Trend zur Digital-Leihe

 Die Stadtbücherei in Bad Berleburg erfreut sich großer Beliebtheit. Allein, die Resonanz in der Online-Leihe steigt – damit ist die Odebornstadt im bundesweiten Trend. Derzeit ist dieses Angebot allerdings noch eher eine Ergänzung. Foto: Timo Karl
  • Die Stadtbücherei in Bad Berleburg erfreut sich großer Beliebtheit. Allein, die Resonanz in der Online-Leihe steigt – damit ist die Odebornstadt im bundesweiten Trend. Derzeit ist dieses Angebot allerdings noch eher eine Ergänzung. Foto: Timo Karl
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tika - Es ist ein Zug, auf den Büchereien aufspringen – weil sie dem Trend folgen müssen. Das digitale Leihangebot erfreut sich zunehmender Beliebtheit. „Wir verbuchen jedes Jahr ein paar mehr Online-Leihen. Immer mehr Menschen lassen sich auf die neuen Medien ein“, erklärte Regina Linde auf Anfrage der Siegener Zeitung.

Die Pressesprecherin der Stadt Bad Berleburg beurteilte diese Entwicklung in der Stadtbibliothek als durchaus typisch, der bundesweite Trend zeichnet sich auch in Bad Berleburg ab. Anders als in anderen Teilen der Republik, wo derzeit viele Büchereien ums Überleben kämpfen, sieht man der Zukunft in der Odebornstadt aber gelassen entgegen.

„Wir können und dürfen in Bad Berleburg nicht hinterherhinken, wir dürfen uns da nicht ausklinken. Das Online-Leihangebot ist ein Trend, den wir unterstützen“, berichtete Regina Linde. Insgesamt zehn Prozent aller Leihen – Bücher, Filme und Musik – gingen im vergangenen Jahr in der Berleburger Stadtbücherei online über die Bühne, 90 Prozent allerdings direkt vor Ort. „Die meisten Menschen wünschen immer noch eine persönliche Beratung“, berichtete die Pressesprecherin im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Dennoch, auch in absoluten zeichnet sich ein erster Trend ab: Im vergangenen Jahr verbuchte die Stadtbücherei Bad Berleburg – die anders als die Büchereien in Bad Laasphe und Erndtebrück auch ein digitales Leihangebot bereithalten – 16680 physische und 2421 digitale Ausleihen. Im Jahr zuvor waren es noch 17641 physische und 2190 elektronische Vorgänge. Dieser Rückgang ist noch gering, er gibt eine Richtung vor.

Etwa 15 000 Medien – Romane, Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur, Hörbücher, CDs sowie Zeitschriften – hält die Bibliothek bereit. Seit November 2013 steht außerdem das Angebot zum Download elektronischer Medien im Internet unter www.onleihe24.de zur Verfügung – ein Verbund, dem sich insgesamt sieben weitere städtische Büchereien im Siegen-Wittgenstein angeschlossen haben.

Eine Gefahr für die Existenz der Vor-Ort-Präsenz in Bad Berleburg ist dies allerdings nicht – vorerst, denn: „Die Resonanz in der Bücherei wird langfristig sinken. Man muss eine solche Präsenz natürlich immer wieder überprüfen, das passiert in einer Verwaltung ohnehin ständig“, erklärte Regina Linde.

Im Hinblick auf die Bibliotheken geschieht dies vor zwei Hintergründen: Einerseits sinkt durch den demografischen Wandel die Zahl der Leser, andererseits sind neue Bücher oder Medien grundsätzlich kostenintensiv. Die Verbundlösung, wie sie die Stadtbücherei in Bad Berleburg praktiziert, wirkt dem entgegen. „Kurz- und mittelfristig ist die Bibliothek in Bad Berleburg aber nicht von einer Schließung oder einer Reduzierung bedroht“, war sich Regina Linde sicher.

Die einzigen Büchereien ohne Online-Leihangebot im Kreisgebiet sind indes die in Erndtebrück und Bad Laasphe. „Bei uns gibt es derzeit keine Überlegungen, ein Onlineangebot zu schaffen. Natürlich wäre das nötig, derzeit ist es aber schlichtweg nicht angedacht“, erklärte Michaela Lindauer von der Bücherei in der Lahnstadt. Im vergangenen Jahr verbuchte die Einrichtung 5743 Ausleihen, 2014 waren es noch 5662 – ein leichter Rückgang. Die „Zweigstellen“ der Bibliothek in Feudingen und Banfe sind darin allerdings nicht berücksichtigt. „Grundsätzlich haben alle Bibliotheken mit einem Rückgang zu kämpfen, der Standort Laasphe ist allerdings stabil“, erklärte Michaela Lindauer.

Einen ähnlichen Trend stellt auch Janet Dörnbach-Lueks fest. Die Leiterin der Bibliothek in Erndtebrück verbuchte im Jahr 2014 insgesamt 5700 Ausleihen, die Zahlen für das abgelaufene Jahr liegen noch nicht vor. „Grundsätzlich sind die Ausleihen weniger geworden. Positiv ist aber, das die Zahl der Kinder, die herkommen und Bücher leihen, gleichbleibend hoch ist“, erklärte Janet Dörnbach-Lueks.

Allein, eine Online-Ausleihe würde auch die Erndtebrückerin gern einführen, es fehlen aber die finanziellen Mittel dazu. „Das ist eine Frage der Kosten“, berichtete die Leiterin. Ein Problem, dass Erndtebrück zumindest nicht exklusiv hat.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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