Umstellung zieht Probleme  nach sich

 Die Grundschule Feudingen zeigt sich von der Fahrplanumstellung besonders betroffen. Kommt alles wie geplant, würde dies wohl erhebliche Einschränkungen für die Gestaltung des Stundenplans und damit des Betriebs bedeuten. Foto: Timo Karl
  • Die Grundschule Feudingen zeigt sich von der Fahrplanumstellung besonders betroffen. Kommt alles wie geplant, würde dies wohl erhebliche Einschränkungen für die Gestaltung des Stundenplans und damit des Betriebs bedeuten. Foto: Timo Karl
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tika - Mehr als eine Gnadenfrist ist es derzeit nicht. Binnen eines Monats muss die Stadt Bad Laasphe als Schulträger eine praktikable Lösungen erarbeiten. Denn: Mit der Fahrplanumstellung haben sich auch Änderungen im Schulbusverkehr ergeben – und die treffen vor allem die Grundschulen im Stadtgebiet, letztlich aber die Schulen in allen Wittgensteiner Kommunen. Am Ende des vergangenen Jahres haben deshalb die zehn Leiter der Grundschulen im Altkreis Wittgenstein einen gemeinsamen Brief an die Verkehrsbetriebe Westfalen Süd (VWS) verfasst, um über die Situation zu diskutieren.

Inzwischen steht fest, dass der ursprüngliche Fahrplan im Bad Laaspher Stadtgebiet bis zum Ende des laufenden Halbjahres am 8. Februar weiterhin gültig bleiben soll – die Fahrplanumstellung als solche war bereits am 15. Dezember über die Bühne gegangen. Vom Tisch sind die Probleme damit aber nicht – weder in Bad Laasphe, noch in den beiden Nachbarkommunen Bad Berleburg und Erndtebrück. Im Gegenteil: Künftig bietet die VWS pro Schule eine Anfahrt und zwei Abfahrten täglich an. Grundlage dafür ist der Nahverkehrsplan 2016 des Kreises Siegen-Wittgenstein.

Darin enthalten war das Schulverkehrskonzept. Um dieses an den Bedarf der Schulen anzupassen, hatte der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS) die jeweiligen Schulträger dahingehend abgefragt, zu welchen Zeiten die zwei Abfahrten je Schule stattfinden sollen. „Sollten darüber hinaus weitere Fahrten gewünscht werden, so sind diese dann durch den jeweiligen Schulträger auf eigene Rechnung bei den Verkehrsunternehmen im sogenannten Freistellungsverkehr zu bestellen. Der Nahverkehrsplan ist die Grundlage der Konzession“, erklärte Günter Padt gestern auf Anfrage der Siegener Zeitung. Der ZWS-Geschäftsführer schloss damit kategorisch aus, dass sich der Fahrplan nach dem Stichtag 8. Februar für den Schülerverkehr noch einmal ändert. Will heißen: Im Vergleich zum bisher gültigen Fahrplan fallen Fahrten weg.

Dass sich daraus Probleme vor allem für Grundschulen sowie die betroffenen Schüler und ihre Familien ergeben, erklärt sich von selbst. Mit der Frist bis in den kommenden Monat haben die Verantwortlichen in Bad Laasphe nun aber Zeit, um sich auf Lösungssuche zu begeben. „Momentan wissen wir nichts von massiven Problemen. Durch die Fahrplanumstellung sind die grundsätzlichen Probleme aber offener als bisher zu Tage getreten. Wir führen derzeit mit der VWS Gespräche und warten jetzt auf entsprechende Unterlagen als Verhandlungsgrundlage“, erklärte Volker Kohlberger. Der Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Stadt Bad Laasphe machte zugleich ebenfalls deutlich, dass eine Erweiterung des Angebots nur möglich ist, wenn die Stadt als Schulträger entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. „Wir müssen klären, ob diese Mittel aus dem eigenen Topf zur Verfügung stehen“, berichtete Volker Kohlberger. Sicher war er sich allerdings in einer Sache: „Wir werden bis zum 8. Februar eine Lösung gefunden haben.“

