Umfrage: AfD überholt erstmals SPD

Berlin (dpa) - Die rechtspopulistische AfD hat in einer Umfrage erstmals die SPD bundesweit überholt.

In der neuen INSA-Umfrage für die «Bild»-Zeitung landen die Sozialdemokraten nach dem Chaos der letzten Wochen bei nur noch 15,5 Prozent (minus 1,5), die AfD liegt knapp vor der SPD mit 16 Prozent (plus 1).

Die Union kann etwas zulegen auf 32 Prozent (plus 2) und ist damit mehr als doppelt so stark wie die SPD. Die FDP landet bei 9 Prozent (minus 1,5), die Linke bei 11 Prozent (minus 0,5), die Grünen kommen unverändert auf 13 Prozent. Damit würde es nach dieser Umfrage auch nicht mehr für eine große Koalition reichen.

Die SPD stimmt in diesen Tagen über den zunächst nicht gewollten Gang in eine erneute große Koalition ab, die rund 463 000 Mitglieder müssen bis spätestens 2. März ihre Abstimmungsbriefe zurückgeschickt haben.

Viele warnten angesichts der schlechten Umfragen bei Mitgliederkonferenzen vor Neuwahlen - daher könnte die Angst vor einem Überrunden durch die AfD sogar die Zustimmung zur großen Koalition erhöhen. SPD-Chef Martin Schulz, der die Partei mit einem Schlingerkurs verprellt hatte, war nach dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen zurückgetreten. Mit ihm als Kanzlerkandidat war die SPD bei der Bundestagswahl auf 20,5 Prozent abgestürzt.

Schulz hatte zunächst Außenminister werden wollen, obwohl er nach der Wahl ausgeschlossen hatte, in ein Kabinett Merkels einzutreten. Nach Protest der Basis verzichtete Schulz, er sollte aber zunächst bis nach dem Mitgliederentscheid Parteichef bleiben. Doch nach den Schulz-Turbulenzen wollte die designierte Nachfolgerin, Bundestagsfraktionschefin Andrea Nahles, vergangene Woche sofort das Amt kommissarisch übernehmen.

Auch dieser Plan scheiterte an internem Protest: Nahles gehört nicht dem Vorstand an, und dies hätte wie eine Vorentscheidung noch vor dem Parteitag ausgesehen. Daher führt bis zum Sonderparteitag am 22. April in Wiesbaden einer der bisherigen Vizechefs, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, die Partei interimsweise. Es gibt mehrere Gegenkandidaten für Nahles.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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