Traumprinz gesucht!

Rundum pfundig: Cindy aus Marzahn, die am Freitagabend in der Siegerlandhalle behauptete: „Nicht jeder Prinz kommt uff’m Pferd!“ Foto: ciu
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ciu Siegen. Cindys Gürtellinie ist was zum Hinschauen und auch wieder nicht. Umfasst wird sie von einer durchaus gewaltigen Nickihose in Pink und ist rund nach allen Seiten. Nichts wird hier kaschiert, die Gürtellinie ist ein Blickfang, und alles, was drunter ist, keineswegs tabu. Ohne Wenn und Aber erklärt die Frau aus Marzahn ihre Welt. Dabei fängt sie das Ordinäre (zum Glück) immer mal wieder ab, kann richtig süß sein, bemitleidenswert putzig („Oooh!“), ist eine die Großes träumt und sich im Kleinen eingerichtet hat. Und so setzt sich Cindy ihren Prinzen selbst auf das Hoppe-Pferdchen, Sebastian, den sie am Freitag in der ausverkauften Siegerlandhalle einen Abend lang anflirtete und am Ende bekam – auf die Bühne jedenfalls …

Glücksbringerin ist Cindy aus Marzahn für andere. Zum einen für ihr Alter ego, die Berliner Unterhalterin Ilka Bessin, die in Zeiten der Arbeitslosigkeit diese Figur erfunden hat (inzwischen gleich mehrfach mit dem Deutschen Comedy-Preis ausgezeichnet), zum anderen für das Publikum, dem sie ein Dauergrinsen ins Gesicht zaubert, das schadenfroh sein kann, ungläubig und verblüfft, mal auch ein bisschen unsicher (darf man Witze über Türken, Blinde, Eva Herman, Dicke, Polen, Männer oder andere Randgruppen machen?) oder einfach happy.

Am besten ist Cindy immer dann, wenn sie aus ihrem bewegten Leben erzählt. Zum Beispiel vom Halbtagsjob in der chinesischen Glückskeksfabrik, wo sie irgendwann aus Langeweile die Sinnsprüche sabotierte – mit selbst geschriebenem Gedankengut: „Made in China“, „hergestellt 1843“. Klar, dass sie bald wieder zum Arbeitsamt musste. Und von dort in den Antiaggressionskurs. Mit Ahmed, Mohammed und Zwiebelmett im Schneidersitz? Das konnte nix werden. Gleiches gilt für Cindy im Fitnessstudio. Mit „15 Bekloppten“ auf der Stelle Fahrradfahren? Nä. Die Ernährung umstellen? Schon eher. Im Kühlschrank den Schokopudding neben den Grießbrei, den Grießbrei neben die Königsberger Klopse …

Cindy schätzt ihre Lage realistisch ein. „Nicht jeder Prinz kommt uff’m Pferd!“ behauptet sie in ihrem aktuellen Programm, wirft sich sicherheitshalber aber trotzdem ins Prinzessinnenkostüm. Sieht darin noch üppiger aus, passt aber gut auf den Thron in XXL. Warum landet sie nur bei Männern wie Enrico („Der wollt’, dat ick zu ihm ziehe, der Idiot. Der wohnt im offenen Vollzug.“) oder Klaus, dem Aus- und Rückwanderer, und nicht bei netten Jungs wie „Tschevin aus Tschörlitz“? Egal ob Fisch Fahrrad sucht oder Glatze Matratze oder Prinzessin Prinz, eine bleibt immer allein: Cindy. Wie gut, dass ihre Fans bei ihr sind. Übrigens auch in der Optik. Denn Rosa und Pink, Diadem und Kunstblume im Haar gingen gut am „Merchandise“. Cindy sei’s gegönnt!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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