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Wie geht es den Laubwäldern im Kreis?
Trockenheit stresst auch Eiche, Buche und Co.

Bald treiben die Bäume wieder aus. Wie stark die Kronenverlichtung in diesem Jahr sein wird, wird sich zeigen.
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  • Bald treiben die Bäume wieder aus. Wie stark die Kronenverlichtung in diesem Jahr sein wird, wird sich zeigen.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

sp Siegen. Wie geht es den Wäldern in Deutschland? Um eine Antwort auf diese Frage zu bekommen, werden jedes Jahr die Zustände der Baumkronen stichprobenartig bewertet. Das Fazit für das Jahr 2020: Der Kronenzustand hat sich weiter verschlechtert, heißt: Die Wälder sind krank. Die Ergebnisse der Erhebung stellte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) kürzlich vor – es sind die schlechtesten seit Beginn der Dokumentation im Jahr 1984. Der Anteil der Bäume ohne Kronenverlichtung betrug nur noch 21 Prozent. Es ist die Dürre der vergangenen drei Jahre gewesen, die den Bäumen, besonders der Fichte, zu schaffen machte.

Auch hier in der Region ist die Landschaft mittlerweile geprägt von kahlen Flächen, wo einst der „Brotbaum“ der Waldbauern stand.

sp Siegen. Wie geht es den Wäldern in Deutschland? Um eine Antwort auf diese Frage zu bekommen, werden jedes Jahr die Zustände der Baumkronen stichprobenartig bewertet. Das Fazit für das Jahr 2020: Der Kronenzustand hat sich weiter verschlechtert, heißt: Die Wälder sind krank. Die Ergebnisse der Erhebung stellte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) kürzlich vor – es sind die schlechtesten seit Beginn der Dokumentation im Jahr 1984. Der Anteil der Bäume ohne Kronenverlichtung betrug nur noch 21 Prozent. Es ist die Dürre der vergangenen drei Jahre gewesen, die den Bäumen, besonders der Fichte, zu schaffen machte.

Auch hier in der Region ist die Landschaft mittlerweile geprägt von kahlen Flächen, wo einst der „Brotbaum“ der Waldbauern stand. Die Fichtenwälder der Stadt Siegen sind beispielsweise aufgrund der Trockenheit und des Borkenkäfers zu 90 Prozent gefällt oder kahl. Aber wie geht es den Laubwäldern in Siegen-Wittgenstein? Manfred Gertz, Leiter des Regionalforstamtes des Kreises, und Siegens Stadtförster Jan-Marc Heitze geben Antworten.

Sorge um gut 200 Jahre alt Buchen

Die Wälder im Kreis Siegen-Wittgenstein bestehen zu 47 Prozent aus Laubwäldern und zu 53 Prozent aus Nadelwäldern. Es seien die ältesten Bäume, die als erstes litten, erklärt Gertz. Der Vorteil im Kreis: „Die Eichenwälder sind noch relativ jung.“ Im Staatswald aber stünden mit die ältesten Buchen in ganz NRW. In Wittgenstein gebe es Bestände, die gut 200 Jahre alt seien. „Die gewöhnen sich an die Situation, die sie seit Jahrzehnten vorgefunden haben.“

Messstationen in Siegen-Wittgenstein hätten gezeigt: „Die Durchschnittstemperatur ist innerhalb von ein paar Jahren um 2 Grad gestiegen, das ist gewaltig“, so Gertz. Auch wenn es sich nicht nach viel anhöre, habe die Zahl große Auswirkungen. Der Baum komme nicht schnell genug mit einer Gegenstrategie hinterher. „Wenn der über 150 Jahre immer eine gute Wasserversorgung hatte, dann hat er sich mit seinen Wurzeln angepasst.“ Bekomme der Baum plötzlich nicht mehr genügend Wasser, bekomme er Stress. „Die Pflanze schmeißt erst mal ein paar Blätter oder Äste ab.“ Es kommt zu der sichtbaren Kronenverlichtung. „Das ist eine kurzfristige Reaktion auf nicht genügend Niederschlag.“ Gertz erklärt, dass man das im Sommer selbst sehen könne. Wenn man sich unter eine große Buche stelle und man durch die Krone den Himmel sehen könne, sei das ein Zeichen, dass es dem Baum schlecht gehe, denn normalerweise seien die Blätter zu dicht dafür.

Noch gehe es den Laubwäldern hier aber vergleichsweise gut, sie seien gesünder als in anderen Regionen, erklärt Gertz. Es gebe nur „hin und wieder solche Schäden“, also Kronenverlichtungen und extremen Sonnenbrand unter der Rinde. Auch die Eiche im Kreisgebiet habe bislang relativ wenig Hitzeschäden. „Das ist noch harmlos.“

Noch keine bedeutenden Schäden

Heitze berichtet Ähnliches: „Bei den Laubbäumen des Stadtwaldes sind bedeutende Schäden bislang ausgeblieben.“ Allerdings würden die Schäden an Laubbäumen erst nach einigen Jahren sichtbar, wenn beispielsweise Pilze  in den Baum eingedrungen seien. „Aus meiner Sicht wird sich diesen Sommer/Herbst zeigen, ob gravierende Schäden am Laubholz vorhanden sind“, so Heitze.
In Massen aufgetretene Schädlinge wie den Borkenkäfer gab es bei den Laubbäumen bislang nicht. Aber: „Zu jeder heimischen Baumart gibt es unzählige angepasste Pilzarten und Insekten, die die Bäume primär schädigen oder geschwächte Bäume beispielsweise aufgrund von Trockenheit weiter schwächen können“, so Stadtförster Heitze.

Bald treiben die Bäume wieder aus. Wie stark die Kronenverlichtung in diesem Jahr sein wird, wird sich zeigen.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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