Aktionsgemeinschaft Rothaargebirge zur Route 57
„Tricksereien des CDU-MdB Volkmar Klein“

Die Route 57 wird weiterhin heiß diskutiert.

sz Siegen. Auf die umfangreiche Berichterstattung zu der Route 57 hat jetzt auch die Aktiongemeinschaft Rothaargebirge reagiert. In der Pressemitteilung betont die Aktionsgemeinschaft, dass keineswegs 40.000 Einwohner des Wittgensteiner Landes eine Schnellstraße wünschen, wie die Befürworter den Eindruck erwecken. In dem Schreiben heißt es: „Regelmäßig lässt sich der Erndtebrücker Rat über den Sachstand zum Bau der Ortsumgehung berichten. Dabei scheint die Erwartung der Mitglieder sehr von ,alternativen Fakten’ geprägt zu sein. Wir möchten daher einige wichtige Aspekte ins rechte Licht rücken.“

Aktiongemeinschaft wirft Volkmar Klein "Tricksereien" vor

Laut Aktiongemeinschaft war die Ortsumgehung (OU) Erndtebrück kurz vor der Diskussion des Bundesverkehrswegeplans 2030 als nicht bauwürdig eingestuft worden, weil das Nutzen-/Kostenverhältnis kleiner als 1 war. „Dazu muss man wissen, dass der Nutzen sehr großzügig bewertet wird, die Kosten kleingeredet und die Schäden an Natur und Umwelt rechnerisch überhaupt nicht erfasst werden. Nur durch Tricksereien des CDU-MdB Volkmar Klein mit dem Staatssekretär Ferlemann vom BMVI wurde ein Weg gefunden, die OU doch noch in den vordringlichen Bedarf einzuordnen“, schreibt der Verein.

Verein Route 57 äußert scharfe Kritik

Laut dem Verein zeigten die täglichen Zahlen ganz klar, dass der Verkehr im Zentrum von Erndtebrück zum größten Teil Ziel- und Quellverkehr ist, der sich durch eine Ortsumgehung kaum verringern lasse. Die amtlichen Zahlen (Stand 2015) seien seit Jahren rückläufig, ebenso nehme in allen Wittgensteiner Kommunen die Bevölkerungszahl ab. So habe der Rat aus berufenem Munde zur Kenntnis nehmen müssen: „Wenn es uns nicht gelingt, die Straße bis 2030 fertigzustellen, wird sie schon aus demografischen Gründen nicht mehr gebaut werden.“ Das heiße mit anderen Worten: „Lasst uns schnell noch eine Straße bauen, denn wenn sie fertig ist, wird sie nicht mehr gebraucht.“

Artenschwund auch für das Überleben der Menschen bedrohlich

Laut Aktionsgemeinschaft gibt es auf der B62/B508 zwischen Erndtebrück und Hilchenbach bzw. Netphen keine Staus, es sei denn, durch gelegentliche Verkehrsunfälle oder Baustellen. Die aktuellen Verkehrsbehinderungen hätten mit einem Neubau einer B 62/B 508 nicht das Geringste zu tun. Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Der Landesbetrieb Straßen NRW unterrichtet regelmäßig die ,Träger öffentlicher Belange’, z. B. die Naturschutzverbände und die Kommunen, über den Stand der Planung. Hierfür gibt es genaue gesetzliche Vorgaben, diese Regeln sollen verhindern, dass im Eilverfahren die Landschaft zerstört wird, ohne die Folgen zu kennen.“
Den Naturschützern zufolge hat es sich wohl noch nicht überall herumgesprochen, wie bedrohlich der Artenschwund auch für das Überleben der Menschen ist. Stattdessen hätten viele Kommunalvertreter schon die nächsten Gewerbegebiete auf ihrer Wunschliste. Das Rothaargebirge sei nicht nur Heimat für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten, es enthalte auch die größten unzerschnittenen verkehrsarmen Räume in Deutschland. „Für Leute, die nur in Wirtschaftswachstumsphantasien leben, sind das keine bedenkenswerten Argumente“, kritisiert der Verein. „Es sei daran erinnert, dass es für Lützel keine Ortsumgehung geben wird, weil aus naturschutz-fachlichen Gründen keine Trasse gefunden werden konnte. Dieses Ergebnis könnte auch für Erndtebrück am Ende des Planungsprozesses stehen. Gemessen am fiktiven Bedarf wäre das nicht die schlechteste Lösung.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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