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Konflikt zwischen Mountainbikern und Waldbesitzern
Trails mit Bäumen versperrt

Die Schilder sind deutlich: Fahrradfahrer sollen nur auf den Wegen fahren und nicht auf selbstgebauten Trails – die haben die Waldgenossenschaften zum Teil mit Bäumen versperrt.  Foto: Sarah Panthel
  • Die Schilder sind deutlich: Fahrradfahrer sollen nur auf den Wegen fahren und nicht auf selbstgebauten Trails – die haben die Waldgenossenschaften zum Teil mit Bäumen versperrt. Foto: Sarah Panthel
  • hochgeladen von Sarah Panthel (Redakteurin)

sp Eiserfeld. Zahlreiche Schilder hat die Waldgenossenschaft in Eiserfeld aufgebaut. Darauf abgebildet: ein Verbotszeichen für Fahrräder und die Bemerkung, dass sie abseits der Wege nicht fahren dürfen. Die Hinweise sind nicht zu übersehen, so oft und so gut platziert wurden sie. Aber warum der Aufwand? Klaus Runkel, Vorsteher der Waldgenossenschaft Hauberg Eiserfeld, gibt eine Antwort und holt dafür weiter aus. Seit einiger Zeit fahren demnach Mountainbiker auf dem Grund und Boden der Genossenschaft, auf sogenannten Trails, mitten durch den Wald. Sehr zum Ärger der Waldbesitzer. „Die Rechtslage ist eindeutig“, sagt Runkel. Es handelt sich um Privatbesitz. „Das ist so, als ob jemand durch den eigenen Garten fährt.“ Man dürfe nur über die Wege fahren – daran aber hielten sich nicht alle.

sp Eiserfeld. Zahlreiche Schilder hat die Waldgenossenschaft in Eiserfeld aufgebaut. Darauf abgebildet: ein Verbotszeichen für Fahrräder und die Bemerkung, dass sie abseits der Wege nicht fahren dürfen. Die Hinweise sind nicht zu übersehen, so oft und so gut platziert wurden sie. Aber warum der Aufwand? Klaus Runkel, Vorsteher der Waldgenossenschaft Hauberg Eiserfeld, gibt eine Antwort und holt dafür weiter aus. Seit einiger Zeit fahren demnach Mountainbiker auf dem Grund und Boden der Genossenschaft, auf sogenannten Trails, mitten durch den Wald. Sehr zum Ärger der Waldbesitzer. „Die Rechtslage ist eindeutig“, sagt Runkel. Es handelt sich um Privatbesitz. „Das ist so, als ob jemand durch den eigenen Garten fährt.“ Man dürfe nur über die Wege fahren – daran aber hielten sich nicht alle.

Die Schilder seien eine erste Maßnahme gewesen, die aber nicht wirklich zum Erfolg geführt habe. „Wir haben keine Chance gegen die Mountainbiker“, sagt Runkel. Sie führen zum Teil auch in der Dämmerung und nachts. Weitreichende Probleme seien die Folge: Das Wild werde aufgeschreckt, die Jäger könnten ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Das führe auch dazu, dass sich die Wildschweine in den Gärten wohlfühlten, so Runkel. Und für die Waldbauern konkret heiße weniger Jagd mehr Wild und damit mehr Schäden an ihren Pflanzen (Wildverbiss). Zudem würden Tiere gestört, die am Boden lebten und junge Pflanzen würden kaputt gefahren.

"Das hat denen gestunken"

Gespräche mit den Mountainbikern, wenn er denn auf welche treffe, seien oft unschön verlaufen, sagt der Eiserfelder Waldvorsteher. Er habe sie darauf hingewiesen, dass der Wald im privaten Besitz sei. Dafür hätten viele kein Verständnis. Im Gegenteil. Zum Teil werde er beleidigt oder ihm werde gedroht. Da die mündlichen wie schriftlichen Hinweise keinen Erfolg erzielten, griffen die Waldbesitzer zu anderen Maßnahmen. Sie fällten Bäume und legten sie als Absperrung über die Wege. „Das hat denen gestunken“, sagt Runkel offen, aber man habe keine andere Möglichkeit mehr gesehen. Auf eines der Schilder hat jemand die Handlung kommentiert: „Die Nadelbäume nimmt euch der Borkenkäfer. Die Laubbäume nehmt ihr euch selbst.“ Davon abgesehen, dass das Schild beschmiert wurde, kann der Waldvorsteher diese Bemerkung nicht nachvollziehen. Es sei schließlich ganz normal, dass auch gesunde (Laub-)Bäume „geerntet“ würden.

Trails an der Eisernhardt

Noch schlimmer aber sei die Situation in Eisern. Dort gebe es zum Teil organisiere Fahrten, berichtet Runkel. Kleine Busse kämen, ließen die Biker oben am Berg raus und holten sie unten wieder ab. Die Probleme mit den „Wild“-Fahrern bestätigt auch Willi Brandl, Waldvorsteher der Waldgenossenschaft Eisern. Vor etwa drei Jahren hätten sich die Mountainbiker eine Art Trasse gebaut, die häufig befahren werde. Die Fahrer seien sogar so dreist gewesen und hätten beim Grünflächenamt angerufen, um sich über Äste zu beschweren, die auf dem Trail lägen, sagt Brandl. Der neue Flowtrail am Fischbacherberg in Siegen, der eine legale Alternative bieten sollte, sei für viele Sportler nicht anspruchsvoll genug. Deshalb seien die Biker immer noch und immer wieder an der Eisernhardt im Wald unterwegs.

Gespräche mit dem MTB Siegerland

Sven Achenbach, Vorsitzender des MTB Siegerland, hat Verständnis für die Beschwerden der Waldbauern. Im vergangenen Jahr habe es bereits Treffen mit den Waldgenossenschaften und anderen Beteiligten gegeben. Es gebe Fahrradfahrer, denen seien die Regelungen egal, so Achenbach: „Die Rechtslage ist aber eindeutig. Das muss respektiert werden und wir unterstützen das.“

Die Genossenschaften hätten ihm versichert, dass sie nichts auf den Weg legten, das Fahrradfahrer gefährden könnte. Dass mutwillig jemandem geschadet werden soll, könne er sich nicht vorstellen. Die Wut der Waldbesitzer habe sich mittlerweile zu einer Ernüchterung entwickelt, weils sie nichts tun könnten, sagt Achenbach. „Fahrt da, wo es erlaubt ist. Dort, wo es nicht erlaubt ist, bleibt weg“, lautet der Appell des Vorsitzenden. Es sollen weiterhin Gespräche geführt werden, um Lösungen für das Problem zu suchen.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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