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Pizza, Pasta, Pandemie
To-go-Geschäft hält Gastronomen über Wasser

Ohne To-go-Geschäft hätte er seinen Betrieb nicht halten können, sagt Christian Hesse.

sabe Siegen. Teig, Tomatensauce, Käse – und wieder von vorn. Knapp 100 Mal an diesem Abend kommen die drei Grundzutaten zusammen, um als traditionell italienische Pizza heiß aus dem Ofen in einem der Pappkartons zu landen. Es ist Freitagabend, Wochenende. „Wenn es richtig knallt“, sagt „La Cucina“-Chef Christian Hesse, dann seien es sogar bis zu 130 Pizzen.
In der Dreisbach gibt es sie also noch, die Rushhour. Trotz Pandemie. Das To-go-Geschäft hat sich „eingegrooved“, und „La Cucina“ hat gut zu tun. Vor allem sonntags. Ab 16.45 Uhr klingelt das Telefon durchgängig bis zum Tatort. „Für uns heißt das drei Stunden Vollgas.

sabe Siegen. Teig, Tomatensauce, Käse – und wieder von vorn. Knapp 100 Mal an diesem Abend kommen die drei Grundzutaten zusammen, um als traditionell italienische Pizza heiß aus dem Ofen in einem der Pappkartons zu landen. Es ist Freitagabend, Wochenende. „Wenn es richtig knallt“, sagt „La Cucina“-Chef Christian Hesse, dann seien es sogar bis zu 130 Pizzen.
In der Dreisbach gibt es sie also noch, die Rushhour. Trotz Pandemie. Das To-go-Geschäft hat sich „eingegrooved“, und „La Cucina“ hat gut zu tun. Vor allem sonntags. Ab 16.45 Uhr klingelt das Telefon durchgängig bis zum Tatort. „Für uns heißt das drei Stunden Vollgas.“

Horrorszenarien bleiben aus

Das persönliche Fazit des 39-Jährigen nach über einem Jahr Corona fällt zumindest auf der finanziellen Seite nicht so schlecht aus wie erwartet. Dass man so gut durchkomme, damit habe man nicht gerechnet. Obwohl bisher kein Cent aus einem Überbrückungsfonds geflossen ist, haben sich die anfänglichen Horrorszenarien für ihn nicht bewahrheitet.
Der Gastronom erinnert sich. Mit dem ersten Lockdown stehen für ihn sorgenvolle Gedanken auf der Tagesordnung: „Man hat 16 Jahre alles gegeben, und jetzt soll alles vorbei sein?“ Aber es kommt anders. Der laufende Außer-Haus-Betrieb nimmt ihm nach und nach die Sorgen von den Schultern. Pizza, Pasta und Pandemie scheinen zusammenzugehen. Die Erwartungen wurden übertroffen. „Uns wurde der Laden eingerannt“, erinnert sich Christian Hesse.

Ohne "to go" geht es nicht

Zwei Tage nachdem die Gastronomie deutschlandweit zum Erliegen kommt, ist „La Cucina“ in den To-go-Betrieb gewechselt. Der Lieferservice ist dabei kein neuer, sondern nur ein erweiterter Geschäftszweig, ob dessen Schlüsselfunktion der Gastronom genau weiß: „Hätte ich das nicht gehabt, wäre ich im Sommer platt gewesen.“
Christian Hesse stellt also zwei neue Fahrer ein – die hat er vor allem am Wochenende nötig –, besorgt Unmengen an Pizzakartons und schmeißt die geliebten Steaks von der „Corona-Karte“. Ein ordentliches Stück Fleisch kommt ihm nicht in die Alu-Schale. „Manche Sachen gehen eben einfach nicht zum Mitnehmen. Da wird alleine durch den Transport zu viel Qualität genommen.“

Service fällt komplett weg

Die hochgezogene Lieferservice-Kultur im Angesicht der Notlage, meint Hesse, bringe aber auch manches Manko mit sich. Gastronomie befriedige nicht nur Hunger und Durst, es gehe auch um Service, um die Bewirtung von Gästen. „Das ist es, warum wir hier sind. Sonst hätte ich auch eine Pommes-Bude aufmachen können.“
Dass er „To go“ auch mal wieder gegen Teller tauschen kann, womöglich durch die Beschlusslage der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch, 3. März, daran glaubt Christian Hesse noch nicht recht. „Ich bin da eher pessimistisch eingestellt, ich schätze, man kann im Sommer vielleicht mit der Außengastro beginnen.“

sabe Siegen. Das sich nach der Merkel-Ministerpräsidenten-Runde die Türen der Gastronomen wieder öffnen könnten, davon geht die Branche nicht aus, sagt der stellv. Hauptgeschäftsführer der Dehoga Westfalen, Lars Martin. Trotzdem stellen er und die heimischen Betriebe klare Ansprüche an die Zusammenkunft um die Kanzlerin. „Wir brauchen endlich eine Perspektive“, sagt Martin. Gerade vor dem momentanen Stimmungsumschwung – die Corona-Maßnahmen betreffend – brauche es dringend ein positives Signal, wann und wie es weitergehen soll, ein Öffnungskonzept, einen Plan. „Sonst kann Enttäuschung schnell in Wut umschlagen.“ Die Forderung nach Perspektive ist dabei keine neue, sondern eine seit Wochen und Monaten geforderte. Das schöne Wetter, perfekte Szenerie für die Außengastronomie, verstärke die Forderung noch. Viele Gastronomen hätten schon im vergangenen Jahr in erweiterte Biergartenkapazitäten, Zwischentemperatur-Überbrücker wie Heizpilz, Wärmedecke und Co. investiert – und blieben bis jetzt auf dem Geld sitzen. Die schwammig-kontroversen Aussagen aus der Politik mit Blick auf eventuelle Öffnungsszenarien machten die angespannte Situation dabei nicht besser. „Bei dem einen heißt es Ostern, bei dem nächsten Pfingsten, und dann ist es doch erst der Spätsommer.“
Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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