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Busreisebranche nimmt wieder Fahrt auf
Türen zu und endlich los!

Alle einsteigen: Bei Sauerlandgruss-Reisen sind insbesondere die Fahrten innerhalb Deutschlands zurzeit ein Renner.
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nja Siegen/Olpe. „Die Welt ist doch viel zu schön, um darüber hinwegzufliegen“: Mit diesem Motto wirbt Julian Schmidt, der im Bad Laaspher Ortsteil Feudingen am 1. Juli das erste Mal seit dem Lockdown im Herbst 2020 den Motor seines Vier-Sterne-Reisebusses anwirft, wenn auf einem Großteil der 44 Sitze auch wieder reisefreudige Kunden Platz genommen haben, alle Koffer verstaut sind. Seit Ende Mai dürfen Reisebusse wieder Fahrt aufnehmen, die Feudinger Premiere am Donnerstag führt für fünf Tage nach Arlberg in Tirol. „Es läuft ganz gut an“, freut sich Schmidt, fügt aber sogleich hinzu: „Aber das halbe Jahr ist ja schon gelaufen.“

Auch die nächsten Touren ins Altmühltal und an die Nordsee erfreuen sich guter Nachfrage.

nja Siegen/Olpe. „Die Welt ist doch viel zu schön, um darüber hinwegzufliegen“: Mit diesem Motto wirbt Julian Schmidt, der im Bad Laaspher Ortsteil Feudingen am 1. Juli das erste Mal seit dem Lockdown im Herbst 2020 den Motor seines Vier-Sterne-Reisebusses anwirft, wenn auf einem Großteil der 44 Sitze auch wieder reisefreudige Kunden Platz genommen haben, alle Koffer verstaut sind. Seit Ende Mai dürfen Reisebusse wieder Fahrt aufnehmen, die Feudinger Premiere am Donnerstag führt für fünf Tage nach Arlberg in Tirol. „Es läuft ganz gut an“, freut sich Schmidt, fügt aber sogleich hinzu: „Aber das halbe Jahr ist ja schon gelaufen.“

Auch die nächsten Touren ins Altmühltal und an die Nordsee erfreuen sich guter Nachfrage. Der Bus wurde mit einer neuen Filteranlage ausgestattet, Sicherheit geht vor. Der Jahresplan steht, das Finale 2021 soll – nach jetzigem Stand der Dinge – ins Erzgebirge führen.

Keine Kapazitätsbegrenzung mehr

Die Reisebusbranche ist arg gebeutelt, das Jahr 2020 verlangte den Unternehmen schon viel an Durchhaltevermögen ab. Nach drei Monaten Stillstand im Frühjahr liefen die Geschäfte im Sommer zunächst sehr zaghaft an (die SZ berichtete). Der zweite Lockdown in November dann ließ nicht nur das so wichtige Adventsgeschäft zum unerfüllten Wunschtraum verkümmern. Die nun geltenden Hygienemaßnahmen bewegen sich etwa auf dem Niveau der Zugangsbeschränkungen für Hotels und Gastronomie.

Busreisen ohne Kapazitätsbegrenzung sind nun also wieder möglich, wenn alle Teilnehmer aus Regionen mit Inzidenz von unter 35 kommen. Liegt die Inzidenz stabil zwischen 100 und 50,1, sind Busreisen mit negativem Testnachweis und Kapazitätsbegrenzung (60 Prozent) möglich, falls nicht ausschließlich Geimpfte oder Genesene teilnehmen oder alle Atemschutzmasken tragen.

"Am 9. Juni ging es schon nach Wangerooge. Die Insel ist ein Selbstläufer."
Christina Heuzeroth
Ideal-Reisen Siegen

„Sind alle Gäste geimpft, können wir die Busse voll besetzen, und es muss niemand eine Maske tragen“, erklärt Christina Heuzeroth von Ideal-Reisen in Siegen das Prozedere. „Sind nicht alle geimpft, muss Maske getragen werden – oder 40 Prozent der Plätze bleiben frei.“ Die nicht Immunisierten sitzen dann separat. Langsam trudelten Buchungen ein; die erste Fahrt ging allerdings schon am 9. Juni nach Wangerooge: „Diese Insel ist ein Selbstläufer.“ Am Samstag bricht ein halb gefüllter Reisebus Richtung Bretagne auf. „Da sind einige Umbuchungen aus dem Vorjahr bei.“

Wenig Vorlauf zur Verfügung

Nun sinken die Inzidenzen, die Politik gab Ende Mai grünes Licht – viel Zeit zum Planen bliebt da natürlich nicht. „Drei Tage vor dem Neustart kam die Erlaubnis – normalerweise benötigen wir schon sechs bis acht Wochen Vorlauf. Zum Beispiel für Hotelbuchungen“, sagt Jessica Theile-Förster von Sauerlandgruss-Reisen aus Drolshagen. Doch was ist derzeit schon normal ... Und so wurde in die Hände gespuckt, die Werbetrommel gerührt, Kontakt zu Hoteliers gesucht.

Ein erstes Fazit aus dem Sauerland: „Wir sind recht zufrieden mit den bisherigen Anmeldezahlen.“ Auch dort wird am 1. Juli der Motor angeworfen. 36 Gäste darf das Unternehmen von Stefan Heuel dann für einen Tag ans Steinhuder Meer entführen. Am Sonntag startet die erste Viertagestour der Saison. Es geht in den Spreewald. Ziele in Deutschland sind sehr begehrt, „und für uns auch berechenbarer“, sagt Theile-Förster. „Doch auch die Tour zum Glacier-Express in der Schweiz und jene zu den Bregenzer Festspielen sind u. a. schon ausgebucht, Reisen nach Österreich werden gebucht, und ein Masuren-Trip später im Jahr hat auch schon sehr gute Chancen.“ Natürlich müssen sich die Reisen rechnen. Im 2020 angeschafften Premiumbus ist Platz für 30 Reiselustige – statt vier Sitzen bieten dort drei mehr Abstand.

Zweites Standbein eine Möglichkeit

Elmar Buschhaus vom Freudenberger Reisebusunternehmen Elbus hofft, ab Mitte August durchstarten zu können. Die Zeiten der vor Corona üblichen 94-prozentigen Jahresauslastung seien noch in weiter Ferne. Der Unternehmer hat sich ein zweites Standbein aufgebaut – und das erweist sich als überaus erfolgversprechend: „Mittlerweile vermieten wir vier Wohnmobile. Die Auslastung ist sehr gut, meine Erwartungen wurden übertroffen.“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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