Sammler ersteigert Siegener Ansichtskarte in Australien
Über den Pazifik …

Was heute die Kurznachricht ist, war früher die Postkarte, mit einer knappen Nachricht: „Ich komme“. Die Karte kommt aus Australien und zeigt den Siegener Bahnhof um 1920.
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  • Was heute die Kurznachricht ist, war früher die Postkarte, mit einer knappen Nachricht: „Ich komme“. Die Karte kommt aus Australien und zeigt den Siegener Bahnhof um 1920.
  • Foto: Sammlung Klebes
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

sz Siegen/Erlangen. Manches „Alte“ ist gar nicht so aus der Welt, wie man in Zeiten weltweiter digitaler Vernetzung meinen könnte. Günther Klebes, ein bekannter Sammler von Bahn-Ansichtskarten und -Devotionalien aus Erlangen, beschreibt den Weg einer Siegener Postkarte durch die Welt.
Im Zeitalter der sozialen Medien, von E-Mails und MMS-Nachrichten scheint die gute alte Postkarte nur noch etwas für Traditionalisten zu sein. Oder für Sammler wie Günther Klebes. Der 71-jährige Franke liebt alte Postkarten, genauer solche mit eisenbahnhistorischen Motiven aus dem deutschsprachigen Raum. Eine seiner jüngsten Errungenschaften ist eine Ansichtskarte vom Siegener Bahnhof. Die Wunschkarte gab’s auch noch zum Schnäppchenpreis! Wie, beschreibt er hier:Er sei bei einer luxemburgischen Internet-Auktion auf die Karte gestoßen, schreibt der Erlanger Schulbusfahrer, und habe sich gesagt: „Schöner Dampfzug. die muss ich haben!“ Wie das so ist bei Sammlern …

„Railway Station of Germany“

Der Verkäufer bot die Karte unter „Railway Station of Germany“ an. Postkarten, die die unterschiedlichsten Züge und Brücken in Deutschland zeigen, gehören schon länger zur rund 600 Exemplare umfassenden Sammlung des Erlangers, in der sich „alles, was mit der Bahn zu tun hat“, befindet, außer „echten Lokomotiven“. Bei ihm zu Hause, schreibt er, stehen Modelle und historische Uniformmützen, die sogenannten „Rotkäppchen“, neben zahllosen Fotos und Alben voll mit einschlägigen Telefonkarten und Briefmarken.Aber Klebes wollte sie nicht nur
haben, sondern wollte natürlich auch wissen, wo die Ansicht aufgenommen wurde; denn auf der Karte stand nichts außer der Ankündigung „Ich komme“ und einem Hinweis auf den Verleger in Dortmund.

Auf dem Bild: der Bahnhof in Siegen

So wandte sich Günther Klebes an das Eisenbahnmuseum in Bochum, das ihm auch Auskunft gab: Es handele sich um den Bahnhof Siegen. Auch teilte man mit, dass die Lokomotive um 1920 aus Berlin von der S-Bahn nach Siegen kam. In Berlin war sie überflüssig geworden, da die S-Bahn elektrifiziert wurde.„Erstaunlich fand ich auch, dass der Anbieter eine Adresse in Australien hatte“, erklärt Klebes weiter. Weil er der einzige Bieter war, konnte er die Wunschkarte auch noch zum Schnäppchenpreis von gerade einmal 1,40 Euro erwerben. Normalerweise wäre er bereit gewesen, dafür bis zu 5 Euro auszugeben; denn es war eine selten angebotene Karte. Diesen Preis zahlte er aber dann auch, da noch das Porto für einen eingeschriebenen Auslandsbrief dazu kam. Es gebe Philokartisten, die einen zweistelligen Betrag für eine Ansichtskarte hinblättern würden.

Karten aus Israel, Kanada, Südafrika

Wie das gute Stück vom Siegerland nach Australien gekommen ist, darüber kann der Sammler nur spekulieren. „Ob dahinter eine Auswanderung steht, oder einfach ein Bündel alter Postkarten nach einer Haushaltsauflösung an einen Händler veräußert wurde, der die Karten über das Internet vermarktet, weiß ich nicht“, sagt Klebes. Er hat auch schon Karten aus Israel, Kanada oder Südafrika erworben.Seine Sammelwut in Sachen Bahn-Postkarten ist übrigens kein Einzelfall, es gibt auch eigene Ausstellungen für Eisenbahn-Philatelisten. Klebes durchforscht schon das Internet wieder nach seltenen Exemplaren …

Was heute die Kurznachricht ist, war früher die Postkarte, mit einer knappen Nachricht: „Ich komme“. Die Karte kommt aus Australien und zeigt den Siegener Bahnhof um 1920.
Günther Klebes ist ein Bahnfan durch und durch!
Autor:

Redaktion Kultur

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