Überfälle schon seit 2002 begangen

 Der Überfall auf die Filiale der Waldecker Bank war der letzte, der dem 45-Jährigen aus Birkelbach zur Last gelegt wird. Am 2. Januar 2018 soll er hier zugeschlagen haben, am 13. März nahmen Spezialkräfte den Mann in seiner Wohnung fest. Foto: Archiv
  • Der Überfall auf die Filiale der Waldecker Bank war der letzte, der dem 45-Jährigen aus Birkelbach zur Last gelegt wird. Am 2. Januar 2018 soll er hier zugeschlagen haben, am 13. März nahmen Spezialkräfte den Mann in seiner Wohnung fest. Foto: Archiv
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bw/tika - Die Katze ist aus dem Sack. Über Monate hinweg blockten die Ermittlungsbehörden in Hessen – von der Staatsanwaltschaft Kassel bis zur Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main – sämtliche Fragen zum konkreten Stand der Ermittlungen zulasten eines 45-Jährigen aus Birkelbach ab. Am Donnerstag jedoch erfolgte die Einladung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg zu einer Pressekonferenz am Dienstag in Korbach. Es geht um eine Anklage wegen jahrzehntelanger Überfälle auf Sparkassen-, Bank- oder sonstige Geschäftsfilialen, insgesamt 20 Fälle zählen die Ermittler vorab auf. Damit bestätigt sich die Berichterstattung der Siegener Zeitung über viele weitere Taten, die auf das Konto des Mannes aus Birkelbach gehen könnten.

Zunächst war dem 45-Jährigen nur der Überfall am 2. Januar 2018 auf die Filiale der Waldecker Bank in Diemelsee-Adorf zur Last gelegt worden. Umfangreiche Ermittlungen durch die Kriminalinspektion (RKI) Korbach führten auf die Spuren des Wittgensteiners, der schließlich bei einem spektakulären Einsatz von Spezialeinheiten des Polizeipräsidiums Nordhessen am 13. März in seiner Wohnung in Birkelbach festgenommen wurde. Sowohl dieser Einsatz als auch die Erweiterung der Ermittlerkreise bis hin zur Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main deuteten schnell darauf hin, dass den Behörden „ein dicker Fisch ins Netz gegangen“ war. Nach der Festnahme des Birkelbachers wurde beim Polizeipräsidium Nordhessen die präsidiums- und länderübergreifende „AG Connect“ bei der Kriminalinspektion RKI Korbach in der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg eingerichtet. Dieser Arbeitsgruppe gehören Beamte des hessischen Landeskriminalamts, der Kriminaldirektion Kassel, der RKI Korbach und der Polizeidirektionen Lahn-Dill, Limburg-Weilburg und Koblenz an.

Nach monatelangen Ermittlungen gehen die Behörden nun mit ihren Erkenntnissen an die Öffentlichkeit. Der 45-Jährige stehe im Verdacht, seit circa 20 Jahren eine Vielzahl an Raubüberfällen in Hessen, in Nordrhein-Westfalen sowie in Rheinland-Pfalz begangen zu haben. Der Fall des 45-jährigen Familienvaters aus Birkelbach dürfte angesichts des Ausmaßes sicherlich nun auch bundesweit für Schlagzeilen sorgen. In Birkelbach sorgte der Fall nach dem Zugriff am 13. März für Erschütterung. Der 45-Jährige war bis zu seiner Festnahme fest in der Dorfgemeinschaft und im Vereinsleben integriert, niemand ahnte etwas von dem Doppelleben, das er offenbar geführt hat. Nun bleibt die Frage, inwiefern sich der Beschuldigte in den Vernehmungen geäußert hat – und ob er sich zwischenzeitlich geständig gezeigt hat. Darüber werden die Ermittler am Dienstag ausführlich informieren. Der Prozess soll am Landgericht in Limburg stattfinden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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