Toborg rettete Feichtenbeiners Debüt

Hitzeschlacht und Fußball-Aufreger mit kleinem Happyend / Noch viel Arbeit mit Abwehr

geo Siegen. Nach dem Schlusspfiff und ein paar japsenden Sauerstoffzügen später ließen sich die ausgepumpten Siegener Kicker wie Helden feiern. Selbst Neu-Trainer Michael Feichtenbeiner hielt es nicht im schattigen Schutz der Haupttribüne, er eilte klatschend zu den Fans. Dabei gab es doch eigentlich gar keinen Sieg zu feiern, »nur« ein Unentschieden vor heimischem Publikum... – doch die Zuschauer dieses Fußball-Aufregers öffneten nach der Hitzeschlacht auch ohne einen Drei-Punkte-Rückenwind gerne ihre Herzen. Denn sie hatten beim 3:3 gegen den SV Wehen einen großen Fußball-Tag und die »Geburt« zweier neuer (kleiner) Fußball-Helden erlebt.

Gemeint sind die beiden Siegener Torschützen des gestrigen Tages, der wuselige Lars Toborg und der filigrane Timo Schlabach, der gar Sprechchöre auf der Fan-Seite erhielt. Die Treffer dieses Duos, das 90-minütige Hin und Her sowie das kleine Happyend mit dem 3:3-Ausgleichstreffer in der 86. Minute entschädigten für manche Unzulänglichkeit im Siegener Spiel, für Stellungsfehler in der nicht gerade sicheren Abwehr und für ebenso leichtfertige wie folgenschwere Fouls.

Wehens »Koller der Regionalliga«

Die kompakter besetzte, disziplinierter agierende Mannschaft war hingegen der beachtlich verstärkte SV Wehen. Mit dem baumlangen Guido Gorges aus Braunschweig in der Abwehr, einer Art »Koller der Regionalliga«, dem kaum zu bresmenden Ex-Erfurter Enis Dzihic und »Joker« Vitus Nagorny waren die besten Spieler der Hessen zugleich deren Neuzugänge. Man wird also vom SV Wehen wieder etwas hören in dieser Saison.

Auf den Einsatz eines wichtigen Neuzugangs hofft man nun auch bei Sportfr. Siegen, denn der Slowake Peter Nemeth, der noch keine Spielberechtigung besitzt, wurde im Spielaufbau schmerzlich vermisst. Immer wieder entglitt zudem dem Siegener Mittelfeld nach besseren Phasen die komplette Partie, so dass die Gäste entscheidend Oberwasser bekamen. Da fehlte die ordnende Hand, die einfach von nöten ist, um in der 3. Liga eine wichtige Rolle zu spielen.

Die Anfangsphase beispielsweise gehörte klar den Siegenern. Besonders John van Buskirk setzte gekonnt seine Mitspieler ein, wofür sich Lars Toborg in der 12. Minute bedankte, Gäste-Verteidiger Rüdiger Ziehl regelrecht im Strafraum »vernaschte« und das Leder kaltschnäuzig zum 1:0 an Torhüter Guido Koltermann vorbei schlenzte. Doch die Hessen erholten sich rasch und brachten nach einer undurchsichtigen Aktion vor dem Strafraum Einis Dzihic in Position, der die Viererkette aushebelte und Andreas Koch im Tor keine Chance ließ. Ein unnötiges Foul 20 m vor dem Tor brachte dann gar die 2:1-Halbzeitführung der Gäste. Saber Ben Neticha nahm Maß, schoss nicht einmal fest, aber sehr präzise über die Mauer, und Koch hatte erneut das Nachsehen.

Trainer Feichtenbeiner reagierte mit einer Doppel-Einwechslung auf dieses Missgeschick, war aber durch eine unglückliche Verletzung John van Buskirks praktisch mit dem Pausenpfiff auch teilweise dazu gezwungen. Der Amerikaner knickte ohne Fremdeinwirkung um und zog sich eine nicht unerhebliche Knöchelverletzung zu.

Wie zu Beginn übernahmen die Siegener auch in der 2. Halbzeit zunächst das kommando und glichen aus, als sich Lars Toborg mitten in der gegnerischen Hälfte energisch durchsetzte und mit feinem Pass Timo Schlabach in Marsch setzte. Der war mit Beginn der 2. Halbzeit für den blassen Jozef Kotula von links auf rechts gewechselt und drehte vor den Augen der Gegengeraden-Fans mächtig auf. Für das Zuspiel Toborgs bedankte er sich mit Präzisionsarbeit ins Eck zum 2:2.

Doch abermals glitt die Partie aus den Händen, sah man bei Siegen von Souveränität plötzlich keine Spur mehr. Die Gäste hatten durch Ben Neticha und Mokhtari in der Folge die besseren Chancen, fanden aber Siegens Koch jeweils auf dem Pfosten. Mit der Einwechslung des groß gewachsenen Nagornys übernahm Wehen dann endgültig die »Lufthoheit«, was sich in der 83. Minute nach einem Zott-Rempler an Dzihic dergestalt auszahlte, als Nagorny die Freistoß-Hereingabe am langen Eck völlig unbedrängt zur 3:2-Gästeführung einnickte. Nicht nur alle Siegener Abwehrspieler, auch Torhüter Koch schaute mehr oder weniger tatenlos zu.

Lukins tolle Vorarbeit zum 3:3

Doch Wehen hatte die Rechnung ohne Lars Toborg und auch ohne Eric Lukin gemacht, der in seiner einzig wirklich guten Aktion zu einem mächtige Solo ansetzte, schließlich Toborg in den Strafraum freispielte, der dann in perfekter Torjäger-Manier an Koltermann vorbei schob. Dieses 3:3 war der gerechte Lohn einer großen Energieleistung. Es war viel Frische im Spiel, das dankten die Zuschauer. Aber es gab auch noch viel Unsicherheit und Unordnung im Spiel. Aber zumindest gestern verzieh man das dem Feichtenbeiner-Ensemble gerne.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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