Über 100 Musiker machten Musik

Orchester aus der Ukraine und der Tschechei brannten »Feuerwerk der Marschmusik« ab

zel Siegen. Mit Pauken und Trompeten brannten am Freitagabend im großen Saal der Siegerlandhalle über 100 Musiker ein »Feuerwerk der Marschmusik« ab. Etwa 900 Zuhörer hatten den Weg in die mit Blumen geschmückte Halle gefunden und freuten sich auf zweieinhalb Stunden Blasmusik satt. Das Konzert fand erstmals in Siegen statt – ein neuer Termin ist jedoch schon angesetzt: Am 30. Januar 2005 wird es in der Region wieder zackig und zünftig.

Zwei Militärorchester bestritten den Abend und demonstrierten, wie unterschiedlich die Herangehensweise an Marschmusik in den jeweiligen Heimatländern ist. Doch zunächst gab es beim »Einzug der Gladiatoren« den Beweis, dass beide Orchester gut harmonierten: Die Musiker des 7. Militärblasorchesters aus der Ukraine in grauen Uniformen nahm auf der Bühne Platz, während die Musiker des Luftwaffen-Musikkorps der Garnison Prag aus der Tschechei in ihren dunkelblauen Uniformen marschierend den Saal betraten und auf der Bühne Aufstellung nahmen – das hatte was von »Marching Band«. Mehr Bewegung ließ die Siegerlandhalle leider nicht zu.

Unter der Gesamtleitung von Oberstleutnant Viliam Beres (Prag) ließen beide Orchester ihre »Stimmen« kraftvoll erschallen – etwa mit Dvo#F9ráks »Aus der neuen Welt« und dem Fanfarenmarsch. Als Überraschungsgast war Peter Beil mit seiner »goldenen Trompete« dabei. Der einstige Schlagersänger (»Corina, Corina«, »Hello, Mary Lou«) sorgte mit dem aus Funk und Fernsehen bekannten »Trompetenecho« für Stimmung.

Den ersten Teil des Programms bestritt das Orchester aus der Ukraine mit seinem Leiter Unterleutnant Alexander Schewtschuk. Das 1998 gegründete Ensemble zeigte, dass die Marschmusik auch eine »russische Seele« hat. Hier und da wurde es gefühlvoll, getragen, dann wieder kräftig. Doch nicht nur Militärmusik hatte das noch junge Ensemble im Angebot: Auch als Begleiter der ukrainischen Sängerin Marina Goncharenko machten die Musiker eine gute Figur.

Ganz anders dann nach der Pause das Luftwaffen-Musikkorps aus Prag: Unter der Leitung von Jarie Lexar wurde es im Stil der Egerländer Musikanten böhmisch-gemütlich. Zwei Musiker erlaubten sich mit ihrem Dirigenten einen Spaß und lockten ihn vom Dirigentenpult weg, das er sich gegen Ende des Stücks jedoch zurückerobern konnte. Neben Märschen hatten die Tschechen auch Jacques Offenbachs Can-Can oder den »Hummelflug« im Programm. Da flogen die Finger der Klarinettisten nur so über die Klappen! Für die beiden Schlagwerker und ihr Trommelsolo gab es einen extra Applaus. Mit dem hierzulande als »Rosamunde« bekannten Evergreen leiteten die Musiker ins Finale über, sangen selbst und forderten das Publikum ebenfalls dazu auf. Beide Orchester zusammen ließen es zum Schluss noch einmal richtig krachen – und ein Bühnenfeuerwerk gab es auch. Dazu erklangen die »Europa-Hymne« (Beethovens »Freude schöner Götterfunken«), der Gefangenenchor aus »Nabucco« und natürlich der schmissige Radetzky-Marsch und die »Alten Kameraden«.

Da hatte das Publikum Lust, mitzuklatschen und applaudierte reichhaltig. Ein paar mehr solche immergrünen Knaller wären im Verlauf des Abends wünschenswert gewesen.

Keine glückliche Hand hatten die Veranstalter bei der Auswahl des Moderators: Bodo Fellehner wirkte unkonzentriert, verwechselte die Ukraine mit Ungarn und redete ziemlich ins Blaue hinein (»zauberhafte Pause«). Aber es ging ja auch nicht um Worte beim »Feuerwerk der Marschmusik«, sondern um die Musik, und die kam auf jeden Fall gut an.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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