Tradition hat eine Zukunft

 Der Schützenverein Berleburg mit Schützenhauptmann Dirk Pöppel (l.) an der Spitze zeichnete im Rahmen der Jahreshauptversammlung zahlreiche Jubilare für 25-jährige und 40-jährige Mitgliedschaft aus.  Der Schützenverein Berleburg tagte am Samstagabend im Bürgerhaus. Unter anderem wurden zahlreiche Mitglieder für 50-jährige und 60-jährige Vereinstreue ausgezeichnet und drei Schützen wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Fotos: fhe
  • Der Schützenverein Berleburg mit Schützenhauptmann Dirk Pöppel (l.) an der Spitze zeichnete im Rahmen der Jahreshauptversammlung zahlreiche Jubilare für 25-jährige und 40-jährige Mitgliedschaft aus. Der Schützenverein Berleburg tagte am Samstagabend im Bürgerhaus. Unter anderem wurden zahlreiche Mitglieder für 50-jährige und 60-jährige Vereinstreue ausgezeichnet und drei Schützen wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Fotos: fhe
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

fhe - Tradition: In Bad Berleburg wird dieser Begriff mit dem größten und ältesten Verein in Verbindung gebracht – dem Schützenverein Berleburg. Doch müssten Traditionen, stellte Schützenhauptmann Dirk Pöppel fest, „nicht immer mit politischen und gesellschaftlichen Veränderungen harmonieren“. Er erinnerte damit auch an dunklere Stunden in der 180-jährigen Vereinsgeschichte: 100 Jahre nach der Gründung waren durch die Einflussnahme der damaligen Politik in Deutschland viele Traditionen gefährdet.

„Doch unsere Traditionen erwiesen sich als stark, sie haben Kriege und manche schweren Krisen unbeschadet überstanden. Nach nunmehr 180 Jahren geht es Deutschland und damit uns im Vergleich zu manch schweren Zeiten der Vereinsgeschichte außerordentlich gut – hierüber können und sollten wir uns freuen.“ Mit diesen Worten eröffnete der Schützenhauptmann die Jahreshauptversammlung mit 180 anwesenden Schützenbrüdern und -schwestern im Bürgerhaus.

Nicht umsonst hat sich der 1838 gegründete Verein heute die Worte „Tradition ist Zukunft“ auf die Fahne geschrieben. Mit einer Größe von 1860 Mitgliedern war dementsprechend auch die Liste derjenigen Schützenschwestern und Schützenbrüdern lang, die am Samstagabend für ihre langjährige Treue zum Verein beglückwünscht werden konnten (vgl. Extra-Kasten). Zudem erhielten für besondere Leistungen im Verein die Schützen Erich Neugebauer (1. Kompanie), Carsten Sauer, Konstantin Schürmann und Fabian Rath (alle 2. Kompanie) sowie Pascal Becker und Björn Schneider (3. Kompanie) Verdienstnadeln überreicht. Ehrennadeln erhielten zudem Tina Grebe und Petra Leser-Haßler aus der 2. Kompanie.

Die höchste Auszeichnung im Verein stellt die Ernennung zum Ehrenmitglied dar, die sich am Samstagabend drei Schützen verdient hatten – und das nicht nur durch ihre langjährige Mitgliedschaft. Udo Arndt, Ulrich Gücker und Helmut Schneider haben sich in besonderem Maße für Kompanie oder Verein eingesetzt. Für ihr großes Engagement dankte der Verein nun mit der Ehrenmitgliedschaft. Ulrich Gücker wurde zudem in den Ehrenvorstand gehoben, nachdem er nun nach 26-jähriger Vorstandsarbeit – davon 17 Jahre als Beisitzer der 3. Kompanie – seinen Platz in jüngere Hände abgeben wollte.

Im Verein wird Ulrich Gücker gerne als „lebendes Vereinslexikon“ bezeichnet, seinen Abschied aus dem aktiven Vorstand würdigten die Anwesenden mit großem stehenden Applaus. In seine Fußstapfen tritt, nach Vorschlag aus der 3. Kompanie, Schützenbruder Stephan Lemmen. Damit rückt Sebastian Kargl aus der 3. Kompanie auf, der am Abend zum Schützenoffizier befördert wurde.

Bereits seit 23 Jahren im Vereinsvorstand, wurde auch der 3. Schützenhauptmann Günter Strack für drei weitere Jahre wiedergewählt. Ein weiterer Abschied war auch der von Jugendleiter Maurice Schlaf, der sein Vorstandsamt in der vorangegangenen Versammlung der Jugendkompanie an Florian Schneider abgegeben hat. Dem Wechsel wurde dann, nachdem sich auch der neue Jugendleiter dem Verein vorgestellt hatte, rein formell noch einstimmig zugestimmt. Nach acht Jahren im Jugendvorstand dankte der Vorstand Maurice Schlaf herzlich und wusste sein Engagement für den Verein überaus zu schätzen: Schützenhauptmann Dirk Pöppel bot sogar an, Maurice Schlaf könne sein Amt als Schützenhauptmann gleich übernehmen, da auch er sich im nächsten Jahr nicht wieder zur Wahl stellen wolle.

Gleichermaßen herrscht auch schon die Freude auf gute Zusammenarbeit mit einem komplett neu aufgestellten Jugendvorstand, der mit vier jungen Damen die höchste Frauenquote seit Vereinsbeginn darstellt. Maurice Schlaf konnte den Dank in seiner letzten Rede als Jugendleiter nur zurückgeben: Vieles wurde zuvor grundlegend umgekrempelt, um die Jugend wieder aufzubauen – das habe man zusammen geschafft. Nun sei es die Aufgabe, die Jugend im Berleburger Schützenverein weiterhin so motivieren zu können.

Und Maurice Schlaf brachte es, um die Worte zur Tradition des Schützenhauptmanns noch einmal aufzugreifen, dann auch auf den Punkt: „Tradition ist Zukunft, Zukunft ist die Jugend – und ohne Jugend wird der Verein sterben.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.