Umweltzone: IHK fordert Verzicht

Die IHK fordert einen Verzicht auf die Siegener Umweltzone. Foto: Fotolia

sz - In ihrer Stellungnahme gegenüber der Bezirksregierung Arnsberg äußert die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) erhebliche Bedenken gegen die geplante Umweltzone für die Kernstadt Siegen. Nach Auffassung der Kammer sind die einschneidenden Wirkungen dieser Umweltzone letztlich nicht geeignet, um wirksam für saubere Luft in Siegen zu sorgen. Zahlreiche Erfahrungen in anderen Kommunen in NRW sprechen eine andere Sprache.

Im Einzelnen weist die IHK darauf hin, dass bereits die Sammlung von Messwerten zu nicht repräsentativen Ergebnissen geführt hat, wurde doch die Passivsammelstelle in der Frankfurter Straße kurz vor dem Schleifmühlchen-Kreisel platziert, wo sich regelmäßig zu den Hauptverkehrszeiten Staus bilden. Hier von Konsequenzen abzuleiten, die zu einer großflächigen Umweltzone von der Siegener Kernstadt bis nach Weidenau reichen soll, hält die IHK sachlich für nicht vertretbar und deshalb unangemessen.

Außerdem kritisiert die Kammer, dass die mehrfache Betroffenheit im Siegener Handel gerade mit Blick auf die Funktion des Oberzentrums sowohl für dort beschäftigte Mitarbeiter aber auch für Kundschaft aus dem Umland nicht ausreichend abgewogen würde, käme es tatsächlich zur Zonenfestlegung. Gleiches gilt für Mitarbeiter einheimischer Unternehmen mit Standorten in der Umweltzone oder auch für öffentliche Dienststellen, zum Beispiel die Rathäuser der Stadt Siegen, die Kreisverwaltung, die Arbeitsagentur, das Finanzamt oder auch das Apollo-Theater.

Würden allein die Busse, die regelmäßig zwischen der Siegener Kernstadt bis nach Weidenau verkehren, umgerüstet oder durch Neufahrzeuge ersetzt, gäbe es nach Auffassung der Kammer mit größter Wahrscheinlichkeit keinen Grund mehr, überhaupt über eine Umweltzone in Siegen zu diskutieren. 

Die IHK fordert unter Berücksichtigung dieser Veränderungen alle Möglichkeiten zu nutzen, um zum Beispiel durch eine Optimierung der Ampelphasen im gesamten Straßennetz zwischen Siegen-Mitte und Weidenau den Verkehrsfluss flexibel zu steuern.

Schließlich verweist die IHK auf ein weiteres Problem der regionalen Wirtschaft: Im Fall einer Umweltzone sei zu erwarten, dass die für die Bauwirtschaft in Zukunft dringend benötigte Deponie Fludersbach für Bodenaushub von Lkw ohne grüne Plakette ebenfalls nicht mehr angesteuert werden dürfte, da wesentliche Teile dieser Zufahrt ebenfalls in der geplanten Umweltzone liegen.

Aus diesen Gründen fordert man die Bezirksregierung auf, bis auf Weiteres auf die Einführung der Umweltzone zu verzichten.

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