Träger befürchten Pflegekollaps

 Während Ursel Schneider vom Sozialen Dienst im AWo-Seniorenzentrum Erndtebrück den Bewohnern Kaffee einschenkte, sprach Einrichtungsleiter Hans-Joachim Mikuszies am Montag über den Notstand in der Pflege. Foto: Björn Weyand
  • Während Ursel Schneider vom Sozialen Dienst im AWo-Seniorenzentrum Erndtebrück den Bewohnern Kaffee einschenkte, sprach Einrichtungsleiter Hans-Joachim Mikuszies am Montag über den Notstand in der Pflege. Foto: Björn Weyand
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bw - Im kommenden Jahr soll erstmals bundesweit am 12. Mai der Tag der Pflege ausgiebig begangen werden. Darauf haben sich die verschiedenen Träger und Verbände geeinigt. Doch so lange wollte das Erndtebrücker AWo-Seniorenzentrum nicht warten, wie Einrichtungsleiter Hans-Joachim Mikuszies am Montag verriet. Wieso auch warten, wenn die Missstände doch drängen? Auf diese machte Mikuszies gemeinsam mit anderen Beschäftigten des Seniorenzentrums aufmerksam. „Es muss einiges passieren, um die Pflege zu stabilisieren“, sagte der Leiter der Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen.

Die AWo fordert, wie Mikuszies erläuterte, die Pflege auf eine breitere Basis zu stellen und daher eine Pflegebürgerversicherung zu bilden. Schließlich sei ja die Pflegeversicherung nur eine Teilkaskoversicherung, „und das bedeutet Unterversicherung“, so Mikuszies. Da die klassischen Familienstrukturen nicht mehr die Regel, sondern wohl eher die Ausnahme seien, funktioniere das Konstrukt nicht mehr. Im Moment sei daher die Pflege ein Armutsrisiko. Drei Prämissen seien bei jeder Pflegereform wichtig, so Hans-Joachim Mikuszies: Für Pflegebedürftige müsse weiterhin das Wunsch- und Wahlrecht gelten, für das Pflegepersonal müsse es eine vernünftige Entlohnung geben und für die Träger müsse es dazu noch tragfähige Rahmenbedingungen geben.

Wie dringend das Thema ist, erklärte Mikuszies nicht nur anhand vieler Zahlen, sondern auch mit einem Blick auf die Schwierigkeiten, Fachpersonal zu bekommen. „Wer in Siegen wohnt, überlegt sich doch, ob er oder sie den Weg bis Erndtebrück auf sich nimmt“, gab Mikuszies zu bedenken. Und der Bedarf werde zunehmen, schließlich gibt es klare Prognosen: Zurzeit seien 2,45 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig, im Jahr 2030 könnten es wohl 3,2 Millionen sein und bis zum Jahr 2050 soll die Zahl auf 4,23 Millionen steigen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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