Übung für den Katastrophenfall

Große Katastrophenschutzübung des Kreises: Bei einem fiktiven Unfall ist die Kurhessenbahn bei Leimstruth mit Ammoniakkanistern zusammengestoßen. Foto: Kreis  Große Katastrophenschutzübung des Kreises: Bei einem fiktiven Unfall ist die Kurhessenbahn bei Leimstruth mit Ammoniakkanistern zusammengestoßen. Foto: Kreis
  • Große Katastrophenschutzübung des Kreises: Bei einem fiktiven Unfall ist die Kurhessenbahn bei Leimstruth mit Ammoniakkanistern zusammengestoßen. Foto: Kreis Große Katastrophenschutzübung des Kreises: Bei einem fiktiven Unfall ist die Kurhessenbahn bei Leimstruth mit Ammoniakkanistern zusammengestoßen. Foto: Kreis
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sz - Große Katastrophenschutzübung des Kreises: Im Tunnel bei Leimstruth stößt ein Zug der Kurhessenbahn mit Kanistern zusammen, die illegal auf den Gleisen entsorgt worden sind. Die Kanister enthalten eine Ammoniaklösung. Beim Aufprall werden sie beschädigt. Die Fahrgäste sind Ammoniakdämpfen ausgesetzt. Diese greifen die Schleimhäute der Atemwege und der Augen an. Bestimmte Konzentrationen in der Luft können nach 30 bis 60 Minuten sogar tödlich sein. 

Das ist die Ausgangslage einer Katastrophenschutzübung des Kreises Siegen-Wittgenstein, die am Samstag unangekündigt durchgeführt wurde. Gegen 8.45 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Erndtebrück, Bad Berleburg und Bad Laasphe sowie etwas später die Feuerwehr Wilnsdorf mit dem Abrollbehälter zur Dekontamination von Verletzten („Dekon V“) alarmiert. Außerdem waren die Einsatzeinheiten der Hilfsorganisationen vor Ort. Die Verletzten wurden von Freiwilligen der Jugendfeuerwehr Netphen dargestellt. Auf das Schminken der Opfer wurde bei dieser Übung aus Geheimhaltungsgründen verzichtet. Stattdessen wurden die „Verletzten“ mit Karten zu ihrem Verletzungsmuster ausgestattet. Konzipiert wurde die Übung vom Amt für Brand-, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz des Kreises Siegen-Wittgenstein unter Leitung von Thomas Tremmel, Kreisbrandmeister Bernd Schneider und den Ärztlichen Leitern. Im Einsatz waren unter anderem auch der stv. Kreisbrandmeister Dirk Höbener, der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes („OrgL“) sowie der Leitende Notarzt des Kreises („LNA“). 

Die Übung wurde von externen Beobachtern verfolgt – extern deshalb, um im Vorfeld auch hier eine Geheimhaltung der Übung gewährleisten zu können. Die Übung stellte die Teilnehmer vor zahlreiche Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf komplexe logistische Strukturen: von der Organisation von Bereitstellungsräumen über die Kräftenachführung bis hin zum Patiententransport. Ziel der Übung war es, die Leistungsfähigkeit der Einheiten zur Gefahrenabwehr zu überprüfen. Zudem sollten die Einsatzeröffnung und Alarmierung durch die Kreisleitstelle, die Zusammenarbeit zwischen der Kurhessenbahn und der Kreisleitstelle, die Funktionalität der Strukturen bei Ereignissen mit einer großen Anzahl von Verletzten („MANV“) sowie das Zusammenspiel von örtlichen und überörtlichen Kräften der Gefahrenabwehr geübt werden.

Das Übungsszenario bot zudem die Möglichkeit, die Rettung von Menschen in einer außergewöhnlichen Situation zu trainieren, bei der auch größere Wege zurückgelegt werden mussten. So wurde z.B. der Container zur Dekontaminierung von Verletzten vor einem fiktiven Krankenhaus am Feuerwehrgerätehaus in Erndtebrück aufgestellt. Auch die Tatsache, dass der Tunnel nicht über eine Straße direkt angefahren werden konnte, sondern nur zu Fuß über die Schienenstrecke erreichbar war, stellte für die Rettungskräfte eine besondere Herausforderung dar. Gegen Mittag war die Übung zu Ende. Rund 160 Einsatzkräfte hatten vor Ort daran teilgenommen. Das erste Fazit von Thomas Tremmel war sehr positiv: „Wir haben viele Erkenntnisse insbesondere im Kommunikationsbereich gewonnen, was für solch eine komplexe Übungen aber nicht ungewöhnlich ist. Darüber bin ich sehr zufrieden. Im Detail werden wir die Übung in den nächsten Tagen auswerten.“ Zum Abschluss kamen alle Einsatzkräfte zu einem gemeinsamen Mittagessen im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in Erndtebrück zusammen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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