„Treten Sie zurück, Dr. Rohr”

Offener Brief der bürgerschaftlichen Vereine

sz Siegen. In einem offenen Brief an den Beigeordneten der Stadt Siegen, Dr. Rohr, fordern die bürgerschaftlichen Vereine seinen Rücktritt. Der Anlass für den Brief, den Walter Schwertfeger (Initiativkreis Apollo-Theater), Bernhard Stratmann (Kulturkreis Siegerland), Prof. Dr. Albert Walenta (Kuratorium Initiativkreis Apollo-Theater) und Volker Behnsen (Förderkreis Siegerland-Theater) unterschrieben haben, ist die abweichende Stellungnahme des Beigeordneten für Kultur in Sachen „Apollo-Theater”.

In dem Schreiben heißt es: In den Medien war Ihre „abweichende Stellungnahme” zur Vorlage des Bürgermeisters ausführlich nachzulesen. Wir als Freunde und Förderer des Theaters fragen uns: Was treibt ausgerechnet den Beigeordneten für Kultur dazu, das Apollo-Projekt verhindern zu wollen?

Dass das Apollo für Politik, Verwaltung und Bürgerschaft eine ebenso schwierige wie lohnende Herausforderung darstellt, liegt auf der Hand. Welche finanzwirtschaftlichen Risiken zu bedenken sind, hat der Stadtkämmerer pflichtgemäß dargelegt. Auch wir als bürgerschaftliche Vereine haben ein Interesse daran, dass alle sachlichen Gegenargumente einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden. Dies sehen wir als selbstverständlich an.

Sie jedoch, Herr Dr. Rohr, bringen keine fundierten Argumente in die Debatte ein. Im Gegenteil: Ihre Äußerung, dass es in dieser Groß- und Universitätsstadt mit einem Einzugsbereich von 500000 Menschen keinen Bedarf für ein Theater gibt, ist nicht nur falsch, sondern stellt eine Verhöhnung der Bürgerschaft dar. Offensichtlich übertragen Sie Ihr ausgewiesenes Desinteresse am Theater in fahrlässiger Weise auf andere.

Mit warnendem Unterton titulieren Sie die vielen Bürger, die sich ideell und materiell für das Theater einsetzen, als „Interessengruppen”, die es mutmaßlich darauf abgesehen haben, die Rechte „der Stadt” zu beeinträchtigen. Dieses obrigkeitsstaatliche Verständnis zum Verhältnis zwischen Bürger und Verwaltung gehört dem vorletzten Jahrhundert an.

Nur in der Zusammenarbeit zwischen Bürgerschaft und öffentlicher Hand werden in Zukunft viele notwendige Vorhaben zu realisieren sein. Das Apollo-Projekt ist ein Vorbild in Sachen Public-Private-Partnership. Wir werden eine jährliche Summe von 500000 DM für den Kulturbetrieb aufbringen und darüber hinaus Verantwortung übernehmen für das Gelingen des Programms. Wir können und wollen dies nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Stadt Siegen tun.

Sie, Herr Dr. Rohr, haben sich spätestens mit Ihrer Stellungnahme als Gesprächs- und Verhandlungspartner disqualifiziert. Deshalb sollten Sie sich in Zukunft aus „Apollo” heraushalten, oder besser noch: Tun Sie dieser Stadt und ihren Bürgern den Gefallen: Treten Sie zurück, Herr Dr. Rohr!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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