmen und das Herunterfahren der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens haben diesen Trend verstärkt.“ Zwar sind bei der Mehrheit der Unternehmen die Bestände stabil geblieben (46,1 Prozent) oder sogar gestiegen (14,6 Prozent). Mit 39,3 Prozent liegt der Anteil der Tischlereien mit Auftragsverlusten jedoch um rund 20 Prozentpunkte über denen der Vorjahre. Besonders deutlich zeigen sich die Einschnitte bei der Auftragsreichweite. Mit 5,9 Wochen sackt diese auf einen Wert ab, der zuletzt in der Folge der Finanzkrise 2007/2008 zu verzeichnen war, heißt es in der Mitteilung.

Wegen des kurzen zeitlichen Abstands hat sich der Pandemieausbruch noch nicht auf die Beschäftigungssituation im NRW-Tischlerhandwerk ausgewirkt. Drei Viertel aller Betriebe geben an, in den vergangenen Monaten keine Anpassungen vorgenommen zu haben. Unter den besonderen Umständen kam es lediglich bei 12,9 Prozent der Unternehmen zu Personalabbau. Gleichzeitig vermelden 11,1 Prozent der befragten Betriebe zusätzliche Einstellungen. „Das ist allerdings eine Momentaufnahme. Die Sorge ist groß, dass sich die Personalsituation verschlechtern wird“, so Reuter. Ein Drittel der Branche (35,6 Prozent) rechnet mit dem Verlust von Arbeitsplätzen, was nach langen Jahren stabiler Beschäftigung sehr beunruhigend ist.

„Wenn die zukünftige Entwicklung von so viel Unsicherheit geprägt ist und mit Skepsis betrachtet wird, dann wachsen auch Befürchtungen hinsichtlich der eigenen Verkaufspreise“, erklärt Klaus Reuter. Insgesamt hatten die Tischler in NRW zuletzt durchaus erfolgreich ihre Stundenverrechnungssätze den gestiegenen Kosten entsprechend anpassen können. „Mit weiteren Steigerungen müssen Kunden vorerst aber nicht rechnen“, sagt Reuter. Eine Mehrheit der Unternehmen (65,1 Prozent) setzt auf Preisstabilität. Jeder fünfte Betrieb (20,2 Prozent) erwartet, dass die Verbraucherpreise sinken werden.

Silberstreif am Horizont

„Bei allen berechtigten Sorgen können wir als Tischler aber durchaus Hoffnung haben, die Coronakrise relativ glimpflich überstehen zu können“, erwartet der Obermeister. „Anders als andere Branchen sind wir kaum von Produktionsstilllegungen, Schließung von Geschäften oder unterbrochenen Lieferketten betroffen.“ Die gute Auftragsreichweite und unverhoffte Neuaufträge von Einrichtungen, die die Coronazeit für überfällige Renovierungsmaßnahmen nutzten, hielten viele Betriebe über Wasser.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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