Überraschung im Rathaus

Im Saal des Siegener Rathauses ging es am Mittwoch u.a. um die Schulpolitik in der Krönchenstadt. Foto: ch          
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ch  - Wer zu spät kommt, den bestraft ... der Haupt- und Finanzausschuss der Krönchenstadt: Weil Christdemokrat Johannes Tigges am Mittowch erst nach der Abstimmung über die künftige Schulentwicklungsplanung für die weiterführenden Schulen im Süden des Oberzentrums im großen Saal des Siegener Rathauses erschien, votierte das Gremium zuvor mit acht zu acht Stimmen gegen die Verlagerung der Realschule am Hengsberg ins Gebäude des Gymnasiums „Auf der Morgenröthe“.

Das Patt im HFA verhinderte also die Umzugs-Empfehlung von Jamaika (CDU, Grüne und FDP) und Stadtverwaltung. „Da gibt es zu viele offene Fragen“, gab Joachim Pfeifer, schulpolitischer Sprecher der SPD, vor der Abstimmung zu bedenken. Vor allem die Antworten auf drei Fragen trieben ihn um – wie schon im Schulausschuss, der den Umzug der Realschule bei gleichzeitiger Eröffnung einer Dependance der Eiserfelder Gesamtschule auf dem Hengsberg zwecks Schaffung von knapp 30 zusätzlichen Gesamtschulplätzen befürwortet hatte. „Wie kann man die Realschule zweizügig verlagern, wenn schon die Prognose für die nächsten Jahre einzügig ausfällt? Warum plant man im Siegener Süden mit neun Zügen, wenn man hier an den weiterführenden Schulen derzeit noch nicht einmal acht Züge voll bekommt? Und warum sollen wir auch noch eine Konkurrenz zwischen den Siegener Realschulen und dem neuen Realgymnasium installieren?“ Eine ganz andere Frage beschäftigte Günther Langer (UWG), und zwar die Frage nach den Kosten: „Die Verwaltungsvorlage und damit das Konzept sind unvollständig. Es gibt keine Aussagen zu den Kosten; wir haben mit Blick auf den Haushalt, der doch so auf Kante genäht sein soll, gewaltige Probleme mit der Finanzierung!“ Der Kommunalpolitiker spielte damit auf den jüngst in die Beratung eingebrachten Etatentwurf der Krönchenstadt an, der für das Jahr 2015 erneut unterm Strich rote Zahlen vorsieht.

Die Verteidigung der Pläne von Jamaika und Verwaltung folgte prompt. Stadträtin Babette Bammann relativierte: Es gehe nicht darum, Schulgebäude zu errichten oder zu erhalten, „wir müssen einen Umzug bezahlen!“ Die Umzugskosten würden schätzungsweise zwischen 15 000 und 30 000 Euro betragen, das Geld sei im Haushalt 2015 berücksichtigt. Auch Michael Groß von den Grünen warb um den Blick aufs Ganze: „Wir schaffen nicht nur neue Gesamtschulplätze, sondern wir können in den südlichen Stadtteilen alle Schulabschlüsse vorhalten!“

Immerhin zwei Pro-Empfehlungen sprach der HFA dann am Mittowch doch aus. Die Gesamtschule Eiserfeld soll ab dem Schuljahr 2015/16 in der Sekundarstufe I fünfzügig und in der Sekundarstufe II vierzügig festgesetzt werden. Und: Zum kommenden Schuljahr sollen am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium vier, am Gymnasium „Am Löhrtor“ und am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium jeweils drei und am Gymnasium „Auf der Morgenrothe“ zwei Eingangsklassen gebildet werden. Am Ende muss der Rat der Stadt Siegen entscheiden, der Mitte November zusammenkommt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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