Darauf setzte auch Hans-Dieter Pfeil. „Wir müssen mit der VWS eine Einigung finden, die praktikabel ist“, forderte der Leiter der Grundschule Feudingen, der das „ausgesprochen kooperative“ Gesprächsklima hervorhob. Dennoch machte er große Probleme in dem neuen Fahrplan aus. „Die Umstellung engt den Stundenplan ein. Käme alles so wie vorgesehen, dann können wir künftig nur noch vier oder sechs Stunden anbieten. Für die Kinder – gerade die der 1. Klassen – ist das nicht praktikabel. Hinzu kommt der Förderunterricht, der im Extremfall wegfallen müsste“, haderte Hans-Dieter Pfeil, „wir haben in der Schulkonferenz beschlossen, dass wir alles dafür tun, um den den Förderunterricht zu erhalten. Und der Schulträger ist willens alles Mögliche zu tun, um eine Lösung herbeizuführen.“

In der laufenden Diskussion um die neuen Fahrpläne für den Schülerverkehr in Wittgenstein sah er die Crux an ganz anderer Stelle: „Es ist eine Aufgabe des Staates, diese Problematik zu lösen. Ich kann nicht verstehen, warum eine solche Aufgabe an private Unternehmen abgegeben wird. Dann darf man sich nicht wundern, wenn der Gewinn plötzlich vor dem Interesse der Schulen steht – das ist eigentlich nicht miteinander vereinbar.“ Klar ist, dass nach der Fahrplanumstellung noch nicht alles rund läuft im Wittgensteiner Schülerverkehr. Entsprechend räumte auch Stefanie Treude „an einigen Stellen noch Schwachpunkte“ ein, „die es abzustellen gilt“, erklärte die Pressesprecherin der Stadt Bad Berleburg. Zwar hat auch der Schulträger aus der Odebornstadt im Vorfeld der Umstellung Absprachen mit den VWS getroffen, um die Bedarfe der Schulen zu erfüllen, es gibt allerdings offenkundig noch Nachbesserungsbedarf.

„Die Verantwortlichen stehen weiterhin im engen Austausch und sind gemeinsam darum bemüht, bei kritischen Punkten zügig Lösungen zu entwickeln“, erklärte Stefanie Treude. Im neuen Fahrplan für den Bad Berleburger Schülerverkehr finden unter anderem die bisherigen Fahrten für Rinthe und Stünzel „aufgrund sehr geringer Schülerzahlen“ keine Berücksichtigung mehr. „Hier hat die Stadt Bad Berleburg gemeinsam mit den betreffenen Eltern Lösungen gefunden.“ Im Stadtgebiet von Bad Berleburg sind es also Einzelfälle, für die die Verantwortlichen eine Lösung finden müssen.

Unproblematisch beurteilt die Gemeinde Erndtebrück die Situation. „Mit der Änderung des Fahrplanes gab es bei der Grundschule Erndtebrück keine großartigen Probleme zu verzeichnen. Lediglich ein paar Verspätungen der Busse wurden gemeldet. Zudem findet ein stetiger Austausch mit der Realschule und der Grundschule statt“, teilte die Pressestelle aus dem Rathaus auf Anfrage der Siegener Zeitung mit. Wie auch in der Vergangenheit fahre die Schulbuslinie A 382 die Erndtebrücker Schulen weiterhin an. „Erkennbare Probleme“ hätten die Verantwortlichen im Vorfeld angesprochen und gelöst. Derzeit sieht auch Thorsten Denker keine Probleme im Erndtebrücker Schülerverkehr. „So wie es gerade läuft, ist es gut. Das gilt jedenfalls für den Moment. Wie möglicherweise künftig auftretende Probleme geregelt werden, ist dann vor allem Sache des Schulträgers – in Absprache mit uns“, erklärte der Leiter der Grundschule Erndtebrück.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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