Tod dreier Frühgeborener: Staatsanwaltschaft geht von zufälliger Häufung aus

Drei Babys starben 2011 in der Kinderklinik nach ähnlichem Krankheitsverlauf. Die Staatsanwaltschaft sieht derzeit keine strafrechtlichen Anhaltspunkte. Foto: Archiv
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sz - Anfang September erschütterten drei Todesfälle von Frühgeborenen, die in der DRK-Kinderklinik am Siegener Wellersberg alle auf ähnlich dramatische Weise gestorben waren, die Region (die SZ berichtete). Die Staatsanwaltschaft Siegen und das hiesige Gesundheitsamt nahmen die Ermitlungen zu den Todesursachen auf. Am Mittwoch erreichten die Redaktion Presse-Erklärungen der Staatsanwaltschaft und der Kinderklinik, die hier zusammengefasst wiedergegeben werden.
In der Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Siegen vom gestrigen späten Nachmittag heißt es; ?In dem wegen des Todes von drei Frühgeborenen geführten Ermittlungsverfahren stehen insbesondere noch neuropathologische Gutachten aus.? Eine abschließende Bewertung des Sachverhalts aus strafrechtlicher Sicht sei bislang nicht möglich, so Oberstaatsanwalt Johannes Daheim.
Jedoch, so heißt es weiter, sei mittlerweile ein in Auftrag gegebenes Hygienegutachten eingegangen. Dies lasse mehrere Feststellungen zu: So seien die ?Lieferungen der von einer Apotheke hergestellten Spezialnahrung einwandfrei? gewesen. ?Abklatschproben, die in allen Bereichen des Krankenhauses unter anderem an Raumwänden und im Abflusssystem genommen wurden?, ließen nicht darauf schließen, ?dass strukturelle Hygienemängel vorgelegen haben könnten?.
Die beiden obduzierten Frühgeborenen ? ein drittes war bereits in der Türkei beerdigt worden ? seien mit ?unterschiedlichen Keimstämmen befallen? gewesen, Dies sei wegen des Krankheitsverlaufs auch bei dem dritten Baby zu vermuten. Vorläufig resümiert die Staatsanwaltschaft: Diese Feststellungen ?und der Umstand, dass die Verstorbenen in unterschiedlichen Stationen behandelt worden waren?, deuteten ?aus strafrechtlicher Sicht? darauf hin, ?dass das enge zeitliche Zusammentreffen der bedauerlichen Todesfälle als zufällig angesehen werden muss, zumal weiter vergleichbare Fälle nicht eingetreten sind?.

Personal nach Ergebnis erleichtert

Große Erleichterung wird nach diesen Feststellungen in der Presseerklärung der Kinderklinik spürbar. Dort heißt es, die ?leitenden Ärzte sowie die Geschäftsführung der DRK Kinderklinik Siegen? sähen sich durch die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft in ihrem Vorgehen bestätigt, aufgrund der Todesfälle im September Gesundheitsamt und Ermittlungsbehörden eingeschaltet zu haben.
?Auch Monate nach den Todesfällen sind wir alle noch tief betroffen?, wird Prof. Dr. Rainer Burghard, Chefarzt der Abteilung Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, zitiert. Burghard weiter: ?Uns war jedoch eine Klärung auch im Interesse der betroffenen Eltern sowie der beteiligten Mitarbeiter sehr wichtig. Dass die ersten Untersuchungsergebnisse nun keine strukturellen Ursachen im Hause oder bei den Lieferanten aufzeigen, bestätigt unseren Anfangsverdacht der zufälligen Häufigkeit der Todesfälle in der Hochrisikogruppe der Frühgeborenen.?
Mit Erleichterung reagierte laut Klinik-Mitteilung auch Verwaltungsleiterin Stefanie Wied: ?Natürlich sind wir froh, dass uns auch von einem weiteren externen Gutachter ein sorgfältiges Hygienemanagement bescheinigt wurde.?
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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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