Übergriffe auf Rettungskräfte?

 Hier sollen sich am Samstagabend nach Schilderungen von Augenzeugen „bürgerkriegsähnliche Szenen“ abgespielt haben. Flüchtlinge sollen Mitarbeiter des Rettungsdienstes attackiert haben. Foto: Martin Völkel
  • Hier sollen sich am Samstagabend nach Schilderungen von Augenzeugen „bürgerkriegsähnliche Szenen“ abgespielt haben. Flüchtlinge sollen Mitarbeiter des Rettungsdienstes attackiert haben. Foto: Martin Völkel
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vö - Das Thema, das in den vergangenen Tagen und Wochen in den Medien intensiv aufgearbeitet wurde, macht auch vor Wittgenstein nicht Halt: gewalttätige Übergriffe in Flüchtlingsunterkünften. In der Bad Laaspher Aufnahmeeinrichtung in der früheren Schlossberg-Klinik ist es am späten Samstagnachmittag nach gesicherten SZ-Informationen erneut zu Gewalttätigkeiten gekommen.

Während bei einem Polizeieinsatz vor gut zwei Wochen Streitigkeiten zwischen nordafrikanischen und syrischen Staatsangehörigen beendet werden mussten (die Siegener Zeitung berichtete), richteten sich die Aggressionen diesmal gegen Kräfte des Rettungsdienstes. Nach Recherchen unserer Zeitung sollen Einsatzkräfte im Bereich der Schlossberg-Klinik attackiert und massiv bedroht worden sein. Bewohner der Unterkunft sollen sogar versucht haben, den Rettungshubschrauber zu beschädigen. Zeugen des Geschehens sprachen von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ und vertrauten der SZ an, dass erst ein massives Polizeiaufgebot dafür gesorgt habe, die aufgebrachte Menge zurück zu drängen. Auch die Besatzung eines Rettungswagens soll zumindest eingeschüchtert worden sein.

Erst danach habe der Rettungsdienst seine eigentliche Arbeit störungsfrei verrichten können – aber ganz offensichtlich unter dem Eindruck der Situation vor Ort. „Da war zwangsläufig Angst im Spiel“, berichtete ein Laaspher, der das Geschehen nach eigenen Angaben beobachtet hat. Immerhin: Verletzt wurde niemand der Ersthelfer vor Ort. Nach SZ-Informationen sollen rund 20 Polizeibeamte am Schlossberg im Einsatz gewesen sein. Die Wittgensteiner Polizei, die sich bei unveränderter personeller Ausstattung neben der Unterkunft in Bad Laasphe auch um die Sicherheit rund um die Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Berleburg zu kümmern hat, forderte dem Vernehmen nach Verstärkung aus dem Siegerland an. Auslöser für die Aggressionen war nach SZ-Informationen der vermeintliche Suizid-Versuch eines Flüchtlings, der ohne Vorwarnung aus dem dritten Stock des Gebäudes auf den Asphalt gesprungen sein soll. Der Mann soll später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen sein. Zum Herkunftsland des Verstorbenen wurde zunächst nichts bekannt.

Eine offizielle Bestätigung für die Vorfälle in Bad Laasphe gab es gestern seitens der Polizei-Leitstelle in Siegen nicht. Übergriffe oder Attacken auf Rettungskräfte habe es nicht gegeben, hieß es dazu aus Siegen auf entsprechende SZ-Anfrage. Richtig sei, dass eine schwer verletzte Person mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik transportiert worden sei.

Das Thema der Sicherheit rund um die Flüchtlingsunterkünfte in Bad Berleburg und Bad Laasphe war jüngst auch Thema beim Runden Tisch in beiden Städten. Der Bad Berleburger Polizei-Chef Bernd Dickel kündigte an, dass in Bad Laasphe die gleichen Maßstäbe angesetzt würden wie in Bad Berleburg – mit Streifendienst und gewollter Präsenz. Stichwort: subjektives Sicherheitsempfinden der Bevölkerung.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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